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Diese Freifläche zwischen der Bebauung Petterweils und dem Eselsweg (rechts) wollen SPD und Grüne als Baugebiet ausweisen und darauf zumeist Mehrfamilienhäuser errichtet wissen.

Erweiterung von Baugebiet

Oppositionsfraktionen bringen drei gemeinsame Anträge zu Petterweil ein – Forderung nach Veränderungssperre

Petterweil dürfte in den nächsten Jahren um einige Hundert Einwohner wachsen. Vorausgesetzt, die Stadtverordnetenversammlung stimmt für einen gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen. Die möchten nämlich das von der Stadt ohnehin vorgesehene neue Wohngebiet vor der Arnsburger Straße noch ausweiten.

Oft ist das noch nicht vorgekommen, dass die beiden Oppositionsfraktionen SPD und Grüne einen gemeinsamen Antrag ins Stadtparlament eingebracht haben. Zur nächsten Sitzungsrunde wird dies aber der Fall sein.

Im Februar hatte die SPD mitgeteilt, das geplante Baugebiet "Auf dem Brunnenweg" im Osten Petterweils biete optimale Voraussetzung für junge Familien, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig für ganz Petterweil notwendige Versorgungseinrichtungen vorzusehen. Deshalb fordere man, das geplante Baugebiet größer als bisher von der Stadt geplant auszuweisen und um die Gemarkung "Neue Weide" nördlich der Petterweiler Straße zu ergänzen.

Nachfrage gerecht werden

Nach der Diskussion im Ausschuss für Stadtplanung und Infrastruktur und der Ankündigung des Bürgermeisters Guido Rahn, dass die Stadt die Fraktionen bei der weiteren Gestaltung der Stadt einbeziehen wolle, hatte die SPD ihren Antrag zurückgezogen.

Nun lebt er neu auf, und die Sozialdemokraten haben dazu die Grünen mit ins Boot geholt. Gemeinsam haben sie gleich drei Anträge zur weiteren Entwicklung des Karbener Stadtteils formuliert. Im ersten Antrag wird erneut die Ausweitung des geplanten, rund 8100 Quadratmeter großen Baugebiets "Auf dem Brunnenweg" bis zum Eselsweg gefordert. Damit wolle man der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum gerecht werden und das gesamte Areal "in einem vernünftigen städtebaulichen Zusammenhang sinnvoll beplanen". Zudem werden detaillierte Forderungen gestellt. So soll eine Pflegeeinrichtung mit betreutem Wohnen vorgesehen werden. Die Kita soll in der Pfarrer-Flick-Straße verbleiben, aber zur Erweiterung der Kapazitäten sei "als eine Variante der Spielplatz in der Holtzmannstraße" vorzusehen. Am Wiesenbrunnen solle zudem der Spielplatz als "Leuchtturm" für Petterweil ausgebaut und mit Geräten auch für Erwachsene ausgestattet werden.

Rund die Hälfte der bebaubaren Fläche sei für kleinere Mehrfamilieneinheiten mit drei Stockwerken vorzusehen. Die Wohnungsbaugesellschaft Karben und andere Wohnungsbaugesellschaften sollten hier zum Zuge kommen.

Energiekonzept erstellen

Des Weiteren werden Erbpachtverträge gefordert, und ökologisch sei ein Energiekonzept zu entwickeln mit Blockheizkraftwerken, Fotovoltaik und Solarthermie. Zudem sei Dachbegrünung vorzusehen. Die beiden Fraktionschefs Thomas Görlich (SPD) und Rainer Knak (Grüne) betonen, es sollte selbstverständlich sein, dass in neuen Wohngebieten bezahlbarer Wohnraum geschaffen werde. Neben der bekannten "und richtigen" Quotenforderung und der Förderung des öffentlichen Wohnungsbaus biete sich auch die Chance, "endlich finanzpolitisch langfristige und sozial vernünftige Erbpachtmodelle zu etablieren".

In einem zweiten gemeinsamen Antrag fordern die Oppositionsfraktionen die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet Sauerbornstraße, Alte Heerstraße, Schwengelgasse, Holtzmannstraße, Robert-Blum-Straße. Für dieses Gebiet sei eine Veränderungssperre zu beschließen, so der dritte Antrag. Kurzfristige bauliche Vorhaben könnten nämlich eine geordnete städtebauliche Entwicklung vereiteln, heißt es.

In einem zweiten gemeinsamen Antrag fordern die Oppositionsfraktionen die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet Sauerbornstraße, Alte Heerstraße, Schwengelgasse, Holtzmannstraße, Robert-Blum-Straße. Für dieses Gebiet sei eine Veränderungssperre zu beschließen, so der dritte Antrag. Kurzfristige bauliche Vorhaben könnten nämlich eine geordnete städtebauliche Entwicklung vereiteln, heißt es.

Ausschuss tagt am Dienstag

Der Ausschuss für Stadtplanung und Infrastruktur befasst sich am Dienstag, 2. April, ab 20 Uhr im Bürgerzentrum mit dem Antrag. Das Stadtparlament dann am Donnerstag, 4. April, um 20 Uhr.

von Holger Pegelow

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