1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Karben

Raus aus dem Büro und pinseln

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Neues Grün für den alten Bauwagen: Mitarbeiter der Frankfurter Commerzbank wie Enrico Gillmeister (links) packen im Klein-Karbener Kindergarten Matsche-Pampe kräftig an. Die Waldkinder lassen es sich natürlich nicht nehmen mitzuhelfen.
Neues Grün für den alten Bauwagen: Mitarbeiter der Frankfurter Commerzbank wie Enrico Gillmeister (links) packen im Klein-Karbener Kindergarten Matsche-Pampe kräftig an. Die Waldkinder lassen es sich natürlich nicht nehmen mitzuhelfen. © Dominik Rinkart

Sonst sitzen sie piekfein im Büro am Computer. Doch einmal im Jahr tauschen Banker Schreibtischstuhl gegen Spaten und Pinsel: Mitarbeiter von Deutscher Bank und Commerzbank aus Frankfurt haben diese Woche in Karben Gutes getan. Sie absolvierten bei einem Social Day im Waldkindergarten und im Johanniter-Seniorenstift gemeinnützige Arbeit.

Von NIKLAS MAG UND DOMINIK RINKART

Bunte Farben statt Zahlenkolonnen: Sechs Mitarbeiter der Frankfurter Commerzbank sind in den Klein-Karbener Waldkindergarten Matsche-Pampe gekommen und nehmen sich fleißig mit Spachtel und Pinsel des alten Bauwagens an. „Solche Einrichtungen sind darauf angewiesen, dass sie Hilfe bekommen“, erklärt Bankmitarbeiter Enrico Gillmeister.

Er ist bereits zum dritten Mal beim Social Day dabei und freut sich über die körperliche Arbeit im Freien. Zusammen mit seinen Kollegen haben sie sich vorgenommen, innerhalb von einem Tag den alten Bauwagen abzuschleifen und abzuspachteln und in einem neuen, helleren Grün zu lackieren.

15 Jahre hat das alte Gefährt auf dem Buckel und ist Markenzeichen des Waldkindergartens, die Farbe blättert ab. Kein Wunder, dass die engagierten Eltern aus dem Trägervereins heilfroh über die Hilfe sind.

Bauwagen flott machen

Der Anblick lässt die Waldkinder erstmal staunen: In weißem Maleranzug und mit vorbildlichem Mundschutz treten die Banker an. Von morgens um neun bis spät in den Nachmittag hinein schuften sie, um den Bauwagen in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Dabei werden sie von einigen Eltern der Kindergartenkinder unterstützt.

Die Helfer haben die Malteser aus Frankfurt in den Waldkindergarten geschickt. Sie bringen schon zum 13. Mal hilfsbedürftige Einrichtungen und die Helfer zusammen. Verena Wolf, Vorsitzende des Vereins Matsche-Pampe, ist hochzufrieden mit den Helfern. „Sie haben nicht gezögert, sich sofort umgezogen, den Spachtel in die Hand genommen und losgelegt.“ Wolf freut sich, dass die Kinder endlich wieder bedenkenlos im und rund um den Bauwagen spielen können.

Nicht nur Kinder, auch Senioren profitieren vom Banker-Engagement. 50 Mitarbeiter der Deutschen Bank arbeiten an diesem Tag im Johanniter-Seniorenstift in Klein-Karben. „Einige der Helfer erneuern unsere Grünanlagen im Obst- und Gemüsegarten und auch die vor dem Haus, andere beschäftigen sich mit den Senioren im Wohnbereich“, erklärt Seniorenstiftsleiterin Gabriele Roettger.

Zehn der Bankmitarbeiter ermöglichen den Senioren außerdem einen ganz besonderen Tag: Sie sind mit ihnen zu einem Abstecher nach Bad Nauheim aufgebrochen. „Jeder der Ausflügler hat für den Tag einen Partner bekommen“, sagt Roettger. „So haben wir eine Eins-zu-eins-Betreuung.“ Luxuriös.

Ganz toll für die Bewohner

In Bad Nauheim will die Gruppe einen erholsamen Tag im Kurpark verbringen und ein Café besuchen. Das ehrenamtliche Engagement sei für ihre Einrichtung unerlässlich, betont Gabriele Roettger: „Unsere Gärten müssen einfach ein Mal im Jahr gemacht werden. Das könnten wir alleine nicht leisten.“

Andrea Häusler, normalerweise im Büro anzutreffen, genießt den besonderen Tag im Johanniter-Stift: „Wenn gute Taten möglich sind, sollte man das auch machen“, findet sie. „Die Leute hier im Haus freuen sich sehr darüber. Ich finde es auch toll, dass die Bank heute so viele Mitarbeiter freistellt, das kostet das Unternehmen auch Geld.“

Andrea Häusler gehört zu jenen Bankern, die im Garten des Altenheims ins Schwitzen kommen. Derweil kümmern sich andere um die Senioren im Wohnbereich. „Hier wird gebastelt, gegessen und auch vorgelesen“, erläutert Gabriele Roettger. Gemeinsam mit allen Helfern wolle man am Nachmittag noch einen feierlichen Abschluss in Form eines Weinfestes finden.

„Den Wein hat uns der Hochstädter Winzerverein gestiftet. Als Dankeschön für die Helfer gibt es nachher eine kleine Verkostung“, kündigt die Heimleiterin an. „Das ganze Miteinander heute und dass Menschen von außen hier sind und sich kümmern“, schwärmt sie, „das ist ganz toll für die Bewohner.“

Auch interessant

Kommentare