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Kim Anh Schäfer (18) aus Groß-Karben freut sich auf die neuen Erfahrungen, die sie in Nepal machen wird und auf die Begegnungen mit den Menschen. Ihre Flöte wird sie dorthin nicht mitnehmen, sagt sie.

FNP-Mitarbeiterin will ihren Horizont erweitern

Kim Anh Schäfer bereist Nepal

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Kim Anh Schäfer, freie Mitarbeiterin der FNP, fliegt heute für drei Monate nach Nepal. In Asien möchte sie Erfahrungen sammeln. Zudem freut sie sich auf die Begegnung mit den Menschen dort, aber auch auf die Arbeit mit Elefanten.

Kim Anh Schäfer (18) aus Groß-Karben hat gerade ihr Abitur in der Tasche. Doch statt sich vom Büffeln für den Gymnasialabschluss auszuruhen, tritt sie heute eine große Reise an. Sie fliegt nach Nepal, wo sie knapp drei Monate als Volontärin in Projekten im Bereich Umwelt und Soziales mitarbeiten wird.

„Ich werde dort Verschiedenes machen, unter anderem habe ich mit Elefanten zu tun“, sagt Schäfer. Bisher habe sie noch nie mit den großen Dickhäutern näheren Kontakt gehabt, „doch Angst habe ich keine, ich mag sie“, sagt sie.

Die Organisation „Rainbow Garden Village“ bietet die Mitarbeit in verschiedenen Projekten vor allem in Afrika und Asien an. So würden beim Recycling Projekt in Nepal aus den Hinterlassenschaften von pflanzenfressenden Elefanten in Handarbeit Papierprodukte hergestellt, erklärt die Organisation auf ihrer Internetseite.

Im Dorf Bacchauli im Chitwan Nationalpark wird Kim Schäfer daran mitarbeiten. „Wie das genau funktioniert, weiß ich noch nicht“, sagt sie und schmunzelt. Zudem werde sie nepalesische Kinder unterrichten, erzählt Schäfer.

Auch ohne pädagogische Ausbildung könnten die Volontäre im Projekt durch ihre eigene Schulbildung den nepalesischen Kindern etwa die Grundrechenarten sowie Grundkenntnisse in der englischen Sprache vermitteln, beschreibt die Organisation das Ziel.

Mit der Reise wolle sie Abstand zum Lernen gewinnen. „Und ich möchte einen anderen Blickwinkel bekommen.“ Das Leben in Deutschland empfinde sie als leistungsorientiert.

„Es ist das erste Mal, dass ich eine Auslandsreise allein antrete“, erzählt sie. So sei sie mit ihren Eltern schon mehrfach in Vietnam, dem Herkunftsland ihrer Mutter, gewesen. Doch allein sei sie noch nie so weit gereist. Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, sagt Schäfer. Doch sie freue sich zugleich auf die neuen Erfahrungen und Kontakte in Nepal, fügt sie hinzu.

Kim Anh Schäfer ist in Groß-Karben aufgewachsen. Ihre Mutter Giao Doan-Schäfer stammt aus Vietnam. Mit ihrem Vater Mario Schäfer, Mitglied der Grünen in Karben, ehrenamtlicher Stadtrat und bis 2016 Stadtverordneter, diskutiere sie gerne über Politik, erzählt Kim.

An der Kurt-Schumacher-Schule hat sie kürzlich Abitur gemacht. „Meine Hobbies sind Musik und Schreiben“, sagt sie. So habe sie an der Musikschule Bad Vilbel/Karben Flöte und Geige gelernt, „und vor allem die Flöte spiele ich heute noch gerne“. Besonders reizvoll finde sie, darauf Barockmusik zu spielen. Beim Schreiben habe sie das Genre des Poetry Slam für sich entdeckt. „Daran reizen mich die Möglichkeiten, die ich bei der Performance auf der Bühne habe“.

Zudem arbeitet sie seit rund drei Jahren als freie Mitarbeiterin für die FNP. Hierbei habe sie vor allem über Kulturelles und Konzerte berichtet, erzählt die junge Frau. Sie hat versprochen, die Leser auch aus Nepal auf dem Laufenden zu halten.

Für Nepal habe sie sich entschieden, weil sie der asiatische Raum interessiere. „USA oder Kanada wären mir zu nah dran an der hiesigen Kultur gewesen. Eigentlich wollte ich nach Vietnam und dort auf die Suche nach meinen Wurzeln gehen“, sagt Schäfer. Doch dort habe sie kein geeignetes Projekt gefunden.

In der vietnamesischen

Familie ihrer Mutter

habe sie erlebt, „dass die Gemeinschaft in Asien eine große Rolle spielt“, sagt Kim. Was sie nach ihrer Rückkehr – der Rückflug ist für den 16. September geplant – machen wird, weiß sie noch nicht genau. Sie habe sich für einen Studienplatz in Heidelberg in den Fächern Germanistik und Philosophie beworben. Journalismus und Sprachen interessierten sie, auch könne sie sich vorstellen, als Lehrerin tätig zu sein, sagt Schäfer.

Sie spricht englisch, französisch und vietnamesisch. „Wenn ich in Nepal ankomme, werde ich gleich einen Sprachkurs in der Amtssprache Nepali machen“. Danach fühle sie sich gut gewappnet für die Begegnungen mit den kleinen und großen Menschen dort, sagt sie.

„Aus all den Ländern, wo wir leben, nimmt jeder Andenkengeschichten mit, so dass es viel mehr Geschichten als Länder gibt. Und viel mehr Menschen als Geschichten. Unsere Heimat, das ist die ganze Welt, auch wenn das manchen sichtlich nicht so gefällt“, schreibt Kim Anh Schäfer in ihrem Poetry-Slam-Text „Heimat“.

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