KSS

Schüler wollen Gleichaltrige für Bücher begeistern

Lesen ist eine Kernkompetenz, Bücher öffnen Welten und fördern die Fantasie. Die Stiftung Lesen ist mit dieser Meinung nicht alleine und stellt sich vor allem die Frage, wie bei Kindern und Jugendlichen Begeisterung für das Lesen geweckt werden kann. Dafür sucht sich die Stiftung Unterstützung bei Jugendlichen und Kindern, die bereits bekennende Leseratten sind. So traten auch in der Karbener Kurt-Schumacher-Schule (KSS) gestern zehn Schüler ihre Ausbildung zum Lese-Scout an.

Wie begeistert man Kinder für Bücher? Diese Frage stellt sich die Stiftung Lesen bereits seit langem. Ein probates Mittel ist laut der Stiftung, gleichaltrige Kindern und Jugendlichen das Lesen empfehlen zu lassen. Die sogenannten Lese-Scouts sind Jugendliche, die bei ihren Altersgenossen die Lust am Lesen wecken sollen – geschult von der Stiftung Lesen.

„Zehn Anwärter werden heute deshalb den gesamten Vormittag mit einem Workshop verbringen, in dem sie lernen, wie sie andere Kinder spielerisch zum Lesen begeistern können“, erklärt die Deutschlehrerin Evi Kirchgässner in der geräumigen Bibliothek der Karbener Kurt-Schumacher-Schule. „Es sind allesamt Kinder aus den fünften bis siebten Klassen der Schule und gehören zudem der Bücherei-AG an“, sagt die Lehrerin.

Die Möglichkeit, ein Lese-Scout zu werden, bietet die Schule nicht nur den eigenen Schülern. Auch externe Personen hätten sich anmelden können, doch sei das nicht geschehen, bedauert die Lehrerin.

Den Workshop leitet Stefanie Salomon von der Stiftung. Sie ist zuständig für die Scouts in Rheinland-Pfalz und Hessen. Das Konzept sei sehr erfolgreich: „Es zeigt sich, dass Kinder andere Kinder sehr gut für das Thema Lesen und für Bücher begeistern können“, erklärt Salomon.

Verschiedene Spiele und Aktionen möchte sie den zehn Scout-Anwärtern an diesem Vormittag zeigen, die diese dann für ihre Arbeit verwenden können. „Das Handwerkszeug wollen wir den Jugendlichen mitgeben. Die Schule setzt die Scouts dann ein, wie es die eigenen Veranstaltungen zulassen.“ Die KSS richte beispielsweise regelmäßig einen Vorlesetag aus. „Lesen ist eine absolute Kernkompetenz“, findet die Expertin. „Zudem fördert das Lesen auch die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten und nicht zuletzt die Fantasie.“ Bücher zu lesen eröffne Welten, die niemandem verborgen bleiben sollten.

Natürlich hat Stefanie Salomon auch einen Überblick über aktuelle Entwicklungen: „Das Lesen in Büchern wird teilweise durch Tablets und E-Reader abgelöst. Dennoch erlebe ich immer, dass Kinder sagen, dass es ihnen wichtig sei, ein richtiges Buch in der Hand zu halten“, berichtet sie.

Julius (11) und Konstantin (10) wissen noch nicht ganz genau, was sie von dem Workshop erwarten können. „Aber die Idee, anderen Bücher näher zu bringen, finde ich gut“, meint Konstantin. „Da habe ich Spaß dran.“ Mit Büchern kennen die beiden Jungs sich gut aus: „Ich lese am liebsten Fantasy. Momentan lese ich ,Percy Jackson’“, erklärt Julius. Seinem Freund Konstantin geht es genauso. „Man lernt so viel durch Bücher“, fügt er hinzu. „Ich finde, Lesen macht Spaß und fördert die Fantasie.“

Die zukünftigen Lese-Scouts setzen sich zu Beginn des Workshops gemeinsam mit Seminarleiterin und Lehrerin Kirchgässner in einen Kreis. Jeder Schüler berichtet kurz von der aktuellen Lieblingslektüre und den eigenen literarischen Vorlieben.

Wie die zukünftigen Scouts lesen, möchte Salomon mit dem ersten Spiel erfahren: Sie liest verschiedene Aussagen vor, und wer zustimmt, kann vortreten. „Ich spiele lieber am Computer, als zu lesen“, sagt die Expertin. Sämtliche Scouts verneinen. Bücher seien spannender, finden sie.

Den Spaß an Büchern will Stefanie Salomon mit den weiteren Spielen wecken. In zwei Teams aufgeteilt dürfen die Schüler einen Büchertisch plündern und haben im Anschluss einige Aufgaben zu bewältigen. Schneller als das andere Team sollen die Autoren der ausgewählten Bücher nach dem Alphabet geordnet werden. Im späteren Verlauf klebt Salomon die Titel verschiedener Bücher ab, damit die Jugendlichen sich eigene Überschriften ausdenken können. „Und die sind oft sogar besser als das Original“, findet die Expertin.

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