Karbener Schule

Schumacher-Schule feiert doppelt

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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Nicht einmal, nein, gleich zweimal wird gefeiert: Die Kurt-Schumacher-Schule in Karben wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Nicht nur Schüler, Lehrer, Eltern sollen mitfeiern. Die Schulgemeinde will gleich der ganzen Stadt danken.

Schon dieses Bild zeigt, dass an der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) Großes bevorsteht. Der aktuelle Schulleiter Franz Wild, sein Vorgänger Hans-Jobst Krautheim und dessen Vorgänger Manfred Liebetrau in trauter Einigkeit. In ihren Händen halten sie die neuen Schul-T-Shirts, von Schülern extra für das ganz besondere Jahr entworfen.

Der Anlass: Die KSS wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Das will sie groß feiern, und zwar doppelt. Zum einen sollen Ehemalige am 18. Juli (Samstag) von 15.30 Uhr an zu einem Treffen zusammenkommen. „Schüler, aber auch ehemalige Lehrer können viele nette Gespräche führen“, kündigt Franz Wild an, der die Schule seit 2009 leitet.

Zum anderen soll im September gefeiert werden. Gut eine Woche nach dem „echten“ Geburtstag 11. September gibt es am 19. September (Samstag) erst einen Festakt im Bürgerzentrum für die Honoratioren. Schüler, Lehrer, Eltern, Ehemalige sollen danach ab 16 Uhr gemeinsam ein Schulfest feiern.

Dafür sind nicht nur Auftritte schuleigener Klangkörper vorgesehen, sondern auch „Show-Acts“, kündigt Schulleitungsmitglied Monika Lenniger an. Für ein Höhenfeuerwerk über der Schule sucht Rektor Wild noch einen Sponsor.

Mitfeiern sollen im September alle Einwohner Karbens. „Die Entwicklung der Schule ist massiv von der Gemeinde Karben und der Bevölkerung getragen worden“, erinnert Wild. Die Öffnung von Schulen, die heute gefordert werde, „gibt es hier schon seit den 80er-Jahren“.

Das kam damals nicht von ungefähr – und resultiert aus dem gemeinsamen Kampf von Schule, Eltern und Stadt für die Oberstufe. Viele Jahre lang verweigerte die Schulaufsicht deren Einführung, erinnert sich Manfred Liebetrau. „Unser Gymnasialzweig hatte nicht genug Schüler, weil wir keine Oberstufen hatten. Aber weil wir keine Oberstufe hatten, bekamen wir zu wenig Anmeldungen für den Gymnasialzweig“, erläutert der Schulleiter der Jahre 1980 bis 1999.

„Die Katze biss sich ständig selbst in den Schwanz.“ Das konkurrierende Angebot der Gymnasien in Friedberg, Bad Vilbel und Bad Nauheim „war erdrückend“, weiß Liebetrau. Doch die Eltern wurden zunehmend sauer über die langen Schulwege der Kinder. „Ich habe selbst noch an der Augustinerschule in Friedberg ganze Karbener Klassen unterrichtet“, erzählt Hans-Jobst Krautheim. Damals einfacher Lehrer, baute er von 2000 bis 2009 dann als Schulleiter die noch junge Oberstufe in Karben kräftig aus.

Damit das möglich wurde, habe „eine sehr aktive Elternschaft“ mitgezogen, sagt Manfred Liebetrau. Dabei sei die Schulform der KSS in der Bevölkerung damals nicht akzeptiert gewesen. Die kooperative Gesamtschule mit Haupt-, Real- und Gymnasialzweig unter einem Dach empfindet Manfred Liebetrau als „die ideale Schulform“: „Wir haben damit ein gegliedertes Schulsystem, das aber durchlässig ist.“

1997 besuchten die ersten Schüler die Oberstufe. In den nächsten Jahren wurde sie gar fast zu erfolgreich: „Mit Klassenstärken von 34, 35 Schülern herrschte drangvolle Enge“, sagt Hans-Jobst Krautheim. Vom Maximum mit 1500 Schülern ist die KSS inzwischen wieder herunter: Aktuell sind es 1300 Schüler und 110 Lehrer. So viele sollen es auch in den nächsten Jahren bleiben. „Das entspricht den Möglichkeiten der Infrastruktur“, sagt Franz Wild. Diese hat der Wetteraukreis in den vergangenen Jahren millionenschwer saniert. Zusätzlich hat die Stadt mit viel Geld den Bau von Aula (2004) und Mensa (2010) erst möglich gemacht.

Vor 50 Jahren war an so etwas nicht zu denken: Mit 375 Schülern startete die Mittelpunktschule und wurde kurz darauf nach dem verstorbenen SPD-Politiker Schumacher benannt. Die Grund- und Hauptschule wurde 1967 um einen Realschulzweig erweitert, 1980 zur Gesamtschule umgewandelt. 1973 wurde der Grundschulteil als Pestalozzischule selbstständig.

1975 bis 1985 folgten drei Erweiterungsbauten. An diese und viele weitere Etappen soll eine mindestens 160 Seiten fassende Festschrift erinnern. Diese soll bis Juli fertig sein. Die Schule bittet dringend noch um Beiträge in Form von Bilder, Erinnerungen und Anekdoten. Eine Ausstellung soll einen Überblick der Schulgeschichte geben.

Diese ist zugleich Teil der Geschichte der Stadt Karben, ergänzt Detlev Engel (SPD). Der Ehrenbürgermeister ist seit langem im Förderverein der Schule aktiv. „Der Zuzug in die Stadt hängt auch davon ab, wie gut die Schule ist.“

Dass sie gut ist, bestätigt Abiturient Marcel Kalif: das Lehr-Angebot, die technische Ausstattung, die Atmosphäre und der Schwung, den viele junge Lehrer und Referendare mitbrächten. „Das ist ein Ort, an dem man sich gerne aufhält“, findet der Vize-Oberstufensprecher. „Auch wenn es die Schule ist.“

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