Umbau in Karben

Stadt will endlich Ordnung am Bahnhof schaffen

Große kommunale Investitionen stehen in Kloppenheim an. Das größte Einzelprojekt soll Tausenden Pendlern jeden Tag dienen: Die Stadt will den Busbahnhof und die Parkplätze am Bahnhof Groß-Karben umbauen – beides liegt auf Kloppenheimer Gemarkung.

Zwei Millionen Euro will die Stadt Karben im nächsten Jahr in der Kloppenheimer Gemarkung investieren, rund ein Fünftel der Gesamtinvestitionen. Wird da nicht ein Stadtteil besonders bevorzugt? „Es ist immer schwierig, man kann es nie allen Recht machen. Aber ich denke, wir haben eine gute Balance gefunden“, ist Karbens Bürgermeister Guido Rahn (CDU) dennoch überzeugt.

Weshalb er so überzeugt ist: „Vieles was wir hier investieren ist, das sollte man nicht vergessen, für alle Karbener gedacht“, erläutert der Rathauschef. Damit meint er eines der größten Infrastrukturvorhaben der nächsten Zeit: den Umbau des Vorplatzes des Bahnhofs Groß-Karben und des großen Park + Ride-Parkplatzes. Das alles liegt nämlich auf Kloppenheimer Gemarkung.

„750 000 Euro werden wir hier in den kommenden drei Jahren in die Hand nehmen“, erläutert Rahn. „Davon werden wir einiges durch Zuschüsse zurückbekommen.“ Bis zu 75 Prozent der Kosten übernimmt das Land häufig bei Bauvorhaben für den öffentlichen Nahverkehr. Ein wenig niedriger dürfte die Förderquote wohl fürs „reiche“ Karben ausfallen.

Anrollen werden die Bagger dort im nächsten Jahr aber noch nicht. „Es geht erstmal um die konkrete Planung“, erläutert Rahn. Mit dieser wird ein Fachbüro beauftragt.

Klar ist aber, dass der Busbahnhof größer werden muss, weil schon heute Haltemöglichkeiten sowie Parkplätze für Busse fehlen, deren Fahrer Pause machen. Auch soll der neue Busbahnhof barrierefrei zugänglich sein – und ebenso die Busse. Dafür sollen hohe Bordsteine sorgen. Auch übersichtlicher und überdacht soll der Bahnhof nach dem Umbau sein.

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Busabfahrten beständig zugenommen: Verkehrten einst nur zwei Linien hier, fahren nun jede halbe Stunde drei Busse gleichzeitig ab. Eine weitere stündliche Abfahrt soll Mitte kommenden Jahres hinzukommen, wenn die Expressbus-Linie X 27 nach Nidderau verlängert wird.

In der jüngsten Sitzung des Kloppenheimer Ortsbeirats sehen viele Besucher den Umbau des Areals als dringend nötig an. „Den Zustand dort kann man bestenfalls als chaotisch beschreiben“, meint ein Gast. „Ab neun Uhr bekommt man keinen Parkplatz mehr.“

Dieses Problem soll jetzt in Angriff genommen werden: Rund 50 bis 60 neue Parkplätze werden entstehen, kündigt der Bürgermeister an. Dafür solle der Parkplatz nach Osten hin auf die Wiesenflächen in Richtung Gewerbegebiet erweitert werden. Zudem sollen hier noch Elektrotankstellen und weitere Boxen für Fahrräder aufgestellt werden.

Im Rathaus überlegt man zudem, ob in Zukunft nicht einige Parkplätze – möglicherweise rund 20 – dauerhaft an Pendler vermietet werden können. Das könne bei der Refinanzierung helfen. „Ich könnte mir gut vorstellen, einen Teil der Parkplätze an Pendler zu vermieten, um diesen einen Parkplatz zu garantieren“, erklärt Rahn. Ob diese Idee am Ende wirklich umgesetzt wird, sei aber noch offen.

Wie die Stadt den geschotterten Parkplatz auf der Kloppenheimer Seite des Bahnhofs umbaue, fragt ein weiterer Besucher nach. Das sei nicht geplant, räumt Rahn ein. Denn das Vorhaben werde recht teuer, während die Stadt die Fläche auch für eine mögliche zukünftige Erweiterung der angrenzenden Kita Glückskinder freihalten wolle.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, diesen Parkplatz besser nicht auszubauen, wie in der anschließenden Diskussion deutlich wird: Je attraktiver diese Stellflächen würden, desto mehr Verkehr rolle durch die Kloppenheimer Straßen dorthin. Deshalb gibt es am Ende Zustimmung, als Rahn ankündigt, in nächster Zeit den Parkplatz wenigstens neu schottern zu lassen. Der Bürgermeister kündigt an: „Das hält dann für ein paar Jahre.“

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