Jugendarbeit

Thomas Frühauf ist der neue Chef im Karbener Jukuz

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An dieses Gesicht muss sich der Nachwuchs in Karben gewöhnen: Thomas Frühauf (33) ist der neue Chef der städtischen Jugendarbeit und des Jugendkulturzentrums (Jukuz). Dort findet er zwar funktionierende Strukturen vor. Doch eingestellt hat ihn die Kommune für Veränderungen.

Licht an im Jugendraum neben dem Café Juca im Selzerbrunnenhof? Da muss Thomas Frühauf erstmal suchen. „Gibt’s hier irgendwo einen Schaltkasten?“, blickt er fragend in die Wandecken. Gut, dass gerade Philipp König hereinkommt, der im Groß-Karbener Jugendkulturzentrum (Jukuz) sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableistet. Zack, erleuchten die diversen Lampen im Jugendraum.

„Ich arbeite mich gerade ein“, sagt Frühauf. Seit zwei Wochen ist er der neue Chef hier im Hause: Er ist Leiter der städtischen Jugendarbeit, also des Jukuz, des Jugendclubs Groß-Karben und auch der Schulsozialarbeit an der Kurt-Schumacher-Schule (KSS). In der Position folgt er aufs Karbener Jugendarbeits-Urgestein Herbert Götz. Der war 2010 in Rente gegangen.

Götz’ Arbeit war in der Zwischenzeit aufgeteilt: Susanne Schubert, die inzwischen den Fachdienst Soziales leitet, erledigte die Büroarbeit. Die Sozialarbeiter im Jukuz kümmerten sich eigenverantwortlich um die praktische Jugendarbeit. Das habe sich nicht so bewährt wie erhofft, sagt Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Zum einen wurde es für Susanne Schubert zu viel, nicht zuletzt, nachdem 2015/16 noch die Organisation der Flüchtlingsbetreuung hinzukam.

Zum anderen lief es trotz des großen Engagements der Mitarbeiter im Jukuz selbst nicht so optimal, wie es Rahn gerne gesehen hätte. „Wir haben gemerkt, dass wir hier doch eine Leitung brauchen.“ Daher sei die Stelle von Sozialarbeiter Tobias Ludig nach dessen Weggang wieder als Leitungsstelle besetzt worden. „Gut, dass sich die Stadt dennoch für einen Sozialarbeiter entschieden hat“, findet Thomas Frühauf. So sei eine bessere inhaltliche Arbeit machbar als von einem reinen Verwaltungsmitarbeiter.

Vom Fach kommt der junge Mann auf jeden Fall: Geboren in Idar-Oberstein, war er schon dort in der Jugendpflege tätig. Er studierte Sozialarbeit auf Diplom, war in der Schulsozialarbeit in Wiesbaden tätig und baute in Herbrechtigen auf der Ostalb die dortige Jugendarbeit neu auf. Zuletzt war er fünf Jahre lang im Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Hanau tätig und begleitete dort Familien in Krisensituationen. Für seine eigene Familie ist Hanau inzwischen Lebensmittelpunkt: Dort wohnt er mit seinem Sohn (2) und seiner Frau, die in Lauterbach arbeitet.

Eine weitere Erfahrung hat Frühauf schon im Gepäck: Zweieinhalb Monate lang half er in einem Waisenhaus in Sambia ehrenamtlich. „Ich wollte sehen, wie Kinder unter andere Umständen leben.“

Mit all diesem Wissen ist der Neu-Hanauer in Karben natürlich hochwillkommen. „Hier ist die Jugendarbeit ja schon sehr erwachsen und verwurzelt“, hat Frühauf in den ersten Tagen mitbekommen. Klasse sei, dass das Angebot sehr geschätzt werde. Zugleich habe er den Eindruck, dass sich die Jugendarbeit „noch weiterentwickeln“ lasse. Da nickt der Bürgermeister: „Es wird hier Veränderungen geben, dafür haben wir ihn geholt.“

Wie das aussehen soll? „Wir wollen nichts übers Knie brechen“, beruhigt Guido Rahn. Ein Jahr soll der neue Jukuz-Chef Zeit bekommen, um alles kennenzulernen, zu analysieren und dann neue Ideen zu schmieden. Dabei sollten die insgesamt acht Mitarbeiter natürlich intensiv eingebunden werden.

Unter anderem denkt man im Rathaus schon länger darüber nach, den Jugendclub im Degenfeldschen Schloss in Groß-Karben enger mit der übrigen Jugendarbeit zu verzahnen. Auch sei es „schade“, dass die „tollen Räume“ im Jukuz so häufig leer stünden, findet Thomas Frühauf. Das Jugendcafé Juca sei nur freitags zwischen 15 und 22 Uhr richtig gut gefüllt. „Ich verstehe, dass die Stadt die Nutzung verbessern möchte“, sagt Frühauf.

Er wolle daher überlegen, wie sich die Schülerschaft besser erreichen lasse. Allerdings wolle er damit das Jukuz keinesfalls in Konkurrenz zu den Vereinen positionieren. „Im besten Fall können wir kooperieren“, hofft der Neue.

Noch eine große Aufgabe wartet auf Thomas Frühauf: Zum kommenden Schuljahr wird die Schulsozialarbeit von der KSS auf alle fünf Grundschulen ausgeweitet.

Zwar erhöht der Wetteraukreis dafür seine Zuschüsse, jedoch bei einem recht niedrigen Personalschlüssel. Das gleicht die Stadt aus, damit das Angebot an der KSS nicht reduziert werden muss. So steigt die Zahl der Mitarbeiter von ursprünglich zwei auf ab Sommer vier Kräfte. Zu einem Drittel bezahlt das die Stadt in Zukunft.

Die Mitarbeiter an der KSS hat Frühauf inzwischen kennen gelernt. Auch bei der 20 000 Euro teuren Sanierung der Kulturscheune nebenan ist er direkt dabei. Hier werden der Boden erneuert und die uralte Theke ausgetauscht. Auch erhebliche Spenden der Nutzer machen das möglich, unter anderem vom Verein Kulturscheune (KSK), der Kulturinitiative Kik und einem früheren Abitur-Jahrgang.

Mit FSJler Philipp König hat Thomas Frühauf das große, verwunschene Freigelände des Selzerbrunnenhofs erkundet. Davon ist er begeistert. „Das ist Chance und Bürde zugleich“, findet der neue Jukuz-Chef. Seine Augen leuchten. „Es bietet

100 001 Möglichkeiten

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