Für die Kita Auenland in Bad Vilbel ist die neue Gebührenfreiheit kein Problem. Mehr Anmeldungen gibt es deshalb auch nicht.
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Für die Kita Auenland in Bad Vilbel ist die neue Gebührenfreiheit kein Problem. Mehr Anmeldungen gibt es deshalb auch nicht.

Kitas

Trotz sechs Stunden kostenloser Betreuung gibt es kein Plus an Anmeldungen

Für Kinder ab drei Jahren ist der Kitabesuch in ganz Hessen seit drei Wochen kostenlos – zumindest für sechs Stunden am Tag. Die Sorge, dass nun mehr Eltern das Angebot des Landes nutzen und die Einrichtungen mit Anmeldungen fluten könnten, hat sich aber als unnötig erwiesen.

Vor gut drei Wochen ist der Beschluss des hessischen Parlaments aus dem vergangenen April in Kraft getreten: Für sechs Stunden in der Kita-Betreuung ihres Nachwuchses, zahlen die Eltern nichts. Land und Kommunen übernehmen die Kosten. Erst wenn das Kind darüber hinaus in der Kita bleibt, müssen auch Mama und Papa wieder zur Brieftasche greifen.

Eine Änderung, die Lob und Kritik hervorrief: Doch wie gehen die Kommunen nun damit um? Eltern, die ihr Kind zuvor bei einer Tagesmutter betreuen ließen oder sich selbst kümmerten, könnten ihre Kleinen nun schließlich kostenlos in Obhut geben.

Offenbar werden die Kommunen aber nicht mit neuen Anmeldungen überschüttet: „Eine Änderung im Anmeldeverhalten von Eltern ist nicht zu verzeichnen“, erklärt der Sprecher der Stadt Bad Vilbel, Yannick Schwander auf Anfrage. Man gehe davon aus, dass das auch nicht geschehn werde.

„Stellt man die Geburtenzahlen der letzten Jahre den Anmeldungen gegenüber, kann man feststellen, dass ein Großteil der Kinder bereits für einen Kitaplatz anmeldet werden.“ Die geringe Anzahl derer, die nicht der Quellenstadt in eine Kita ginge, sei oftmals in Betriebskindergärten oder in der Nähe des Arbeitsplatzes der Eltern untergebracht.

„Wir sind uns aber bewusst, dass Bad Vilbel eine wachsende Stadt ist und in die geplanten Neubaugebiete vor allem junge Familien ziehen“, so Schwander. „Daher haben wir mit den Planungen für zwei Kitas im Quellenpark sowie eine Kita auf dem Heilsberg bereits die Weichen für die mittel- bis langfristige Zukunft gestellt.“

Bald sei außerdem geplant, dass sich junge Eltern über eine Internetanwendung für einen Kita-Platz anmelden können. Die Arbeiten an dem Online-Portal laufen. „Hier sollen auch die freien und konfessionellen Träger mit angebunden werden. Wir rechnen im Frühjahr 2019 mit der Fertigstellung“, sagt Schwander, betont jedoch, dass dieses Projekt bereits vor der Gebührenfreistellung auf den Weg gebracht worden sei.

Auch in Karben ist die Umstellung auf die kostenfreien Kitas nicht zu spüren. Viele Eltern hätten ihre Kinder zuvor nicht die vollen sechs Stunden in der Kita gelassen, sondern kürzere Module gewählt, erklärt Fachbereichsleiterin Heike Herrmann. „Wir haben im Zuge der Umstellung nun aber alle Eltern auf das Sechs-Stunden-Modul umgelegt. Egal ob es genutzt wird, oder nicht“, erläutert sie. Von 6.45 Uhr bis 12.45 dauere die Betreuungszeit. Das sei früher als zuvor, das liege aber daran, dass sich mehr Eltern den Frühdienst gewünscht hätten. „Aber es ist nicht so, dass wir wegen der Umstellung auf die kostenfreien sechs Stunden besonders viel Aufwand hätten“, sagt die Fachbereichsleiterin. Im Main-Kinzig-Kreis ist das ähnlich. Inga Abosdol sagt: „Die Umstellung haben wir nicht gemerkt.“

Der Beschluss des schwarz-grünen hessischen Parlaments war unter anderem von der Opposition kritisiert worden, da das Geld, welches die kostenlosen Kita-Stunden ermöglicht, zum großen Teil aus dem kommunalen Finanzausgleich stammt und so möglicherweise an anderer Stelle fehlt.

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