Auf dem Weg in den Bauch der Kloppenheimer Windkraftanlagen: die SPD Dortelweil mit dem Bürgermeisterkandidaten Rainer Fich (Fünfter von links). Die Anlagen wurden 2003 und 2008 in Betrieb genommen. Sie sind theoretisch in der Lage, ganz Kloppenheim mit Strom zu versorgen.
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Auf dem Weg in den Bauch der Kloppenheimer Windkraftanlagen: die SPD Dortelweil mit dem Bürgermeisterkandidaten Rainer Fich (Fünfter von links). Die Anlagen wurden 2003 und 2008 in Betrieb genommen. Sie sind theoretisch in der Lage, ganz Kloppenheim mit Strom zu versorgen.

Erneuerbare Energien

SPD Bad Vilbel im Bauch der Wind-Türme

Auf Einladung des Vorstands der SPD Dortelweil haben nun elf interessierte Bürger den Windenergiepark Kloppenheim besichtigt. Unter der Teilnehmern die Vorsitzende der SPD Dortelweil, Silke Heinemann, und der Bad Vilbeler SPD-Bürgermeisterkandidat Rainer Fich.

„Es war mein erster Besuch von Windkraftanlagen, wir standen sogar im sogenannten Bauch der Anlage“, sagt Rainer Fich und zeigt sich sehr beeindruckt von der Höhe und dem Umfang der Anlagen in Kloppenheim. Im Bauch findet man neben viel Technik eine Leiter, die bis zur Gondel in luftiger Höhe führt, ebenso einen Aufzug, der von zwei Personen gleichzeitig genutzt werden kann. Der Innendurchmesser beträgt etwa drei Meter.

In Kloppenheim finden sich die Windkraftanlagen, die man als Dortelweiler Bürger vor der Haustür habe. Deshalb kam es zu dieser Initiative der Dortelweiler Sozialdemokraten. Rainer Fich will mit dem Besuch auch deutlich machen, wie positiv er und die SPD der Energiewende und deren Chancen für die Region gegenüberstünden. „Energie aus heimischen Quellen macht uns unabhängig von teuren und unsicheren Energieimporten“, argumentiert Fich.

In privater Hand

In Kloppenheim stehen vier Anlagen, zwei wurden im Jahr 2003 in Betrieb genommen. Die größeren beiden Anlagen gingen im Jahr 2008 ans Netz. Geführt wurde die Besuchergruppe vom Miteigentümer Alfons Bachmann aus Kloppenheim. Überhaupt sei der Kloppenheimer Windpark einer der wenigen, der in privater Hand ist, so Bachmann.

Die beiden neueren Anlagen in Kloppenheim erreichen eine Höhe von 150 Metern. Die Rotoren haben einen Durchmesser von 130 Metern. Beim Aufbau der jüngeren Anlagen habe man ein Fundament mit einem Durchmesser von 16 Metern legen müssen. Darunter befinden sich 2,50 Meter Beton, darunter noch einmal 2,50 Meter Schotter. Das Gelände um eine Anlage wird weitläufig frei gehalten, damit bei Problemen eine Reparatur mit großen Kränen möglich ist.

Im Jahre 2008 habe eine Anlage etwa 2,8 Millionen Euro gekostet, die heute modernen, bis zu 200 Meter hohen Anlagen kosteten bis zu fünf Millionen Euro. Interessant sei auch, dass die Anlagen nach spätestens 30 Jahren zurückgebaut werden müssen.

Ovag kann drosseln

Der durch die Anlagen erzeugte Strom wird in das Netz eingespeist, die Ovag in Friedberg muss den Strom abnehmen, da es einen gesetzlich festgeschriebenen Vorrang für erneuerbare Energien gibt. Allerdings bestimmt die Ovag auch die Einstellung der Anlage, es ist vorgeschrieben, dass die Anlagen drosselbar sind.

Die Vergütung für den Strom ist bundeseinheitlich gleich. Rein rechnerisch könne man wohl den kompletten Strombedarf von Kloppenheim decken, schilderte Bachmann. Um heute eine Windkraftanlage zu bauen, muss die Regionalplanung einen Standort in ein Vorranggebiet eingetragen haben. Das ist in Bad Vilbel nicht der Fall. Der Standort Kloppenheim befindet sich bezüglich der Windverhältnisse an der untersten Grenze, um in dieser Hinsicht im Vorranggebiet ausgewiesen zu werden.

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