Moritz Bierbaum präsentiert sich bei der bekannten Castingshow "Deutschland sucht den Superstar". Ob er dabei Erfolg hatte, wird heute Abend ein Millionen-Publikum bei RTL erfahren.

Deutschland sucht den Superstar

Wir haben einen Karbener DSDS-Kandidaten gefragt, warum es unbedingt diese Castingshow sein musste

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Lange hat Moritz Bierbaum aus Rendel auf diesen Augenblick gewartet: Heute Abend um 20.15 Uhr wird er vor einem Millionen- Publikum im Fernsehen zu sehen sein als Kandidat in der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Als der kleine Prinz im gleichnamigen Musical tourt er längst erfolgreich durch ganz Deutschland, im Gespräch mit Redakteur Dominik Rinkart stellt sich daher zunächst eine drängende Frage.

Warum ausgerechnet DSDS?

MORITZ BIERBAUM: Ich war immer gegen Castingshows, weil man im Fernsehen nicht weiß, wie man dargestellt wird und ich immer Wert darauf lege, nicht verfälscht zu werden. Aber ich bin auch offen für neue Projekte und dachte mir: Warum nicht?

Als Musical-Darsteller bist du Castings gewohnt. Was war für dich neu bei DSDS?

BIERBAUM: Das Neue war die Fernseh-Produktion, das habe ich noch nie gemacht. Die ganze Zeit gefilmt zu werden und Interviews geben zu müssen, war eine spannende und neue Erfahrung.

DSDS kam auf den Karbener Moritz Bierbaum zu

Und deine Angst, schlecht dargestellt zu werden, konntest du dabei abstellen?

BIERBAUM: Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich sage: Ich bin wie ich bin, und ich stehe zu mir. Selbst wenn ich im Fernsehen falsch dargestellt werden sollte, wissen die Menschen, die mich kennen, wer ich bin – und das ist, was zählt. Außerdem ist DSDS auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich Lust hätte, teilzunehmen. Dann habe ich mit Familie und Freunden gesprochen, abgewogen und entschieden, dass ich genug Erfahrung habe und mir das zutraue.

Mit welchem Ziel bist du dann beim DSDS-Casting angetreten?

BIERBAUM: Ich möchte meinen Bekanntheitsgrad steigern, das ist der Grund, warum ich mitgemacht habe. Ich will zeigen, dass meine Stimme an sich meine Stärke ist und nicht nur der Musical-Bereich.

Nun hast du längst bewiesen, dass deine Stimme sehr gut ist, aber geht es bei DSDS wirklich darum was du kannst oder viel eher darum, was die Jury sucht?

BIERBAUM: Natürlich. Gerade bei einer TV-Show geht es nicht nur um den Gesang, sondern auch um deine Persönlichkeit und deine Geschichte. Aber man bekommt auch die Gelegenheit, seine Stimme zu zeigen. Und darum ging es mir.

Das klingt sehr abgezockt und routiniert. Hast du auch andere Kandidaten erlebt, die nervöser an die Sache ran gingen?

BIERBAUM: Es gab tatsächlich Leute, die wegen des Castings Probleme mit ihrem Arbeitgeber bekommen haben. Das ist ein sehr hohes Risiko, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Der DSDS-Kandidat aus Karben hat keinen Plan B

Gibt es für dich einen Plan B zur Karriere als Sänger?

Der Mantel des kleinen Prinzen ist längst Moritz Bierbaums Markenzeichen geworden.

BIERBAUM: Nein, für mich gibt es keinen Plan B. Ich möchte als Musiker arbeiten! Das ist, was ich liebe und kann. DSDS ist da allerdings nur ein weiteres Casting und eine neue Erfahrung.

Musical-Sänger waren bei DSDS bisher eher selten zu sehen. Hast du dir damit eine Chance ausgerechnet oder wolltest du bewusst deine andere Seite, deine Pop-Seite, zeigen?

BIERBAUM: Ich wollte vor allem meine Pop-Seite zeigen, aber weil ich nunmal den kleinen Prinzen spiele, wurde ich gebeten, in meinem Kostüm zu kommen. Für das Vorsingen habe ich den Mantel dann aber ausgezogen.

Wie viel warst du bereit, RTL entgegenzukommen und von dir preiszugeben?

BIERBAUM: Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich an DSDS teilnehme, um zu zeigen, was ich neben dem Musical mache.

Den Mantel hast du aber dennoch angezogen?

BIERBAUM: Das war auch okay für mich, aber ich hätte mich nicht wohlgefühlt, im Mantel ein Lied zu singen, das nicht zum Musical gehört.

Und wie viel hättest du persönlich von dir preisgegeben?

BIERBAUM: Eine Grenze wäre für mich gewesen, wenn es zu persönlich geworden wäre. Manche Dinge gehören einfach nicht ins Fernsehen. Aber alle dort waren sehr freundlich und interessiert. Diese Grenze wurde nicht ausgereizt.

Wenn DSDS nur eines von vielen Castings war, hattest du je den Traum, die Show zu gewinnen?

BIERBAUM: Nein, mein Ziel ist nicht, die Show zu gewinnen, es ist nur eine Erfahrung, die ich machen möchte. Mir ist nicht so wichtig, wie weit ich komme. Ich habe da keine Träumereien.

Allein der DSDS-Trailer hat Moritz Bierbaum aus Karben bereits viel Aufmerksamkeit gebracht

Hat es sich denn unterm Strich für dich gelohnt, dabei gewesen zu sein?

BIERBAUM: Es ist interessant, das alles mitzuerleben. Vor dem Fernseher sieht man ja nicht, was im Hintergrund alles passiert. Es war spannend, live zu erleben, wie so eine Show entsteht. Viele haben auch den Trailer gesehen, in dem ich zu sehen war, das hat mir schon viel Aufmerksamkeit gebracht. Aber das war etwas Einmaliges, noch mal werde ich nicht bei einer Castingshow im TV mitmachen?

Das klingt unzufrieden?

BIERBAUM: Nein, gar nicht. Es war schön, aber auch enorm anstrengend. Bei Musical-Auditions muss man auch Stunden warten, doch bei DSDS sitzt man noch deutlich länger im Wartebereich und muss immer damit rechnen, ein Interview geben zu müssen. Dabei kann man sich natürlich nicht entspannen. Dadurch hatte ich beim Casting nicht mehr die Energie, die ich vorher hatte.

Und zur Ausstrahlung gibt es dann ein großes Public Viewing mit Familie und Freunden?

BIERBAUM: Ich werde beim meinem Auftritt im TV vermutlich selbst gerade als der kleine Prinz auf der Bühne stehen. Aber meine Kollegen haben schon gesagt, dass wir uns DSDS dann nach unserer Musical-Show in der Wiederholung ansehen werden. Das wird sicher witzig.

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