Burg-Gräfenrode

SPD will verhindern, dass ein privater Investor die Oberburg kauft

Die nächste Runde der Stadtverordnetenversammlung dürfte spannend werden. Denn die oppositionelle SPD wird einen Antrag einbringen, in dem sie die Stadt Karben auffordert, die Oberburg in Burg-Gräfenrode zu kaufen. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) lehnt einen Kauf ab

Die nächste Runde der Stadtverordnetenversammlung dürfte spannend werden. Denn die oppositionelle SPD wird einen Antrag einbringen, in dem sie die Stadt Karben auffordert, die Oberburg in Burg-Gräfenrode zu kaufen. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) lehnt einen Kauf ab

Die Meinungen sind zu diesem Thema seit jeher geteilt. Während die Evangelische Kirche Hessen-Nassau, das Dekanat Wetterau und Teile des Kirchenvorstandes die sanierungsbedürftige Burg samt des umliegenden 6700 Quadratmeter großen Geländes am liebsten an einen privaten Investor verkaufen würden, gibt es auch Gegner dieser Idee. Zu ihnen gehört Ortsvorsteher Karlfred Heidelbach (CDU).

Nun erhält er also parlamentarische Schützenhilfe – ausgerechnet von der SPD. Wie deren Fraktionsvorsitzender Thomas Görlich jüngst auf der Mitgliederversammlung ankündigte, werde man einen Antrag formulieren. Tenor: "Die Stadt soll die Burg kaufen". Das Ansinnen passt zur generellen Haltung der Karbener Sozialdemokraten: Sie möchte weniger Flächen und Gebäude an Investoren veräußern.

Wie Görlich gegenüber dieser Zeitung sagt, bestehe immer die Gefahr, "dass das Objekt in 30 Jahren weg ist". Zwar könne der Käufer anfangs zusagen, dass er das Grundstück für die Burg-Gräfenröder zugänglich mache.

"Aber was passiert, wenn der von der Stadt geplante Spielplatz zu laut wird?" Dann könnte doch ein Zaun ums Gelände gezogen werden. Außerdem argumentiert die SPD, dass die 1429 erbaute und zwischen 1550 und 1565 erweiterte Oberburg "ein Kulturgut ist, das für den ganzen Ort Bedeutung hat". Einst war es Sitz der Familie von Carben.

Nach Angaben der Gegner des Verkaufs haben Burg und Grundstück einen Gesamtwert von rund 1,5 Millionen Euro. Rund 300 000 Euro sind im Gespräch als Preis, den die Stadt zahlen will für den Kauf der Freifläche, auf der sie einen öffentlichen Kinderspielplatz errichten will. Genauso hoch werden die Sanierungskosten für die Erneuerung der Elektroanlage der Burg geschätzt.

Dass die Stadt als Käuferin auftritt, diesem Vorstoß hatte Bürgermeister Rahn bereits bei der letzten Gemeindeversammlung eine klare Absage erteilt. Die Stadt wolle zwar das Gelände weiter der Öffentlichkeit zugänglich machen, aber "Roggau" bevorzugen wolle man keinesfalls. Denn mit einem neuem Feuerwehrhaus und einer Trauerhalle würden in den nächsten Jahren bereits über drei Millionen Euro in Burg-Gräfenrode investiert.

Der SPD geht es indes auch um Grundsätzliches, wie in der Versammlung deutlich wurde. In Karben werde viel gebaut, "allerdings weitgehend Investoren gesteuert", sagte Görlich. Ein typisches Beispiel sei das Neubaugebiet Taunusbrunnen. Hier habe die Stadt durch Weiterverkauf "ihren Einfluss verloren". Genauso befürchte man es bei der Oberburg.

Selbst wenn ein Käufer zusichere, das Gelände bleibe zugänglich, heiße das noch nicht, dass es bei einem Weiterverkauf so bleibe. "Deshalb werden wir dafür kämpfen, dass die historische Oberburg in städtische Hand kommt. Herr von Leonhardi kann Räume anmieten", sagte Görlich.

Von Leonhardi war von der Kirche als interessierter Käufer vorgestellt worden. Mittlerweile gibt es noch mehr Interessenten. Die Burg soll laut Landeskirche demnächst auf dem Onlineportal Immoscout öffentlich angeboten werden.

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