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Die Band Radio Havanna ist in Karben bekannt. Die Berlinerer Musiker legen Wert auf den Spaßfaktor.

Winter-Festival

Das Karben Open Air rockt auch indoor

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In Anlehnung an die erfolgreichen Open-Air-Veranstaltungen im August mit 36 Bands auf der Wiese des Jugend-und Kulturzentrums (JuKuZ) und rund 1500 Besuchern, legte der Verein Kulturscheune Karben vor vier Jahren erstmals die Winter-Edition auf. Zur Neuauflage mit vier Bands, zwei Singer-Songwriter und 150 Besuchern präsentierte sich Kultur ohne Kommerz, aber in hoher Qualität und professionell organisiert.

Die Zeit zwischen den Open-Air-Festivals dauerte den 20 Aktiven des Kulturvereins zu lange. Die tolle Location im JuKuZ und der Scheune wollten sie auch im Winter nutzen, um einige Bands vorzustellen. "Deshalb legten wir die Winter-Edition auf, die aber kein Pendant zu einer Faschingsveranstaltung ist. Das ist Zufall", sagte Anika Heimann, vom Vorstand des Vereins. Denn eigentlich findet die Veranstaltung im März statt.

Dieses Mal engagierte der Verein die Bands The toten Crackhuren im Kofferraum, Killerpilze, Radio Havanna und Lady Moustache für die Präsentation auf der Scheunenbühne. Die Singer und Songwriter Domi Bade und Eddy Zinn spielten in der Umbauphase. Das Publikum, von 16 bis über 50 Jahre, musste so zu keinem Zeitpunkt auf gute Musik verzichten. Ein Food-Truck und ein Merchandise-Stand ergänzten das Programm. Der Erlös der Winter-Edition fließt laut Heimann in die Organisation des Vereinsprogramms. Die Aktiven stemmen etwa zehn Veranstaltungen pro Jahr.

Gegen Neonazis

Im Mai wird eine Dire Straits Coverband erwartet, im November geht die Irish Night mit Guiness und Kilkenny an den Start und die Jazz Night im Januar findet seit fünf Jahren in Folge statt. In Kooperation mit anderen ehrenamtlichen Vereinen zeigt der Verein Kulturscheune Karben auch Flagge gegen Neonazis. Ein Problem, das in der Musikszene nicht unbekannt ist. So wurden die Konzerte der 1982 gegründeten Toten Hosen von rechten Schlägern angegriffen. Gemeinsam mit dem Publikum setzten sich die Musiker zur Wehr und sind heute eine der bekanntesten deutschen Bands.

Lady Moustache gibt es erst seit 2015 in der jetzigen Formation. Die Bandmitglieder haben sich der reduzierten Rockmusik verschrieben. Reduziert auf den Groove und der Stimme im Fokus. "Wir wollen keine Wall of Sound schaffen", sagte Gitarrist Steffen Wolf. In der klassischen Rockbesetzung bot die Band ihrem Publikum einige der Songs aus ihrem Album "Augmented Me". "Das Festival ist mit viel Leidenschaft und Herz organisiert. Wir wollen der Kulturlandschaft was bieten, als Alternative zum Kommerz", sagte Wolf.

Ivonne Kunkel aus Klein-Karben ist Karben Open-Air-Fan. "Ich freue mich auf die Killerpilze und The toten Crackhuren im Kofferraum", sagte sie. Die Killerpilze waren 2005 in den Charts. Die vier Sängerinnen mit Frontfrau Mulu bieten ihrem Publikum auf vielen Festivals Trap-Punk. Die Berliner Band Radio Havanna spielte bereits zwei Mal beim Open-Air-Konzert in Karben. "Die Party-Rock-Band legt Wert auf den Spaßfaktor", sagte Heimann.

Künstler kennenlernen

Auch Eddy Zinn fühlt sich in Karben wohl. "Ich mache moderne Musik, schreibe meine Songs selbst", sagte er und lobte die Veranstaltung. Laut Zinn hat diese Festival viel Qualität. Zinn freut sich, Künstler kennenzulernen und Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen. Besucherin Ute Engelken aus Klein-Karben gefällt die Atmosphäre im kleinen Rahmen: "Die Bands sind immer gut ausgewählt, die Musik gut ausgesteuert und alles ist sehr professionell gemacht.

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