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Freuen sich auf die Eröffnung ihrer Kletterhalle: Die Inhaber Christopher Conzelmann, David Kossak und Thorsten Held.

Auf Bäume kraxeln war gestern

So sieht es in der neuen Kletterhalle an der B3 bei Karben aus

Nächste Woche öffnet die neue Freizeitkletterhalle erstmals ihre Tore. Vorab gab’s gestern eine kleine Führung für die Presse, Details zu Preisen und Öffnungszeiten sowie ein Versprechen: Spaß haben kann man hier auch mit Höhenangst. 

Karben - Noch liegt der Geruch frischer Farbe in der Luft, im Flur stapeln sich Holzlatten und die einzigen, mit Helm auf dem Kopf, sind die Bauarbeiter. Schon sehr bald dürfte das Bild, das sich für die Besucher im von außen so unscheinbaren grauen Gebäudeblock im Gewerbegebiet zwischen Okarben und Groß-Karben zeigt, aber ein gänzlich anderes sein. 

Am kommenden Samstag eröffnet dort die den Inhaber zufolge größte Spaß- und Freizeitkletterhalle Europas. Dann sollen sich jung und alt freudestrahlend die zehn Meter hohen, virtuos gestalteten Wände und Türme hinauf hangeln, juchzend die Riesenrutsche hinabsausen oder einfach entspannt dem bunten Treiben zuschauen. 

Viele Karbener sind neugierig auf die neue, mutmaßliche Attraktion in ihrer Stadt. "Es kommen immer wieder Leute rein, die schon jetzt klettern wollen", erzählt Mitgeschäftsführer Thorsten Held gestern bei einer kleinen Tour durch die Räume. Eineinhalb Wochen vor der Eröffnung sei man aber natürlich noch nicht ganz fertig – auch wenn fürs Klettern im Grunde alles bereit ist, war doch am Montag der TÜV zur Kontrolle da. 

Bis zu 70 000 Besucher im Jahr

Mit zwischen 60 000 und 70 000 Besuchern im Jahr rechnet Helds Firma Erlebnisreich, die eine zweite, etwas kleinere Kletterhalle in Mainz betreibt. Diese teilt sich den Namen mit ihrer Karbener Schwester: "Clip n’ Climb". Um ein Franchise handelt es sich nach Angaben der Macher aber nicht. Vielmehr entspringt der Titel dem Konzept der Freizeitstätte. 

Die Kletterer sichern sich mit einer Vorrichtung nach Schlüssel-und Schloss-Prinzip eigenständig ab. Wer sich fallen lässt, wird am Seil sachte mit zwei Metern pro Sekunde herabgelassen. Haken und Öse lassen sich nur am Böden überhaupt öffnen. Locken soll das unkomplizierte Klettern vor allem Neugierige und Freizeitsportler. Auf ernsthaften Klettersport ist die Karbener Halle explizit nicht ausgerichtet – und das sieht man ihr auch an. Verspielt sind die 50 vertikalen Parcours, die "Big Cheese", "Detonator" und "Amazing" heißen, und an moderne Kunst oder überdimensionale Legosteine erinnern. Sie haben Griffe, Löcher, Haken und Drehplatten, überall blinkt und leuchtet es. Es gibt eine Wand mit Stoppuhr, an der man gegeneinander antritt, Balancierstangen mit Seilen und einen Sprungturm, von dem aus man an einen Boxsack hechten muss. 

Was aussieht wie moderne Kunst, sind tatsächlich Klettertürme.

Die Kletterlemente kommen von einer französischen Firma, die sie nach neuseeländischem Vorbild konstruiert. Dort wurde das Einklinken-und-klettern-Konzept laut Held erfunden. Für Karben hat er demnach den gesamten Katalog der Franzosen eingekauft. "Wir werden oft gefragt, ob die 90 Minuten, auf die unsere Kletterzeit beschränkt ist, tatsächlich genug sind", sagt Held. "Die Erfahrung zeigt: Den meisten reicht das total." Schließlich sei der ganze Körper gefordert. 

Verschiedene Schwierigkeitsstufen

Spaß haben sollen dennoch alle: Jeder Parcour hat verschiedene Schwierigkeitsstufen. 80 Kletterer dürfen zeitgleich in der Halle unterwegs sein. Immer drei bis vier klettererprobte Mitarbeiter sind zur Absicherung und Unterstützung da. Die ganze Familie soll mitmachen können. 

Und wenn Mama oder Papa sich in Bodennähe wohler fühlen, bleibt ihnen immer noch das Restaurant im ersten Stock, von dem aus man das Geschehen gut im Blick hat. "Höhenangst ist bei uns jedenfalls keine Ausrede", befindet Christopher Konzelmann lachend, der mit Held und David Kossak das Trio hinter Erlebnisreich bildet. Zehn feste Mitarbeiter haben sie für alle Aufgaben in Karben eingestellt, hinzu kommen weitere zwanzig Aushilfskräfte. 

Für 90 Minuten Klettern inklusive 30 Minuten Sicherheitseinweisung zahlen Erwachsene 16 und Kinder 13 Euro. Es gibt verschiedene Gruppenangebote, beispielsweise für Kindergeburtstage und Junggesellenabschiede. Geöffnet hat "Clip n’ Climb" mittwochs bis Freitags von 13. 45 bis 20 Uhr sowie in den Ferien, an Feier- und Brückentage und am Wochenende jeweils von 9.15 bis 20 Uhr. Montag und Dienstag ist Ruhetag. 

Einen Tipp haben die Chefs zum Abschluss der Tour: Vorab reservieren. Das ist zwar formell nicht nötig, spart aber womöglich Frust. Die ersten Anmeldungen für nächsten Samstag sind nämlich schon eingetrudelt.

Alexander Gottschalk 

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