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Abenteuer Landesgartenschau beginnt

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Von: Holger Pegelow

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Cynthia Nebel hat ihre Pläne für den Schaugarten für die Landesgartenschau in Fulda so visualisiert. Das Schaubild zeigt den Garten, wie er sich ab Ende April den Besucherinnen und Besuchern präsentieren soll. © Red

Während andere noch Urlaub machen, beginnt für Cedric und Cynthia Nebel die Umsetzung eines für sie wichtigen Projektes. Denn Mutter und Sohn gestalten dieses Jahr auf der Landesgartenschau in Fulda einen der Schaugärten. Die Pläne sind genehmigt, jetzt geht es an die konkrete Umsetzung.

D as Gelände im sogenannten Kulturgarten in Fulda ist bereits grob abgesteckt. Am Donnerstag und Freitag ist es nun darum gegangen, das Ganze konkreter zu fassen. Cedric Nebel ist in die Stadt der diesjährigen Landesgartenschau gereist, um die baulichen Vorbereitungen für den Schaugarten aus Karben umzusetzen. »Er misst alles ein, schaut darauf, ob die Linien passen, markiert die Flächen und kann dann Zaun und Pfosten setzen«, beschreibt Cynthia Nebel, was ihr Sohn dort derzeit macht. Denn Cynthia Nebel hat den Zuschlag für einen der Schaugärten erhalten (diese Zeitung berichtete). Die Pläne dazu hatte sie im September fertig, im Oktober hat sie das Okay der Gartenschauleitung bekommen. Sie betont nochmals, wie gut es gewesen sei, dass sie nur ganz wenige Vorgaben erhalten hatte, wie etwa, dass ihr Garten insektenfreundlich sein muss. »Ansonsten war ich völlig frei in der Gestaltung«, sagt die 52-Jährige aus Burg-Gräfenrode.

»Wir werden zeigen, dass man auf einer kleinen Fläche einiges machen kann«, betont sie. Neun mal neun Meter misst ihr Schaugarten. »Das sind eigentlich ganz normale Gartengrößen, wie man sie überwiegend findet.« Was man schon bei einem Blick auf ihre Pläne vergeblich sucht, ist Rasen. »Darauf habe ich nach dem Dürrejahr 2022 bewusst verzichtet.«

Am Eingang Terrasse mit Sitzgruppe

Stattdessen hat sie ein Konzept mit Sitzgruppe, Hochbeet, Wegen und Beeten entwickelt, »wobei wir auch in die Höhe gegangen sind«. Aber von vorne: Gleich rechts vom Eingang zu dem Garten befindet sich eine Terrasse mit Sitzgruppe. Man läuft dann weiter unter einem zwei Meter hohen Holzgerüst durch, das sozusagen optisch die Teilbereiche voneinander trennt. Rechts wird es eine Sitzbank geben, in der Mitte einen Hausbaum, darunter Stauden. Am oberen Ende des Gartens treffen die Besucherinnen und Besucher auf das Hochbeet. Das soll sich aus Holzblöcken zusammensetzen, ähnlich wie Legosteine. Danach kann man mitten durch Beete auf dem Weg zum nächsten Bereich wandern. »Wenn man zwischen Blumenbeeten hindurchläuft, nimmt man die Blüten und den Duft ganz anders wahr.« Und ebenso die umherfliegenden Insekten.

Der zweite große Sitzbereich wird in dem Plan als »Lounge« bezeichnet, mit Sichtschutz zum Nachbarn hin. Von dort aus kann man auf drei Säulenbäume sowie weitere Beete schauen. Die Unterpflanzung solle »wiesenartig« sein. Ähnlich wie an vielen Stellen in der Stadt Karben sollen die Besucher auch in Fulda viele Gräser finden können, daneben Pflanzen, »die das Tanzende der Gräser übernehmen können«. In dem Schaugarten werde es immer andere Sichtachsen geben, sodass die Besucher an verschiedenen Stellen den Garten anders wahrnehmen können.

INFO: Aufträge von der Stadt und Privatleuten

Die Einrichtungs- und Gartengestalterin Cynthia Nebel wird seitens der Stadt häufiger angefragt, wenn es darum geht, das Stadtbild aufzuhübschen oder in einem Neubaugebiet Freiflächen zu bepflanzen. 2022 war sie mit der Rampe am Baugebiet »Kalkofen« beschäftigt und hat einen Plan erarbeitet, wie die riesigen Flächen optisch abgemildert werden könnten. Neben öffentlichen Aufträgen wird sie vielfach von Privatleuten zurate gezogen, wenn es um die Neuanlage oder Umgestaltung von deren Gärten geht. Ihr Sohn Cedric kümmert sich viel um die baulichen Anlagen der Gärten sowie um deren Pflege. pe

Insektenfreundliche Bepflanzung

Nun also geht es zunächst um die bauliche Umsetzung des Projektes. Die Anlage der verschiedenen Bereiche und der Wege sowie der Bau der Sitzgruppen soll voraussichtlich Ende Januar abgeschlossen sein. Cedric Nebel wird täglich mit zwei Mitarbeiterinnen vor Ort sein. Die Pflanzen und Gräser hat Cynthia Nebel längst geordert und bei sich zu Hause in unzählige Töpfe gebracht. Im Frühjahr werden diese Töpfe dann in den Schaugarten eingesetzt. Sie habe »jede Menge Material«. Habe dabei auf solche Pflanzen zurückgegriffen, »die den letzten Sommer gut überstanden haben.«

Übrigens wird der Schaugarten aus Karben nur einmal bepflanzt, die Pflanzen werden also nicht ständig erneuert. Denn auch das gehört zum Konzept: »Die Leute sollen sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln.«

Die Einrichtungs- und Gartengestalterin ist sich sicher, dass ihr Konzept viele Privatleute ansprechen wird. Das Ganze sei so konzipiert, »dass sich ein Durchschnittsverdiener das leisten kann«. Zudem trage sie mit ihrem Konzept dem zunehmenden Trend nach Insektenfreundlichkeit Rechnung. »Gerade meine Privatkunden fragen häufig nach Pflanzen, die für Bienen und andere Insekten wertvoll sind.«

Am Donnerstag, 27. April, soll die Landesgartenschau in Fulda offiziell eröffnet werden. Der Besuch - auch des Schaugartens von Cynthia Nebel - soll dann bis zum 8. Oktober möglich sein.

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