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Ballfangnetze, Bäume, Ortsbegehung

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Von: Holger Pegelow

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Karben (pe). Lag es an dem schönen Wetter, am Fernsehprogramm oder am Sitzungsort? Auffällig war am Dienstagabend, dass sich bei der Sitzung des Ortsbeirats Groß-Karben im großen Saal des Bürgerzentrums nur sehr wenige Bürgerinnen und Bürger eingefunden hatten. Auch vom Ortsbeirat selbst waren lediglich drei von fünf Mandatsträgern anwesend. Vielleicht lag das mangelnde Interesse aber auch an der Tagesordnung, denn Spektakuläres fand sich darauf nicht.

Zudem stellte sich heraus, dass manche der angesprochenen Punkte von der Verwaltung erledigt worden sind.

Zum Beispiel der Antrag der Grünen auf Errichtung von Ballfangnetzen und Sitzgelegenheiten am Bolzplatz »Waldhohl«. Beirat Markus Dreßler meinte, wenn dort gespielt werde, würden selbst bei normalen Torschüssen die unmittelbar dahinter parkenden Fahrzeuge getroffen. Der Ärger mit den Kfz-Besitzern sei vorprogrammiert. Zudem würden die Bälle durch den dahinter liegenden Wall nach oben geschleudert und prallten dann in hohem Bogen auf Kfz-Dächer und Motorhauben.

Blinden-Überweg statt Baum

Stadträtin Sabine Helwig (CDU) konnte namens des Magistrats berichten, dass die Verwaltung das Problem auch erkannt habe und deshalb zwei Ballfangnetze im Gesamtpreis von rund 10 000 Euro bereits bestellt habe. Zu einem späteren Zeitpunkt werde man sich mit der Frage von Sitzgelegenheiten an diesem Bolzplatz beschäftigen. Denn auch die hatte Dreßler namens der Grünen angeregt. Viele kleinere Kinder, die den Platz nutzten, würden von ihren Eltern begleitet.

Ein wenig Verärgerung löste die Antwort des Magistrats auf einen Grünen-Antrag auf Ersatzpflanzungen in der Christinenstraße aus. An der Ecke zur Bahnhofstraße sei ein Baum bei den Bauarbeiten entfernt, aber nicht wieder ersetzt worden. »Der Baum war in einwandfreiem Zustand, musste aber wegen bautechnischer Belange während der Bauphase entfernt werden«, schrieb Dreßler in seinen Antrag hinein.

Falsch, antwortete Stadträtin Helwig. Der Baum sei schon vor Beginn der Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt eingegangen. Ein neuer könne laut Auskunft aus dem Stadtbauamt nicht gepflanzt werden, weil sich dort jetzt ein behindertengerechter Übergang befinde. Das blindengerechte Übergangssystem erlaube keine Anpflanzung eines Baumes.

Wie wäre es denn mit einem Pflanzkübel, fragte der Grüne nach. Im Rahmen einer Ortsbegehung soll diese Frage beantwortet werden. Ortsvorsteher Martin Menn (SPD) kündigte an, dass es eine Reihe von Punkten gebe, weshalb er »gleich nach der Sommerpause« eine Ortsbegehung ansetzen werde.

Daran sollten dann auch Vertreter des Stadtplanungsamtes, der Verkehrspolizei und auch des benachbarten Klein-Karbener Ortsbeirates teilnehmen. Einige der an diesem Abend im Groß-Karbener Gremium angesprochenen Punkte betreffen nämlich Klein-Kärber Gemarkung, wirken sich aber auf Groß-Karben und deren Anwohnerinnen und Anwohner aus.

Unmut wegen Shishabar

Dazu zählt auch, was ein Bürger vorgetragen hat: Die Shishabar habe einen Pächterwechsel gehabt. Seitdem laufe die ganze Nacht die Leuchtreklame, die Aggregate der Abluftanlage seien sehr laut und zudem liefen vor allem freitagabends bis um 3 Uhr nachts Partys. »Es gibt schon Unmut in der Nachbarschaft.« Menn will bei der Ortsbegehung ebenso über die Homburger Straße laufen, wo beide Stadtteile aneinanderstoßen. Kai Grunenberg monierte nämlich, dass bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt die Gelegenheit versäumt worden sei, Bäume zu pflanzen oder zumindest Pflanzkübel aufzustellen. Menn schlug vor, bei einer Begehung eventuelle Standorte für solche Kübel zu suchen. Helwig gab aber zu bedenken, dass diese von den Anwohnerinnen und Anwohnern auch gepflegt und die Pflanzen gegossen werden müssten.

Bei der Begehung will man sich auch die Elisabethenstraße anschauen. Sowohl der Ortsbeirat als auch einige Anwesende gaben sich nicht mit der Antwort des Magistrats zufrieden, die Straße müsse nicht saniert werden. Denn genau das hat die SPD im Ortsbeirat gefordert. Das, so Menn, »werden wir uns vor Ort ansehen«.

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