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Bienen AG ist »Hoffnungsträger«

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Von: Christine Fauerbach

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Die Okarbener in Berlin bei der Preisverleihung des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik. © Red

Okarbener Grundschüler wurden beim bundesweiten Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik kürzlich mit einem Sonderpreis als »Hoffnungsträger« ausgezeichnet.

W enn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen«, schrieb bereits vor 200 Jahren der deutsche Dichter und Journalist Matthias Claudius. Zwar nicht mit Stock, Hut und auf Schusters Rappen, sondern mit der S-Bahn und dem ICE reisten acht der elf Nachwuchsimker aus Okarben nach Berlin. Begleitet wurden die Schüler aus der Bienen-AG der Grundschule Am Römerbad von ihren Lehrerinnen Sabine von Trotha und Jana Rück.

Für alle war die Reise ein großes Erlebnis. Nur Mandy und Martina waren vorher schon einmal in Berlin gewesen. Einige Schüler berichten, dass sie zum ersten Mal mit dem ICE gefahren und ohne Eltern im Urlaub gewesen seien.

Jede Menge Spaß, Entdeckungen und neue Erfahrungen standen auf dem zweitägigen Reise-Programm. »Wir wurden in Berlin vom Bahnhof abgeholt und in ein schickes Hostel gebracht. Alle Mädchen und alle Jungen haben sich jeweils ein Zimmer geteilt«, berichten die Kinder. Toll fanden sie im Hostel das reichhaltige Frühstücksbuffet und die coolen Etagenbetten in Dunkelblau und Gold mit superbequemen Matratzen. Vom Hostel aus ging es weiter zum Vorabendprogramm in die Eventlocation. Diese befand sich im historischen Stadtbad Oderberger, das auch Stadtbad Prenzlauer Berg genannt wird. Seit der Sanierung wird die Schwimmhalle auch als Eventlocation genutzt.

Preisverleihung im alten Stadtbad

»Auf dem Außengelände war eine Bühne aufgebaut, wir haben Musik gehört und das Programm der Preisverleihung des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik »Alle für Eine Welt - Eine Welt für alle« am nächsten Tag erzählt bekommen«, berichten Schülerinnen. »Das Beste war ein Parcours mit Stationen wie Dosen werfen, Glücksrad drehen und Hände für die ganze Welt malen«, fügen Mitschüler hinzu. Nach einem ereignisreichen Tag ging es zurück ins Hostel. Am nächsten Tag war es dann soweit. Die feierliche Preisverleihung im historischen Stadtbad Oderberger stand auf dem Programm.

Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, überreichte die 22 Gewinnerbeiträge der zehnten Runde des Schulwettbewerbs. Die Aufregung bei Tubanur, Jan, Sara, Kolja, Martina, Levin, Janosch und Mandy war groß. Unter den Preisträgern waren weitere hessische Schulen. So erhielt den ersten Preis in der Kategorie Klassen 1-4 die Albert-Schweitzer-Schule in Langen und in der Kategorie Klassen 8-10 wurde die Rehbergschule Herborn ausgezeichnet.

Bootsfahrt nach der Ehrung

Gespannt warteten die Wetterauer Mädchen und Jungen darauf, aufgerufen zu werden. Doch nichts passierte. »Wir haben dagesessen, gewartet und dachten, die haben uns vergessen«, fasst Tuba ihre Enttäuschung in Worte. »Doch dann wurden wir doch noch aufgerufen. Wir waren alle glücklich, haben jeder eine Urkunde bekommen und sind jetzt Hoffnungsträger«, strahlen die Geehrten. Gewonnen hat die Bienen AG den von Plan International Deutschland ausgelobten Sonderpreis in Form eines Erlebnis-Workshops. Was sich dahinter verbirgt, wo und wann er stattfindet, erfahren die Schülerinnen und Schüler demnächst. Ausgezeichnet wurden die Okarbener für ihr internationales Bienen-Projekt.

Dr. Werner Bauch, Ehrenvorsitzender der Kinderrechtsorganisation, übergab den Sonderpreis und würdigte das Projekt: »Die acht bis zehn Jahre alten Schüler aus Karben haben in der AG über das Imkern mit eigenen Bienenstöcken den Blick für die Insekten auf der ganzen Welt geweitet. Unter anderem haben sie Kontakt zu einer Schule in Sambia aufgebaut. In kurzer Zeit ist ein lebendiger Prozess angestoßen worden, der den Kindern Impulse gibt, über Insekten hierzulande sowie weltweit abhängig von klimatischen Bedingungen und Umweltfaktoren nachzudenken.«

Nach den Aufregungen bei der Preisverleihung war Sightseeing in Form einer Bootsfahrt auf der Spree angesagt. »Das war toll. Wir haben viel gesehen. Auch einen großen toten Fisch und eine schwimmende Ananas.«

Am Dienstag berichteten sie ihren Mitschülern in der vollbesetzten Aula in Okarben noch einmal in Worten und Bildern von ihrer erlebnisreichen Reise in die Hauptstadt. Von Rektorin Claudia Baumann gab es ein dickes Lob, eine Urkunde für jeden Berlin-Reisenden und von den Mitschülern einen warmen Beifallsregen.

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