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Brummender Trafo wird ersetzt

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Hier ist der Störenfried zu sehen: der in die Jahre gekommene brummende Trafo. © Jürgen W. Niehoff

Lange schien sich im Hinblick auf den Brummton vom Gelände des Umspannwerkes Karben zwischen Rendel und Büdesheim nichts zu bewegen. Doch der Anschein trügt.

Der Protest der Anwohnenden hat Wirkung gezeigt, und das Unternehmen Tennet will schon bald für Abhilfe sorgen. E in Brummton, der mal anschwillt und dann auch wieder leiser wird, hat vor allem im Schönecker Ortsteil Oberdorfelden, aber auch in Niederdorfelden und Rendel in den vergangenen Monaten für Aufregung und Ärger in der Bevölkerung gesorgt (diese Zeitung berichtete). Deshalb hatte sich zuerst der Ortsbeirat Oberdorfelden der Angelegenheit angenommen und die Sache mit dem Brummton in die Öffentlichkeit getragen. Um unbeteiligte Außenstehende von dem störenden Geräusch zu überzeugen, wurden im vergangenen Jahr sogar Treffen vor den Toren des Umspannwerkes, as in Karbener Gemarkung liegt, veranstaltet. Zu den Ortsterminen kamen mehrere Dutzend Bürger. Sie alle konnten sich dann auch von der Existenz des Brummtones überzeugen.

Druck aus Politik und Bürgerschaft

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Max Schad und die drei Bürgermeister von Schöneck, Niederdorfelden und Karben, Conny Rück (SPD), Klaus Büttner (SPD) und Guido Rahn (CDU) schalteten sich ein. Zusammen erreichten Politik und die Bürgerschaft, dass schließlich das Unternehmen Tennet einlenkte und Abhilfe versprach. Der niederländische Stromversorger tat sich so schwer mit der Zusage, weil der Brummton nicht dauerhaft zu hören ist und dann die erlaubten 35 Dezibel nachts auch nicht überschritten werden. Deshalb hätten die routinemäßigen Überprüfungen des Regierungspräsidiums Darmstadt zwischenzeitlich auch zu keinen Beanstandungen geführt.

Doch der Druck aus der Bevölkerung und der Politik war schließlich zu stark. Deshalb das Einlenken. Allerdings sollten die Arbeiten nicht sofort beginnen, sondern sie sollten im Zuge einer Vergrößerung der Anlage ab 2023 geschehen. Diesen Termin bestätigte der Sprecher des Unternehmens Markus Lieberknecht in diesen Tagen auch noch einmal gegenüber dieser Zeitung. Er bestätigte auch, dass der Landtagsabgeordnete Schad in den vergangenen Monaten immer wieder bei Tennet angerufen und sich nach dem Stand der Dinge erkundigt habe.

Bei einem Treffen von Schad, der Schönecker Bürgermeisterin Rück und ihrem Karbener Amtskollegen Rahn sowie Vertretern des Stromlieferanten Tennet habe das Unternehmen mitgeteilt, dass Tennet nun sehr bald eine umfangreiche Erweiterung der Anlage mit drei weiteren Transformatoren plane. Insgesamt soll das Umspannwerk dann vier Transformatoren erhalten, und zwar alle versehen mit gesonderten Schallschutzeinhausungen. »Dies ist vielerorts nicht üblich und deshalb ausdrücklich zu begrüßen«, betont Schad. Im Zuge des Ausbaus soll dann auch der bestehende und brummende Transformator durch ein neues, modernes Gerät ausgetauscht werden. Die Budgetfreigabe innerhalb der Firma Tennet sei bereits erfolgt und auch die Bestellung sei schon beim Hersteller aufgegeben worden. In Anbetracht der aktuellen Situation sei nach Auskunft von Tennet mit einer Lieferzeit von mindestens zwei Jahren zu rechnen. Die ingenieurtechnischen Planungen seien beauftragt worden und die Unterlagen für die Genehmigung würden vorbereitet. Weitere Schritte wie die gesetzlich notwendige EU-weite Ausschreibung der Arbeiten sollen folgen.

Arbeiten für Umbau ab 2023

Auf die Frage, wann mit dem Austausch zu rechnen ist, will sich Tennet derzeit jedoch noch nicht festlegen. Zum einen, weil das Lieferdatum für die Trafos noch nicht bekannt ist und zum anderen weil die Gesamtmaßnahme einem aufwändigen Genehmigungsverfahren unterliegt. »Die Bauarbeiten für den Umbau werden aber auf jeden Fall im kommenden Jahr starten, versicherte Lieberknecht gegenüber dieser Zeitung. Angesprochen auf die derzeitigen Baumaßnahmen direkt neben dem Karbener Umspannwerk, klärte der Unternehmenssprecher auf, dass es sich dabei um Arbeiten eines anderen Unternehmens handelt, das für die Weiterleitung von 110 KV zuständig sei. »Tennet sorgt praktisch als Autobahn für den Transport von 380 KV bis Karben und die Firma Avacon Netz GmbH ist danach zuständig für den Weitertransport von dann nur noch 110 KV auf der Strom-Landstraße bis ins Rhein-Main-Gebiet«, erklärt Lieberknecht die unterschiedlichen Zuständigkeitsbereiche.

Schad aber will weiter Druck machen. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Rück will er darauf drängen, dass bei der Installation der Transformatoren der Austausch des alten Trafos und Störenfrieds mit hoher Priorität verfolgt und im Zuge der Gesamtmaßnahme in der Zeitachse so früh wie möglich angegangen wird.

Die Bestellung und der angekündigte Austausch des bestehenden Transformators sei »endlich ein greifbarer Ansatz«, bewertet Schönecks Bürgermeisterin Rück das Gespräch mit der Firma Tennet. »Die Perspektive ist da, auch wenn die lange Wartezeit natürlich nicht befriedigend ist. Ich hätte mir eine schnellere Lösung für die Anwohner in Oberdorfelden gewünscht, die am meisten von dem Brummton belastet sind«, so Rück im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Problematik mit langen Lieferzeiten sei derzeit jedoch allgegenwärtig. Sie kenne auch Beispiele aus dem Rathaus, so warte man schon lange auf nachbestellte Ortsschilder, und halte die Aussage von Tennet daher für plausibel.

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