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Die klassische Apfeltorte überzeugt

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Von: Jürgen Schenk

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17 Torten haben Karbenerinnen und Karbener der Jury Reiner Neidhardt und Bettina Schliephake-Burchardt aufgetischt. Annika Hofmann und Oli Becker moderieren den kulinarischen Stadtfest-Höhepunkt. © Jürgen Schenk

Mit dem wahrscheinlich süßesten Programmpunkt neigte sich das Karbener Stadtfest am Sonntagnachmittag seinem Ende entgegen. Die Jury hatte die Wahl zwischen 17 Torten.

Karben hat Tortenkünstler. Gleich 17 unterschiedliche süße Köstlichkeiten stehen auf dem Buffet der Jury. Vom Klassiker im Stil einer Schwarzwälderkirschtorte bis zum üppig dekorierten Hingucker mit Stadtwappen oder in Form des Roggauer Liesel-Turms. Zum Tortenwettbewerb konnte das Moderatoren-Team Annika Hofmann und Oli Becker eine imposante Menschenansammlung begrüßen. Darunter waren auch die teilnehmenden Hobby-Bäckerinnen.

Als Zuschauermagnet dürfte zusätzlich der Auftritt von Jurorin Bettina »Betty« Schliephake-Burchardt gewirkt haben, die aus der SAT1-Show »Das große Backen« bekannt ist. Ihr zur Seite stand an diesem Festsonntag ein prominenter Karbener, der sich mit Gaumenfreuden auskennt: Koch Reiner Neidhart.

Ganz wie im Fernsehen nahmen sich die beiden Profis jeweils eine Torte vor und testeten sie auf ihre Qualitäten. Mal attestierte Jurorin Schliephake-Burchardt einer Bäckerin, dass sie bestimmt gern zu Partys eingeladen wird, weil sie gut backen könne. Dann schwärmte Neidhard vom fluffigen Geschmack des Tortenbodens. Allein vom Aussehen her wäre ein Urteil wohl schwer zu fällen gewesen. Ganz klar hatte das Thema »50 Jahre Stadt Karben« der Backkunst zu neuen Ideen verholfen. Den Roggauer Lieselturm gab es gleich in zwei Variationen - aufrecht und leicht zur Seite geneigt.

Beide Backkunstwerke hätten aber immerhin feste Böden, attestierte das Juroren-Team. Auch das in Wirklichkeit nicht vorhandene goldene Buch der Stadt Karben konnte am Sonntag in Kuchenform geöffnet werden. Eine Kreation, auf der die Wetterauer Landschaft detailverliebt dargestellt war, wusste ebenfalls zu gefallen.

Noch wichtiger waren aber die aus den TV-Shows bekannten Kriterien Stabilität, Lockerheit, Creme- und Fruchtgehalt sowie nicht zuletzt der Geschmack. Um das alles herauszufinden, nahmen sich die Juroren viel Zeit. Das wirkte fast schon entschleunigend, hatte aber andererseits auch zur Folge, dass Teile des Publikums weitergingen oder erst zur Siegerehrung wiederkamen. Hauptproblem war, dass es vor der Bühne kaum einen schattigen Platz gab. Die Torten hielten es bei Temperaturen von über 30 Grad auf der Bühne ganz gut aus. Vorher waren sie in einem gleich neben der Bühne stehenden Kühlmobil aufbewahrt worden. »Motivtorten sind bei solchen Temperaturen schwierig«, räumte Expertin Schliephake-Burchardt ein.

Ein wie auch immer gearteter Bezug zu Karben könne nicht schaden, um im Wettbewerb mit vorne dabei zu sein, hatte es in einer Pressemeldung der Stadt Karben zuvor geheißen. Tatsächlich spielten solche Überlegungen bei der Bewertung nur zum Teil eine Rolle.

Nach kurzer Beratung entschied sich die Jury für die Apfeltorte von Lisa Lenzing aus Kloppenheim. Und mit der Prämierung ging ein versteckter Gruß hinaus auf die Karbener Streuobstwiesen. Den zweiten Platz konnte Ina Momberger mit ihrem zur Backware gewordenen »Landschaftsgemälde« erringen. Die Kloppenheimerin brachte es fertig, Tiere, Bäume und andere essbare Accessoires auf der Tortenoberfläche zu platzieren. »Seit 50 plus 2 Jahren« stand unter der Szenerie. Dritte Siegerin wurde Anne Kwast aus Klein-Karben. Sie hatte eine Hommage an Karben und seine Wahrzeichen in Form einer Landkarte gebacken.

Kurzfristig entschied Bürgermeister Guido Rahn (CDU), dass auch der Rest des Teilnehmerfeldes einen Dankeschön-Gutschein der Stadt erhalten sollte. Die Übergabe gab’s gleich nach der Siegerehrung. Die Experten ließen es sich derweil nicht nehmen, ein weiteres Mal die hohe Qualität der Backwaren hervorzuheben.

Nach der doch recht langatmigen Kuchen-Show machte sich an vielen Ständen bereits eine Aufbruchsstimmung breit. Denn gegen 18 Uhr endete dann Karbens Mega-Event.

Bürgermeister Guido Rahn zieht derweil ein positives Fazit. »Es war ein wundervolles Fest, das Lust auf mehr macht.« Nicht jedes Jahr aber nach zwei oder drei Jahren sei ein großes Stadtfest denkbar, kündigt er an.

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Das Urteil ist gefallen: Die Apfeltorte von Lisa Lenzig (rechts) überzeugte die Jury am meisten, gefolgt von den Kreationen von Anne Quast (Mitte) und Ina Momberger. © Jürgen Schenk

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