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Ein Dorf feiert Kerb

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Im Takt: Angeführt vom Spielmannzug aus Nieder-Wöllstadt zieht der Kerbumzug durch Okarben. © Jürgen W. Niehoff

Es ist fast schon wieder wie in alten Zeiten: Die traditionelle Okärber Kerb bekam am Wochenende mit Umzug buntem Treiben viel Zuspruch.

Es war nicht nur die Pause während der Coronapandemie, die die Okärber Kerb fast zum Erliegen gebracht hätte. Denn auch in den Jahren zuvor war es nicht gut um die Kerb bestellt. Erst schlief der Umzug durchs Dorf ein, dann blieben die größeren Karussells weg und schließlich gab es auch nur noch wenige Buden vor dem Bürgerhaus. Neuer Schwung kam erst wieder, als aus der Arbeitsgemeinschaft Okärber Vereine ein richtiger Zusammenschluss wurde und diese sich fortan um die Kerb kümmerte.

»Zunächst wollten wir mit der Vereinsgemeinschaft ein starkes Instrument schaffen, das von der Politik auch wahrgenommen wurde«, nennt der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Carl B. Bienstock einen der Gründe für den Zusammenschluss. Als dann die 250-Jahr Feier Okarbens anstand, kam schnell die Rede auf die Kerb. Sie sollte aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und Unterstützung hin zu einer wirklichen Kerb erhalten. Darin waren sich alle in der Gemeinschaft zusammengeschlossenen Vereine einig. So wurde auch der traditionelle Umzug durchs Dorf wieder ins Leben gerufen. Und zwar mit großen Erfolg, wie sich jetzt zeigte.

Umzug bekommt viel Applaus

Auch wenn der Spielmannszug an der Spitze nicht aus Okarben stammte, sondern aus dem Nachbarort Wöllstadt, so tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Winkend zogen hinter den Musikanten Ortsvorsteher Sebastian Wollny und der Vereinsgemeinschaftsvorsitzende Bienstock sowie etliche Bürger aus Okarben. Und sie erhielten viel Applaus von denjenigen, die am Straßenrand den Zug an sich vorbei ziehen ließen. Als der Zug vor dem Bürgerhaus ankam - »nächstes Mal wird der Umzug auf jeden Fall länger dauern«, ließ Bienstock danach durchblicken - , liefen die Karussells bereits und die Bänke vor dem Bürgerhaus waren bereits dicht besetzt.

Nun sollte es spannend werden: Ein Wettbewerb beim traditionellen Bierfass-Anstich war angekündigt worden. Bei einer Feier war vor kurzem herausgekommen, dass Bürgermeister Guido Rahn jedes Mal beim Fassanstich größere Probleme habe. »Allerdings nur in Okarben«, wie Rahn gegenüber dieser Zeitung betonte. »Ansonsten klappt das immer beim ersten oder zweiten Schlag.« Das wollten Wollny und Bienstock nicht glauben.

Publikum zählt die Schläge mit

Also wurde aus dem Bierfassanstich ein kleiner Wettbewerb: Wer von den Dreien kann die Aufgabe am schnellsten lösen? Dazu standen drei Bierfässer vorm Bürgerhaus. Ortsvorsteher Wollny fing an und schlug zu. Laut zählte das Publikum mit: »Eins, zwei«. Weiter kamen die Zuschauer nicht, denn der Hahn saß im Fass. Es folgte der Vereinsgemeinschaftsvorsitzende Bienstock. Bei ihm musste das Publikum schon bis drei zählen. Dann erhob Bürgermeister Rahn den Hammer und schlug zu. Bei ihm kam das Publikum erst gar nicht zum Zählen. Der erste Schlag saß. Damit räumte Rahn ein für allemal mit der Legende auf, beim Fassanstich in Okarben am Ende immer als Verlierer dazustehen. Da die drei Fässer als Freibier angekündigt waren, waren die Schlangen anschließend groß.

Die Gäste konnten sich direkt vorm Bürgerhaus an den Ständen der Vereinsgemeinschaft stärken. Weniger Meter ging’s zum kleinen Vergnügungspark, wo zwei Karussells aufgebaut waren und eine Schieß- und einer Wurfbude. Musikalisch ging es am Eröffnungstag weiter mit dem Musikzug aus Nieder-Wöllstadt.

Am Samstag öffnete die Kerb bereits um 14 Uhr und gegen 20 Uhr hatte die Liveband Bernd Schütz ihren Auftritt. Am Sonntag unterhielt die Heuwagen-Combo nach dem Gottesdienst vorm Bürgerhaus die Festgäste. Die Okärber Kerb endet am heutigen Montag mit einem Frühschoppen, der um 11 Uhr in den Okärber Gaststätten beginnt. Der Erfolg der diesjährigen Kerb verspricht eine Zukunft, darin waren sich die Verantwortlichen in einer ersten Bilanz einig.

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Mit neuem Schwung. Schon zu Beginn der Kerb ist vor dem Bürgerhaus viel los. © Jürgen W. Niehoff
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Es ist geschafft: Guido Rahn, Carl Bienstock und Sebastian Wollny (v. l.) haben die Bierfässer angestochen. © Jürgen W. Niehoff

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