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Ein Pakt mit dem Teufel

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Karben (pm). Zum dritten Mal lädt das Literaturforum Karben ein zu einem Filmabend im Cinepark Karben, Robert-Bosch-Straße 62. Gezeigt wird bei freiem Eintritt der Oscarprämierte Film »Mephisto« am morgigen Donnerstag, 15. September, um 19.30 Uhr. Formal und thematisch ist »Mephisto« ein großer Roman. Klaus Mann beschreibt ein außergewöhnlich vielschichtiges Porträt eines Karrieristen.

Der Protagonist des Romans Hendrik Höfgen ist im Grunde kein schlechter Mensch; er setzt sich hin und wieder für Freunde ein, aber sein maßloser Ehrgeiz verleitet ihn dazu, potenzielle Förderer verlogen zu umschmeicheln, seine politischen Ideale zu verraten und sich mit führenden Nationalsozialisten zu arrangieren. Zu spät erkennt er, dass der Preis dafür sein Identitätsverlust ist. Der Roman war immer dem Verdacht oder Vorwurf ausgesetzt das Leben und Werden des großen Mimen Gustaf Gründgens aufzeigen zu wollen.

Filmischer Diskurs

Der Autor Klaus Mann hatte sich schon früh 1936 gegen diesen Verdacht gewehrt: »Ich bin genötigt, feierlich zu erklären: Mir lag nicht daran, die Geschichte eines bestimmten Menschen zu erzählen, als ich ›Mephisto, Roman einer Karriere‹ schrieb.« Der Film »Mephisto« von István Szabó reduziert deutlich die Bezüge zu Gründgens und verdichtet die fiktionalisierte Hauptfigur Hendrik Höfgen zum Typus des sich anpassenden Charakters und korrumpierbaren Karrieristen, der seine Überzeugungen dem beruflichen Aufstieg opfert. Natürlich würden einige Figuren dennoch deutliche Übereinstimmungen mit der Realität aufweisen. Der Darsteller der Hauptfigur Klaus Maria Brandauer zeigt sein Können und verkörpert die Figur des Protagonisten »Höfgen« mit brillanter Genialität. Der Protagonist Höfgen schließt quasi einen Pakt mit dem Teufel, der in der Gestalt des Ministerpräsidenten aber keineswegs, wie ein Teufel auftritt. Dieser teuflische Verführer braucht keine Gewalt, ihm stehen andere Mittel zur Verfügung.

Das Literaturforum ist sich sicher: »Es ist ein sehenswerter filmischer Diskurs über Politik und Kultur die Besucher erwartet ein Filmerlebnis von starker Eindringlichkeit.«

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