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Es ist wieder Markt im Hissigwald

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Von: Jürgen Schenk

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Angelika Berg, Marc Engelken (Mitte) und Christian Neuwirth freuen sich auf die Markttage an diesem Wochenende. Hier wird gerade das 53 Jahre alte, regelmäßig vom TÜV geprüfte Flugkarussell »Beverly Hills Airport« aufgebaut. © Jürgen Schenk

Die Vorbereitungen auf dem Gelände des Hissigwalds in Klein-Karben befinden sich in den letzten Zügen. Schausteller, Verkaufsstände und Fahrgeschäfte stehen größtenteils schon in den Startlöchern. Am heutigen Samstag soll die mit Spannung erwartete Eröffnung des traditionsreichen Klein-Kärber Marktes über die Bühne gehen.

N ach rund 25 Jahren Abstinenz kehrt das Volksfest Klein-Kärber Markt von der Rathausstraße an den Ort seiner Entstehung zurück - in den Hissigwald, das Wäldchen gegenüber dem Günter-Reutzel-Sportfeld. Vorbei scheint damit die Zeit, in der man den Hissigwald nur zum Dauerparken und Kastaniensammeln benutzte.

Die 181. Ausgabe des Klein-Kärber Marktes bringt gute Voraussetzungen mit: ein weitläufiges Gelände, das die Enge der Rathausstraße vergessen macht, noch mehr Attraktionen und ein buntes Unterhaltungsprogramm. Gefeiert wird Open Air, wie zuletzt bei der Brennnesselkerb in Nieder-Wöllstadt.

Die technische Infrastruktur am Hissigwald sei eine andere als in der Rathausstraße, sagt Ortsvorsteher Christian Neuwirth, der neben Angelika Berg und Marc Engelken zum Organisationsteam gehört. »Stromkästen und Wasseranschlüsse mussten auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Mit Flieger, Kinderkarussell und Autoskooter haben wir gleich drei Fahrgeschäfte, die Starkstrom zum Betrieb benötigen. Wir sind sehr glücklich, dass alles rechtzeitig funktioniert.«

Kein Festzelt, aber Freiluft-Sitzbereich

Neuwirth spricht von einigen stressigen Tagen mit Handy am Ohr und Kommunikation in Echtzeit. Nach zwei Corona-Jahren ohne Klein-Kärber Markt will man nichts dem Zufall überlassen. Zurück am angestammten Platz, mit mehr Entfaltungsmöglichkeiten, könnte die Veranstaltung wieder zu etwas Großem werden. Die Vorzeichen dafür scheinen nicht schlecht zu stehen.

An die Veranstaltungen in der Rathausstraße denken die Organisatoren trotzdem gerne zurück. Wegen der räumlichen Enge und den strengeren Brandschutzbestimmungen habe man sich jedoch neu orientieren müssen. Die 50-Jahr-Feier der Stadt Karben, die eigentlich schon vor zwei Jahren hätte stattfinden sollen, sei ein weiterer Grund für die Neuausrichtung gewesen.

Corona-Einschränkungen wird es am Marktwochenende keine geben, auf ein Festzelt soll dennoch verzichtet werden. Auf dem befestigten Untergrund im vorderen Teil des Festplatzes wird stattdessen ein Freiluft-Sitzbereich mit Bühne errichtet. Auf der Bühne ist ein abwechslungsreiches Programm geplant. Unter anderem haben verschiedene Karbener Vereine Showeinlagen angekündigt. Musikalische Darbietungen halten das Jugendblasorchester »Attaca« und das Sinfonische Blasorchester der Stadt Karben bereit.

Karussell 1969 von Hand gefertigt

Auf eine Einlage der besonderen Art macht Marc Engelken aufmerksam: »Am Sonntagvormittag wird Pfarrer Simba Burgdorf einen Gottesdienst vom Autoskooter aus mit den Besuchern feiern.« Darauf seien alle schon sehr gespannt, sagt der Mit-Organisator. Burgdorf habe nicht gezögert und der Idee sofort zugestimmt.

Angelika Berg hebt die »bunte Mischung« an Verkaufsständen und Schaustellern hervor. »Fressbuden«, eine Schießbude, Dosenwerfen, Karusselle, Autoskooter - sie ist überzeugt, dass Groß und Klein auf ihre Kosten kommen werden. »Wir haben alle richtig Lust auf den Markt«, sagt sie. »Die Kleintierzüchter aus Okarben bauen einen Streichelzoo auf. Andere Vereine wie der FC Karben, der Obst- und Gartenbauverein Klein-Karben oder die Freiwillige Feuerwehr sind ebenfalls am Marktwochenende beteiligt.«

Schon vor 40 Jahren war das Flugkarussell »Beverly Hills Airport« auf dem Klein-Kärber Markt dabei. Mehrere Generationen haben darin einen Flug in den Himmel erlebt. Auch Marc Engelken kann sich erinnern, dass er als kleiner Junge mitgefahren ist. Jetzt steht das Karussell des Traditionsbetriebes Suermann-Zey wieder auf dem Hissigwald-Festplatz. »Es handelt sich um ein von Hand gefertigtes Karussell, Baujahr 1969«, erklärt Volker Suermann-Zey während des Aufbaus. »Auch in der Corona-Pause wurde es einmal pro Jahr vom TÜV auf eventuelle Mängel überprüft. Jetzt dürfen wir es endlich wieder bei Festen aufbauen.«

Klein-Karben und Okarben besaßen früher eigenes Marktrecht. Der Klein-Kärber Markt geht ursprünglich auf einen schon im Mittelalter belegten Fischmarkt zurück. Im 19. und 20 Jahrhundert entwickelte sich daraus der weithin bekannte Viehmarkt, der jährlich immer am zweiten Sonntag im Juli begann. Sonntags und montags wurde in den von einheimischen Wirten aufgebauten Zelten im Hissigwald (richtiger »Hiesigwald«) zum Tanz aufgespielt. Es wird von bis zu drei Festzelten berichtet. Der eigentliche Markttag war der Dienstag. Nach einer Woche durfte beim Nachmarkt nochmal das Tanzbein geschwungen werden. jsl

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