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Fahnenträger, Kutschen und Oldtimer

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Von: Christine Fauerbach

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Karben (cf). Nichts ging mehr am Pfingstsonntag im Ortskern von Rendel. Menschen aller Altersgruppen in blauen Uniformen beanspruchten die Fahrbahn und bestimmten das Tempo. Verstärkt wurden sie durch Musiker, Tänzer und Gardecorps, rassige Vierbeiner samt Kutsche, Oldtimer, Traktoren mit Motivwagen, Wasserwerfern und Lkws. Sie alle hatten die Rendeler Straßen erobert.

Anlass für die vorübergehende Straßensperrungen war der 87 Zugnummern große Festumzug anlässlich zweier Feuerwehr-Jubiläen. Gefeiert wurden »150 + 1 Jahre« Freiwillige Feuerwehr Rendel (FFW Rendel) und 50 Jahre Kreisfeuerwehrverband Wetterau (KFV Wetterau). Die am Straßenrand Stehenden empfingen die Zugteilnehmer mit viel Beifall.

Viele hatten ihre Häuser mit bunten Luftballons, Girlanden und Fähnchen geschmückt. Die Zugteilnehmer revanchierten sich mit Bonbons, flotten Rhythmen und einer spontanen Line Dance-Vorführung. Verstärkt wurden die Rendeler von angereisten Besuchern aus Frankfurt, dem gesamten Wetterau-, Main-Kinzig- und Hochtaunus-Kreis.

Unterwegs waren Mitglieder aus 63 Freiwilligen Feuerwehren mit Fußgruppen und Musikzügen, in Oldtimern, Motivwagen und Kutschen. Von vielen bewundert wurden die historischen, edel bestickten Banner und Standarten sowie kunstvoll bemalte Schilder der Wehren. Neben den Namen und Wappen der Wehren, sind der Schutzpatron der Feuerwehr, Florian von Lorch, und der Wahlspruch der Floriansjünger »Gott zur Ehr‹, dem Nächsten zur Wehr« abgebildet. Die Jugend der FFW Karben Mitte forderte kurz und bündig mit dem Slogan »Mach mit!« Gleichaltrige und Zuschauer auf, sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Nachwuchs der Wehrleute, Mitglieder der Einsatz, Alters- und Ehrenabteilungen, der Musikzüge sowie der Fördervereine waren gekommen, um die beiden Jubilare und damit auch sich selbst zu feiern und zu repräsentieren. Wie gut sie das neben »Retten - Löschen - Bergen - Schützen« beherrschen, zeigten sie beim Festumzug durch Rendel. Seit 1871 sind Generationen von Rendeler Wehrleuten für ihre Nachbarn in Notlagen im Einsatz.

Erster Vorsitzender und Wehrführer Frank Winkler, die Mitglieder der Einsatzabteilung, die Rendeler Lösch-drachen und die Jugendfeuerwehr sowie die Senioren aus der Alters- und Ehrenabteilung freuten sich sichtlich über die vielfältige und zahlreiche Unterstützung. Die erhielten sie von Mitgliedern der zahlreichen Wehren wie von Vereinen.

Im geländegängigen Kübelwagen unterwegs waren der Kreisbrandinspektor Lars Henrich und Stadtbrandinspektor Christian Becker. Sie wie alle Wehrleute sind sich sicher, dass Petrus ein Fan der Feuerwehr ist. Hielt er doch allen Prognosen zum Trotz, das himmlische Nass zurück.

Landrat Jan Weckler und Bürgermeister Guido Rahn (beide CDU) legten die Strecke komfortabel im roten Cadillac-Oldtimer zurück. Für Stimmung bei den Zuschauern sorgten mit flotten Rhythmen Show & Musikcorps Star Breaker Frankfurt, der Musikcorps Dorheim, der Musikzug Blofeld und die Stallkrawaller Bad Vilbel. Einen Blick zurück in die Geschichte der Wehren vermittelten Motivwagen wie »150 Jahre FFW Rendel«, alte Löschfahrzeuge wie das der FFW Petterweil oder FFW Pohl-Göns, Wasserwerfer der FFW Rosbach oder ein Bulli der FFW Melbach. Mit welchen modernen Fahr-zeugen im Katastrophenfall Hilfe geleistet wird, zeigte das THW Friedberg mit einem Tieflader samt Anhänger und einem MTW. Zu sehen und hören gab es beim Festumzug vieles.

Und am Ende folgten alle Bürger gern der Aufforderung der Wehrleute und ihrer Mitstreiter: »Alle Leute Groß und Klein, hängen sich Richtung Festzelt ein!«

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