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Feldahorn und Eibe Bäume der Zukunft

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Von: red Redaktion

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Karben (pm). »Klimaerwärmung, Wassermangel, Erholung, Wirtschaftswald, Brennholz« - alles Themen, die uns als Forstamt Nidda umtreiben und uns sehr intensiv beschäftigen«, sagt Eckhard Richter als zuständiger Mitarbeiter für den Wald in Karben.

Wie wichtig dieses Thema auch für die Politik in Karben ist, zeigt das rege Interesse der Beteiligung an diesem Waldspaziergang der CDU Karben, vertreten durch Magistratsmitglieder, allen voran Heike Liebel als Stellvertreterin des Bürgermeisters, Ortsbeiräte und Stadtverband.

»Gerade zum jetzigen Zeitpunkt interessiert mich das Angebot an die Bürger von Brennholz«, fragt Christian Neuwirth. »Angebote gibt es nach wie vor genügend, am Abholweg lagert noch genügend Alt- und Neuholz. Die Nachfrage ist leicht gestiegen«, antwortete Richter. »Heute werden die zu verkaufenden Holzbestände von Unternehmen aus den osteuropäischen Ländern gefällt, passgenau in Längen geschnitten und zu den Sammelstellen ge-bracht. Die Holzfäller mit den Rückepferden aus der Region gibt es nicht mehr«.

»Wie krank ist denn unser Wald?«, fragte Sebastian Wollny. »Die Bäume leiden sehr unter Wassermangel und den höher werdenden und schon gewordenen Temperaturen. Die kranken und geschwächten Bäume werden vom Forstamt gekennzeichnet und dann gefällt. Dürre Äste, sich lösende Rinden weisen auf den Krankheitsstand und Pilzbefall hin und lassen Rückschlüsse ziehen.

System zur Bewässerung

»Lässt sich denn mit einem Bewässerungssystem der Zustand des Waldes verbessern?« fragte Gerhard Christian bei der Begehung. »Die notwendige zuzuführende Wassermenge würde die Stadt Karben austrocknen, also nicht umsetzbar«, so die etwas bildhafte Antwort von Förster Richter. »Also was ist zu tun?« fragte Christel Wortmann. »Es zeigt sich, dass zum Beispiel die Eiche die Wasserknappheit besser verträgt als die Buche, es aber auch keine Lösung ist, Bäume aus dem wasserarmen Marokko in Deutschland anzupflanzen, da die Bäume auch frostverträglich sein müssen.«

Ergebnisse erst nach mehreren Jahren

Für die Zukunft werden verstärkt angebaut: Elsbeere, Feldahorn, Baumhasel und auch die Eibe, zwar giftig, aber ein genügsamer Baum, das Holz sehr wertvoll, erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

»Eine große Herausforderung ist immer bei Neuanpflanzungen die richtige Wahl der Gehölze. Man sieht erst nach mehreren Jahren, ob die gepflanzten Bäume zu dem Waldboden und dem Umfeld passen. Da hat es die Landwirtschaft besser, nach einer Missernte kann man im nächsten Jahr entsprechend reagieren«.

»Es war eine gelungene, informative Führung durch den Karbener Wald. Wir hörten, dass es hier keine Monokultur gibt, also haben wir auch keine Kahlflächen. Die Neuanpflanzungen stehen dicht, um gerade Stämme mit weniger Asteinschlüssen (astreines Ergebnis) zu erreichen, so lassen sich bessere Verkaufspreise erzielen. Eichen werden bis zu 180 Jahre alt. Also wird jetzt für die 6. Folgegeneration angepflanzt«, schloss der Initiator des CDU-vor-Ort-Termins, Reinhard Wortmann.

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