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Fotovoltaikanlagen über Parkplätzen

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Von: Patrick Eickhoff

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Die Stadt prüft auf Initiative der SPD, welche Parkplätze sich für eine Fotovoltaikanlage eignen. SYMBOL © DPA Deutsche Presseagentur

Karben (wpa). Weitestgehend Einigkeit herrschte am Dienstabend im Ausschuss für Stadtplanung und Infrastruktur der Stadt Karben.

Die Ausschussmitglieder haben einstimmig die Offenlage der Bebauungspläne 125-4 »Gewerbegebiet« zwischen Klein-Karben und Kloppenheim, 235 »Nördlich der Fuchslöcher« sowie B-Plan 236 »Am Warthweg« empfohlen.

Was nach viel Theorie und Zahlenwerk klingt, hat in der Praxis damit zu tun, was gebaut werden darf und was nicht. Heißt in diesem Fall: Die Erweiterung des Wertstoffhofes an der Max-Planck-Straße fällt etwas anders aus. Grund dafür sind Einwände der Naturschutzbehörden sowie der Naturschutzverbände. Diese habe man eingearbeitet, berichtete Bürgermeister Guido Rahn (CDU) den Ausschussmitgliedern. Zusätzlich habe man noch einen Streifen der Straße mit in die Planung aufgenommen. »Dort stauen sich die Autos«, berichtete Rahn.

Hinter dem Bebauungsplan 236 »Am Warthweg« steckt der geplante Rewe-Umzug direkt an die B3. Dies würde ein neues Gewerbegebiet ermöglichen. Damit das möglich ist, muss der regionale Flächennutzungsplan geändert werden. »Der Markt soll 1:1 nach vorne gesetzt werden. Negative Auswirkungen auf andere Märkte sind nicht zu erwarten«, sagte Rahn.

Für leichte Diskussionen sorgte das Neubaugebiet »Nördlich der Fuchslöcher« in Petterweil. Wolfgang Seiferth (SPD) merkte an, dass die Naturschutzverbände kritisiert hätten, dass es sich dort um Ackerland von hoher Bodenfruchtbarkeit handele. Er kritisierte - wie anschließend auch Gabi Faulhaber (Linke) - die kaum vorhandene Verdichtung des Baugebietes.

Rathauschef Guido Rahn entgegnete: »Das ist die Diskussion, die wir seit Jahren führen. Wir drehen uns im Kreis. In der Innenstadt wird es diese Art der Bebauung nicht geben. Aber in Petterweil gibt es eben Menschen, die das so wollen.«

Seiferth äußerte sein Unverständnis, wieso das Abwasser im sogenannten Mischsystem verarbeitet werde. In so einem Gebiet müsse man doch im Trennsystem arbeiten, gerade, weil beispielsweise Zisternen vorgeschrieben sind.

Rahn sagte: »Das sehen wir genau so. Das Problem ist, dass die Rohre bereits verlegt sind. Es ist alles fertig. Wenn wir das jetzt ändern, müssen wir nicht auf die Landwirte zugehen, sondern es kommen Kosten von 600 000 bis 700 000 Euro auf uns zu.«

Einig waren sich die Ausschussmitglieder auch über einen Prüfantrag der SPD. Sie möchte gerne Fotovoltaik über Parkplätzen installieren. Im Antrag heißt es: Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, dass der Magistrat prüft und berichtet, welche städtischen frei stehenden Parkplätze sich für eine Fotovoltaik-Überdachung eignen. Für die geeigneten Flächen sollen außerdem ein Kataster erstellt sowie Zeit- und Kostenaufwand im Verhältnis zum möglichen Solarertrag ausgewiesen werden. Ziel sei eine nach Effizienz sortierte Prioritätenliste der Maßnahmen.

Für jede Maßnahme soll außerdem geprüft werden, inwieweit der erzeugte Strom mit intelligenter Ladeinfrastruktur unmittelbar vor Ort für das Laden von Elektrofahrzeugen - Pkw wie Zweirädern - genutzt werden kann.

Außerdem sollen mögliche Synergien mit ortsansässigen Unternehmern geprüft werden.

Kurz fasste sich dazu Bürgermeister Guido Rahn. »Das ist eine sehr gute Idee. Das machen wir so.« Final abgestimmt wird über den Antrag in der heutigen Stadtverordnetenversammlung um 20 Uhr im Bürgerzentrum.

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