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Grillduft und Stimmengewirr

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Von: Jürgen Schenk

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Zur Mittagszeit füllen sich die Bänke und Bierzeltgarnituren, die rund ums Naturfreundehaus am Silberwiesenweg aufgestellt sind. Erstmals seit mehr als zwei Jahren ist das Gelände und das Naturfreundehaus wieder Treffpunkt für Ausflügler. © Jürgen Schenk

Das Karbener Naturfreundehaus ist wieder eine Anlaufstelle für Ausflügler. Nach mehr als zwei Jahren pandemiebedingter Pause, ist das Haus wieder eine Anlaufstelle, wo sich Menschen treffen.

Der 1. Mai in Karben: Menschen sind wieder unterwegs, um zu feiern. Vereine wagen nach zwei Jahren Veranstaltungspause einen Neuanfang. Man sieht bekannte Gesichter, weniger bekannte Gesichter und Gesichter, an die man sich kaum noch erinnern kann. Am Naturfreundehaus in Okarben fallen die Masken komplett. Von Verunsicherung ist bei den Gästen nichts mehr zu spüren. Das Leben ist an den Silberwiesenweg zurückgekehrt. Draußen, an den Tischen und Bänken zwischen Vereinshaus und Heitzhöferbach, scheinen die Menschen ein Stück weit enger zusammenzurücken. Ist das also der »Befreiungsschlag«, auf dem man zwei Jahre und zwei Monate gewartet hat?

Wer die Situation bei den Naturfreunden verfolgt hat, bekommt zumindest ein gutes Gefühl. Und man gönnt es dem Verein einfach. Vieles erinnert an die Zeit vor der Pandemie. Ganz rustikal brutzeln auf der Grillstation des Angelsportvereins Okarben Steaks und Würstchen. Die Getränke werden von den Naturfreunden ausgeschenkt. Nur die Unterhaltungsmusik kommt diesmal nicht von einer Kapelle, sondern aus den Lautsprechern einer Musikanlage. Es ist kein Geheimnis, dass der Verein quasi mit den letzten Rücklagen die Krise meistern musste.

Umso mehr freut sich der Vorsitzende Hans-Joachim Thun am Maifeiertag über Grillwürstchenduft, Kuchenbuffet und viele gut gelaunte Gäste. »Es ist so schön, endlich wieder aktiv sein zu können«, sagt er. »Die voll besetzten Bänke sind genau der Anblick, den wir uns so lange gewünscht haben.«

Pandemie-Sorgen scheinen verflogen

Für diesen Moment scheint er sogar die Misslichkeiten der vergangenen Zeit vergessen zu können. Fragen nach der Wiederöffnung des Naturfreundehauses zum Beispiel, die er über Monate hinweg verneinen musste, eine verwaiste Idylle und finanzielle Engpässe. Der Verein habe diese schwierige Zeit geradeso überstanden, sagt Thun. »Zeitweise haben wir Haus und Gelände ans Berufsbildungswerk Südhessen vermietet. Die haben hier Seminare und Schulungen abgehalten. Zusammen mit den Rücklagen konnten wir uns dadurch einigermaßen über Wasser halten.«

Jetzt geht der Blick bei den Naturfreunden voraus. Natürlich könne es im Herbst möglicherweise wieder zu Beschränkungen kommen, weiß der Vereinsvorsitzende. Aber von Angst davor wolle er nicht sprechen. Glücklich zeigt sich Thun über die gute Unterstützung bei der Organisation und beim Service. Er spricht in dieser Beziehung von einem »eingeschworenen Team«, das sich aber über die eine oder andere helfende Hand mehr freuen würde. »Es geht nicht darum, dass jemand bei uns Mitglied wird. Wir können jede aktive Hilfe gut gebrauchen«, erklärt Thun.

Die Okarbener Angler unterstützen die Naturfreunde schon seit vielen Jahren. Sie grillen nicht nur am 1. Mai, sondern auch am Vatertag. Dann gibt es immer Forelle. Vor dem Vereinshaus bieten die Familien der Angler Kaffee und Kuchen an. Die Kuchenauswahl ist reichhaltig. Stella Verbis und Ilka Klein haben gleich mehrere Exemplare gebacken. Beim Verkaufen zeigen sie sich in bester Stimmung. Selten hätten sie so viel Spaß beim Backen gehabt wie diesmal, verraten die beiden Frauen.

Ihre Zweifel vom Morgen, als die Veranstaltung eine gewisse Anlaufzeit brauchte, bestätigen sich zur Mittagszeit nicht. Immer mehr Menschen kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad über den Silberwiesenweg zum Naturfreundehaus. Darunter sind viele Maiausflügler aus Okarben und Petterweil.

Auf einen ähnlichen Zulauf hofft Hans-Joachim Thun auch, wenn das Vereinsheim ab sofort immer sonntags geöffnet sein wird. »Wir sind eine Anlaufstation für Radfahrer und Spaziergänger. Das ist es, was uns bekannt gemacht hat«, sagt er.

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