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Gute Resonanz auf Aktionstag der Kindertagespflege

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Von: Anne-Rose Dostalek

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Eltern und Tagesmütter ungezwungen am Info-Tisch des Kindertagespflegebüros auf dem Spielplatz Hessenring. In dunkeln T-Shirts mit Aufdruck die beiden Fachkräfte und Tagesmütter, Nina Hogen (ganz links) vom Tagespflegebüro, Tagesmutter Kai Vockentanz und Gabriele Ratazzi-Stoll, die Leiterin des Tagespflegebüros. © Anne-Rose Dostalek

Tagesmütter sind ein rares Gut, und die Plätze sind nachgefragt. Auf dem Aktionstag »Gut betreut in Kindertagespflege« am Mittwochnachmittag informierten sich viele junge Eltern über diese familiennahe Form der Kinderbetreuung.

U ngezwungen und barrierefrei - so präsentierten sich Karbens Tagesmütter und die Fachfrauen Gabriele Ratazzi-Stoll und Nina Hogen des Kindertagespflegebüros auf dem Hessenspielplatz an der Nidda. Schon gleich zu Beginn umringen die ersten Mütter den Info-Tisch, an dem Fachberaterin Hogen steht und Fragen zur Betreuungsform und Platzvergabe beantwortet. Denn den jungen Frauen sitzt die Angst im Nacken, dass sie keinen Betreungsplatz für ihr Kind haben, wenn die Elternzeit zu Ende ist und sie wieder anfangen zu arbeiten.

Trennung fällt oft nicht leicht

»Eine Tagesmutter kann sich besser um mein Kind kümmern, denn die Kindergruppe ist im Vergleich zur Kita sehr klein «, findet Sarah und blickt auf ihren vier Monate alten Sohn, der friedlich im Kinderwagen liegt. Noch kann sie sich gar nicht vorstellen, ihn morgens zur Kita oder zur Tagesmutter zu bringen. Aber nach anderthalb Jahren ist ihre Elternzeit zu Ende und dann will sie 25 Stunden in der Woche arbeiten.

Auch Nadine möchte das Beste für ihr Kind und hat von einer Freundin gehört, dass die Betreung bei einer Tagesmutter sehr zuverlässig und liebevoll erfolgt.

Hogen erklärt ihnen, dass sie sich mit ihrem konkreten Bedarf an Betreuung an das Tagespflegebüro wenden müssen. Dieses übernimmt kostenfrei die fachliche Beratung und Vermittlung an eine Tagesmutter, die freie Plätze hat. Alles andere, die Kontaktaufnahme, das Kennenlerngespräch, Hospitation und der Vertragsabschluss erfolgen direkt zwischen Eltern und Tagesmutter. »Wir begleiten diesen Prozess, aber die Entscheidung über die Platzvergabe liegt bei der Tagesmutter, und auch für die Eltern gilt, dass die Chemie stimmen muss«, sagt Gabriele Ratazzi-Stoll, Leiterin des Kindertagespflegebüros.

Es sei richtig, dass sich Eltern so früh um einen Platz bei einer Tagesmutter kümmern, denn die Nachfrage sei groß und die Zahl der Plätze überschaubar. Auf die verschiedenen Stadtteile verteilt betreuen derzeit acht Tagesmütter vierzig Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren. Eine weitere Tagesmutter ist in der modulären einjährigen Ausbildung, die im September 2021 begonnen hat. »Ich habe selber ein Kind und habe mich sehr damit beschäftigt, was ein Kind braucht, um sich gut zu entwickeln. Als die Betreungsfrage anstand, fiel mir die Trennung sehr schwer. Die gute Beziehung zur Tagesmutter und ihre Feinfühligkeit haben mir sehr geholfen«, sagt sie im Rückblick. Weil sie sehr gerne mit Kindern etwas mache mit dem Schwerpunkt auf Naturpädagogik und sich intensiv mit pädagogischen Frage beschäftige, habe sie sich entschlossen, den Beruf zu wechseln und Tagesmutter zu werden. Die Selbstständigkeit schreckt sie nicht. »Der Verwaltungsaufwand hält sich in Grenzen«, meint sie. Außerdem gebe es viel Unterstützung und fachliche Begleitung und Fortbildung durch das Tagespflegebüro.

Tagesmütter dringend gesucht

»Wir suchen dringend weitere Tagesmütter oder Tagesväter«, sagt Ratazzi-Stoll und verweist auf die guten Berufsaussichten und Bezahlung, die gesetzlich über Platzpauschalen geregelt ist. Vorausgesetzt, die nebenberufliche modulare Ausbildung wurde mit dem Bundeszertifikat als Tagesmutter abgeschlossen.

Kai Vockentanz ist bereits seit zwölf Jahren selbstständige Tagesmutter und hat es nicht bereut. »Das hat für mich gepasst, als ich mich entscheiden musste, wie mache ich es mit Arbeit und Kind«, sagt die gelernte Erzieherin. Aktuell betreut sie in Kloppenheim fünf Tageskinder zwischen Montag und Donnerstag, 28 Stunden in der Woche. »Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß«, sagt sie. Die Eltern würden diese familiäre Form der Betreuung schätzen, die überschaubare Kindergruppe, die stabile Betreuung.

Geregelt ist in Karben seit mittlerweile einem Jahr auch die Vertretung, wenn eine Tagesmutter krank oder in Urlaub ist. In diesen Fällen springt Ursula Schweitzer ein, festangestellte Tagesmutter, die in kindgerecht eingerichteten Räumen im Kindertagespflegebüro die betroffenen Kinder betreut. »Es läuft super, und ich kenne mittlerweile fast alle Kinder«, sagt Schweitzer, die schon viele Vertretungseinsätze hatte. Weil sie regelmäßig »Beziehungspflege« bei den Tagesmüttern macht, kommen die Kinder auch gerne zu ihr ins »Zwergennest«.

Ansprechpartnerinnen im Kindertagespflegebüro Karben sind Gabriele Ratazzi-Stoll und Nina Hogen, Tel. 0 60 39/6 08 97 01, Sprechzeiten: Mo., Di., Mi. und Fr. von 9.30 bis 12.30 Uhr, Beratungstermine nachmittags und abends nach Absprache, E-Mail-Adresse: info@ktb-karben.de

Das Kindertagespflegebüro des Mütter- und FamilienZentrums (MüZe) Karben berät Eltern, Tagesmütter bzw. Tagesväter und an der Kindertagespflege interessierte Personen zu allen Fragen rund um diese Form der Betreuungsmöglichkeit. Im Zentrum der Beratung stehen immer das Wohl des Kindes und die individuelle Familien-, Arbeits- und Lebenssituation. Der Rechtsanspruch auf Betreuung gilt ab dem ersten Lebensjahr und ist im Wetteraukreis seit dem 1. Mai von 25 Studen auf 35 Wochenstunden erhöht worden. Die qualifizierteTagesmütterbetreuung ist gleichrangig zur Kita-Betreuung und es gilt eine kommunale Kostenbeitragssatzung und Gebührentabelle. dos

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