1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Karben

Kinder imkern und sammeln Wissen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christine Fauerbach

Kommentare

wz_bienen_ag8_cf_060522_4c_1
Die Bienen AG der Grundschule Am Römerbad. © Christine Fauerbach

Die Bienen AG der Grundschule am Römerbad in Okarben ist erfolgreich, denn die elf Nachwuchs- imkerinnen und -imker gehören zu den ersten drei Preisträgern des bundesweiten Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik. Welchen Preis sie genau gewonnen haben, erfahren sie aber erst am 21. Juni bei der Preisverleihung in Berlin.

H inter den elf Schülerinnen und Schülern der Bienen AG der Grundschule am Römerbad in Okarben und ihren Lehrerinnen Sabine von Trotha und Jana Rück liegt ein ungewöhnlicher wie anstrengender Schultag. Am Montag traf sich die Bienen AG mit einem Filmteam im Pfarrgarten der evangelischen Kirche Okarben.

Dort hat die Ende November 2021 gegründete Bienen AG an der Grundschule am Römerbad seit März ihr erstes Bienenvolk stehen. Einmal in der Woche schauen die jungen Nachwuchsimker nach ihren Bienen. Fachliche Ratschläge und Informationen rund um die fleißigen Nektarsammlerinnen und ihre Königin bekommen die Zweit- bis Viertklässler von Förderschullehrerin und Imkerin Sabine von Trotha und Grundschullehrerin und Nachwuchsimkerin Jana Rück.

Filmteam zu Gast bei der Bienen AG

Stolz präsentierten die Grundschüler dem Filmteam ihr professionelles Imker-Outfit und sprachen über ihr neues Hobby. »Die Bienen AG ist cool. Wir schauen, wie sich unsere Bienen entwickeln. Vor Kurzem haben wir den Honigrahmen in den Kasten gestellt, und die Bienen haben dort Waben selbst reingebaut«, schwärmt Mandy. »Ich finde es interessant, die Bienen bei der Arbeit zu beobachten und freue mich auf die Honigernte«, berichtet Janosch. »Ich habe schon eine Drohne in der Hand gehalten. Wir lernen sehr viel von den Bienen, arbeiten gut mit ihnen zusammen und haben viel Spaß«, informiert Tubanur.

Das Filmteam hatte zahlreiche Fragen an die jungen Imker und filmte sie den ganzen Vormittag über. »Das war ganz schön anstrengend und hat lange gedauert«, bilanzieren die Grundschüler. Gefilmt wurden sie, weil sie zu den ersten drei Preisträgern unter den Grundschulen beim bundesweiten Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik »Alle für eine Welt für alle« gehören. Welchen Preis die Karbener Bienen AG gewonnen hat, erfährt sie erst bei der Preisverleihung im Juni in Berlin.

»Der Countdown läuft: Es ist Zeit für Action!« ist das Thema des zehnten Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik. Ausgeschrieben hat ihn das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Schirmherr ist Bundepräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Okarbener Bienen AG hat sich erfolgreich mit ihrem Projekt beworben. Sie haben sich nicht nur für Bienen in Deutschland interessiert, sondern auch die verschiedenen Herkunftsländer ihrer Familien in den Blick genommen. Die Kinder der Bienen AG haben familiäre Wurzeln in der Türkei, Reunion, Indonesien, USA, Serbien, Italien und Kroatien. Miteinbezogen haben die Imker die gleichzeitig stattfindende Schülerzeitung-AG, die Kontakte nach Indien und Syrien vermittelte. Der Okarbener Pfarrer vermittele einen Kontakt zu Patenkindern der Gemeinde nach Ruanda, die Lehrerinnen zu Schulen nach Sambia, Estland und der Mongolei. Die Grundschüler haben so ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit ihrem Bienenvolk mit Kindern, Lehrern und Verwandten in der ganzen Welt getreu des Mottos »Global denken, lokal handeln!« geteilt. Und sich mit den 17 Wettbewerbszielen für nachhaltige Entwicklung und ihrer Erreichbarkeit auseinandergesetzt. Die Kinder und Jugendlichen sollten sich nicht nur mehr über die einzelnen Ziele und ihre Bedeutung informieren, sondern auch globale Zusammenhänge erfahren und eigene Handlungsoptionen ausloten. Getreu des Mottos: Nicht nur jeder Gedanke zur »Einen Welt« zählt, sondern vor allem jede Aktion. »Bienen gibt es auf der ganzen Welt«, berichten die Okarbener Nachwuchsimker. »Die Idee, dass Insekten nicht nur bei uns bedeutsam und auch bedroht sind, sondern auf der ganzen Welt ein Thema sind, trägt unser Projekt. Dadurch wird das Engagement für Insekten umso wichtiger«, ergänzt Sabine von Trotha.

Das Projekt war von Anfang an spannend. Briefe mussten geschrieben und in andere Sprachen übersetzt werden. »Die Idee ist, die Welt im Klassenzimmer zu entdecken und die Vielzahl an Möglichkeiten auf digitalem Wege mit der ganzen Welt zu kommunizieren. Die Kinder lernen so, ihre Herkunftsländer wertzuschätzen und ihre Kontakte zu nutzen, Informationen aus aller Welt zu bekommen.« Kontakte waren durch Corona erschwert, kamen teils nicht zustande, wie mit Nomaden in der Mongolei.

Bienen-Video aus Indonesien

Ein Großvater eines Schülers schickte ein erstes Video aus Indonesien. Dort leben die Bienen in Bambusstöcken und sie stechen nicht. Aus Sambia traf die Nachricht ein, dass es dort keine Bienen gibt, sondern nur im Norden des Landes bei den Kupferminen. Die Schüler erbaten auch von Okarbener Altersgenossen Informationen über Bienen. Ein reger Austausch über WhatsApp kam zustande.

Die Schülerinnen und Schüler dokumentierten alles methodisch und bereiteten ihr Wissen für andere Kinder und die Wettbewerbsunterlagen auf.

Auch interessant

Kommentare