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Neues Rewe-Center und einige heimische Betriebe

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Von: Holger Pegelow

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Hier soll es in einigen Jahren anders aussehen: Das Rewe-Center wird an die B3 verlagert, an seiner Stelle können sich einige Karbener Betriebe ansiedeln. © HOLGER PEGELOW

Die Stadt Karben entwickelt derzeit das Gewerbegebiet Am Warthweg. Doch ist eineBrücke für Fußgänger und Radfahrer machbar?

Karben (pe). Da die Stadt Karben nach eigenen Angaben über keinerlei Gewerbeflächen mehr verfügt, ist ihr die Ankündigung des Rewe-Konzerns gerade recht gekommen. Denn der möchte das jetzige Rewe-Center näher an die Bundesstraße 3 bringen. Auf dem jetzigen Gelände des SB-Großmarktes möchte die Stadt heimisches Gewerbe ansiedeln. Für diese Vorhaben muss eine Abweichung vom Landesentwicklungsplan Hessen beantragt werden. Denn das Gebiet muss als Sondergebiet mit Zweckbestimmung Großflächiger Einzelhandel ausgewiesen werden. Die Beantragung hat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung bei Enthaltung der Grünen mit großer Mehrheit beschlossen.

Die Vorgeschichte reicht bis Ende Oktober 2020 zurück. Da hatte das Stadtparlament die Aufstellung eines Bebauungsplans für dieses Gebiet beschlossen. Um die Ziele, nämlich Umsiedlung des Rewe-Centers und Neuansiedlung von heimischem Gewerbe erreichen zu können, muss die Abweichung von den regionalen Plänen beantragt werden. Denn das jetzige Gebäude des SB-Warenhauses liegt im Außenbereich.

Laut der Vorlage an die Stadtverordneten soll das Rewe-Center mit genau derselben Gesamtquadratmeterzahl wie jetzt an der B3 neu errichtet werden. Die Gesellschaft GMA hat die wirtschaftlichen Auswirkungen des Standortes genau untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass der neue Standort zur Sicherung des Unterzentrums Karben beiträgt.

Das Einzugsgebiet gibt man mit Karben, Niddatal, Wöllstadt, Rosbach und Bad Homburg an. Bestandsgefährdungen von strukturprägenden Anbietern und städtebauliche Beeinträchtigungen könnten ausgeschlossen werden. Aktuell laufen nach Angaben von Bürgermeister Guido Rahn (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung umfangreiche archäologische Voruntersuchungen. »Es besteht eine hohe Funddichte«, sagte er.

Laut Rahn prüft der Fachbereich gerade, ob eine südliche Anbindung des Gebietes erfolgen könne, sprich von der Bahnhofstraße her, und nicht, wie jetzt, von der Nordumgehung. Auch die innere Verkehrssituation müsse neu betrachtet werden. Zudem sei ein Planungsbüro laut Rahn dabei, ein Energiekonzept für das Gewerbegebiet unter Einbeziehung der großen Unternehmen zu erstellen. Die Planer, die das Gebiet analysiert haben, schreiben, es handele sich »primär um einen autokundenorientierten Standort«. Sprich: Die weitaus meisten Kundinnen und Kunden kommen mit dem Auto.

Das hat sicher auch damit zu tun, dass das jetzige Rewe-Center mit dem Fahrrad nicht optimal erreichbar ist, zumindest nicht von Seite Petterweil oder von Wöllstadt her. Deshalb hat die Stadt Karben eine Machbarkeitsstudie für eine Fuß- und Radwegebrücke über die B3 in Auftrag gegeben. Mit dieser Brücke solle eine direkte und schnelle Radwegeverbindung zwischen Petterweil und dem Stadtzentrum geschaffen werden. »Gerade die Querung des Kreuzungspunktes B3/Nordumgehung/Am Heroldshain ist mit erheblichen Verlustzeiten für den Fuß- und Radverkehr verbunden.« Gleichzeitig könnte mit so einer Brücke der Verkehrsfluss auf der B3 und der Nordumgehung verbessert werden, heißt es in den Mitteilungen des Bürgermeisters weiter.

Laut Rahn aus früheren Sitzungen liegen Anfragen einiger Karbener Unternehmen vor, die sich vergrößern möchten. Ein Unternehmen mit gut 100 Mitarbeitern aus dem Maschinenbau habe bereits eine Option auf über 10 000 Quadratmeter, um seinen Standort in Karben zu erweitern. Andere kleinere heimische Unternehmen suchten ebenfalls Möglichkeiten, um ihre Betriebe zukunftsfähig zu machen, und benötigen hierzu weitere Flächen, Ziel sei es, möglichst mehrere mittelgroße und kleinere Unternehmen anzusiedeln.

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