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Perspektiven für die Stadt

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Von: Christine Wieberneit

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Bürgermeister Guido Rahn © Red

Karben (pm/cwi)- Die anstehende Gebietsreform in Hessen hat letztlich am 1. Juli 1970 dazu geführt, dass die Stadt Karben gegründet wurde. Im ersten Schritt haben sich die Dörfer Groß-Karben, Klein-Karben, Okarben, Kloppenheim und Rendel zusammengetan. Burg-Gräfenrode wurde zum 1. Januar 1972 eingemeindet, Petterweil folgte zum August vor 50 Jahren.

Rasante Entwicklung

Peu à peu setzte eine rasante Entwicklung ein. »Die ersten großen Sprünge gab es natürlich kurz nach der Stadtgründung in der Ära von Bürgermeister Paul Schönfeld«, sagt Bürgermeister Guido Rahn. Damals habe die Innenstadt-Entwicklung begonnen, das Schwimmbad wurde gebaut, das Gewerbegebiet entstand sowie das Bürgerzentrum mit Rathaus. Paul Schönfeld (SPD) amtierte von 1974 bis 1992, er hat die junge Stadt Karben geprägt.

Rückblickend ist Rahn froh darüber, dass nicht alle Pläne, die für die junge Stadt Karben geschmiedet wurden, realisiert worden sind. Angedacht sei gewesen, dass die Stadt ein Siedlungsschwerpunkt mit bis zu 50 000 Einwohnern werde. Dazu sei eine vierspurige autobahnähnliche Bundesstraße vorgesehen gewesen. »Manch einem sind es ja heute schon zu viele Einwohner, aber diese Pläne sahen das Doppelte auf dieser Fläche vor. Aus heutiger Sicht unvorstellbar«, sagt Rahn.

Politische Entscheidungen könnten so oder so langwierige Folgen haben. »Negativ war definitiv die Nidda-Begradigung. Die ist allerdings schon vor der Stadtgründung umgesetzt worden. Aber dieses Beispiel zeigt gut, wie sich innerhalb von 50 Jahren die Einstellungen und Sichtweisen ändern können«, erklärt Rahn. »Heute wird die Begradigung zum Glück wieder zurückgebaut.« Daraus hätten sich wunderbare Orte zum Verweilen innerhalb der Stadt ergeben, daher sei er froh, dass die Renaturierung der Nidda bis Okarben fortgesetzt werde.

Das sei nur ein Beispiel, wo investiert werde, um die Lebensqualität zu verbessern.

Weitere Orte mit Charme seien der Rosenhang, der neu gestaltete Ludwigsbrunnen und der Rapp’s Natur-Erlebnis-Garten, »Karben profitiert von der guten Lage mitten im Drei-Bäder-Eck von Bad Vilbel, Bad Homburg und Bad Nauheim. Man kann hier einfach sehr gut leben. Und das ist entscheidend.«

Grenzen fürs Wachstum

Froh ist Rahn darüber, dass die Stadt Entwicklungspotenzial habe. Zu Beginn seiner Amtszeit vor zwölf Jahren sei die Stadt überschuldet gewesen. Es sei seither gelungen, die Finanzen zu sanieren. Das hätte Handlungsspielräume eröffnet, beispielsweise für neue Sportgelände an der Waldhohl. -Von Vorteil für die Stadt sei auch, dass es gelungen ist die Nordumgehung zu bauen. »Ohne diese Umgehung würden sich heute noch Tausende von Fahrzeugen zusätzlich durch den alten Ortskern quälen«, sagt der Bürgermeister.

Es sei abzusehen, dass Karben an die Wachstumsgrenzen komme. Zukünftig müsse der Fokus auf die Entwicklung der Ortskerne gelegt werden.

Pläne für die Zukunft gibt es: »In Klein-Karben an der Rathausstraße hat die Stadt beispielsweise schon drei Häuser gekauft und möchte dort eine Seniorentageseinrichtung unterbringen.« Nötig sei auch, dass Karben endlich vom Land als Mittelzentrum anerkannt werde, dabei um Millionenbeträge, die fließen würden. Rahn: »Wir geben da nicht so schnell auf.«

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