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Stadt kontrolliert Bio-Tonnen

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Im Bioabfall sammelt sich zu viel Plastik. Die Stadt Karben kündigt an die braunen Tonnen zu kontrollieren. Werden bei den Kontrollen mehrfach falsche Inhalte entdeckt, kann es eine Anzeige zur Folge haben. © PRIVAT

Karben (pm). Kunststoffe im Bioabfall bereiten der Abfallwirtschaft Wetterau Probleme, herkömmliches Plastik genauso wie die neuen, biologisch abbaubaren Kunststoffe. Alle müssen aufwendig aussortiert werden. Dadurch entstehen Kosten, die die Gebühren für den Bioabfall in die Höhe treiben. Kunststoffe gehören nicht in die Biotonne, informiert die Stadt Karben.

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Gern würden Abfallbeutel verwendet, weil sie praktisch sind und die Biotonne sauber bleibe, diese Beutel hätten aber nichts im Bioabfall zu suchen. Das gelte auch für Verkaufsschalen für Fleisch, Trinkbecher und Abfallbeutel, die aus biologisch abbaubaren Kunststoffen hergestellt werden.

Die Verbraucher wähnten sich auf der biologischen Seite, weil die Bio-Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais und Weizen hergestellt werden. Der Kauf sei verlockend, für die Abfallwirtschaft Wetterau seien diese Bio-Kunststoffe in der Biotonne aber genauso unerwünscht wie herkömmliche Plastiktüten. Sie werden beim Kompostieren im Humus- und Erdenwerk aussortiert.

Biobeutel seien optisch kaum von anderen Plastiktüten zu unterscheiden. Sie würden als Störstoffe vollautomatisch aussortiert und werden anschließend in einer Verbrennungsanlage thermisch verwertet. Die Bio-Kunststoffe hätten noch einen wesentlichen Nachteil: Der Zersetzungsprozess währt zu lange. In der Kompostierungsanlage in Niddatal/Ilbenstadt ist die Verweildauer des Komposts nur zehn Wochen. Bis dahin sind die Bio-Kunststoffe nicht sicher abgebaut., heißt es in der Mitteilung der Stadt Karben.

Auch herkömmliche Kunststoffe würden immer wieder im Bioabfall landen. Das seien Plastik-Einkaufstüten, die als Tüten für den Bioabfall verwendet werden, verschimmeltes Toastbrot werde samt Plastikbeutel in die Biotonne geworfen, verdorbene Wurst mit der Plastikfolie, Joghurt mitsamt Becher. All das müsse nicht sein, schreibt die Stadt. Um die herkömmlichen wie die Bio-Kunststoffe auszusortieren, muss der Bioabfall und später der Kompost zweimal durch ein engmaschiges Sieb wandern. Dadurch werde auch Kompost ausgesiebt, der mit den Kunststoffen teuer als Restmüll entsorgt werden müsse.

Diese Zusatzkosten seien vermeidbar. »Wer Kunststoffe in die Biotonne wirft, treibt die Verarbeitungskosten in die Höhe«, informiert die Stadt Karben. Die Stadt rät, um die Biotonne sauberzuhalten, Bioabfall in Zeitungspapier einzuwickeln oder Papiertüten zu verwenden. Diese Tüten biete die Stadtverwaltung an.

Strafen bis zum Entzug der Tonne

Weil zu oft Plastik in der braunen Tonne mitentsorgt werden, kündigt die Stadt Karben an, dass sie in der nächsten Zeit immer wieder Kontrollen bei der Bioabfuhr vornehmen wird. »Bei mehrfachen Verstößen kann es zu einer Ordnungswidrigkeitsanzeige bis hin zu einem Entzug der Biotonne kommen«, informiert die Stadt.

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