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Trimm-dich-Pfad im Karbener Wald wird erneuert

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Karbens Bürgermeister Guido Rahn (2. v. l.) am Trimm-dich-Pfad im Gespräch mit Michael Soborka (l.) und Stephan Mäser (r.), sowie weiteren Mitarbeitern des Bauhofs. © Jürgen W. Niehoff

Seit etwa 40 Jahren gibt es den Trimm-dich-Pfad im Karbener Wald. Zurzeit erneuert der Bauhof die Strecke. Welche Neuerungen gibt es und warum ist der Pfad nicht nur bei Karbenern beliebt?

Der Trimmpfad oberhalb von Groß-Karben ist zwar um die 40 Jahre alt, trotzdem sucht er seinesgleichen. Grund dafür ist sicherlich das große Engagement der Verantwortlichen im Karbener Rathaus. Als vor etwa einem Jahr erste Kritik am Zustand des Karbener Trimm-dich-Pfads in sozialen Netzwerken auftauchte, da wurde im Rathaus nicht lange gefackelt. Angeblich sollten sich die Wege der 2,6 Kilometer langen Trimm-dich-Strecke nach Regenfällen in Matschpfade verwandeln und deshalb kaum noch betretbar seien. .

»Gerade im letzten Jahr, in dem es so viel geregnet hat, war die Nutzung in der Tat eingeschränkt«, räumt Michael Soborka, Mitarbeiter der Fachabteilung Stadtplanung, Bau und Verkehr im Karbener Rathaus ein. Unterstützt von seinem Chef, dem Karbener Bürgermeister Guido Rahn (CDU), begab er sich deshalb daran, dies zu ändern. Und zwar aus gutem Grund: Denn als er vor etwa 20 Jahren im Rathaus seine Arbeit aufnahm, war es recht traurig um den Trimm-dich-Pfad an der Kreisstraße 246 bestellt. »Die Geräte waren nicht mehr zeitgemäß und dazu auch nicht gepflegt. Und die Wege waren in einem traurigen Zustand«, erinnert sich Soborka.

Zu diesem Zeitpunkt warb auch noch Trimmy, das freundliche Männchen mit dem hochgereckten Daumen, als Maskottchen mit dem Slogan »Ein Schlauer trimmt die Ausdauer« für die Trimm-dich-Bewegung. Doch Trimmys Bekanntheitsgrad war nur von kurzer Dauer - denn andere Sportarten und Fitness-Center machten dem Trimm-dich-Männchen und seinem Sport starke Konkurrenz. Und so drohten auch die Trimm-dich-Anlagen in einen Dornröschenschlaf zu versinken.

Also machte sich Soborka ans Werk, tauschte nacheinander die Trimm-dich-Geräte im Wald von Groß-Karben aus und ließ die Wege sanieren. Und das mit Erfolg, denn in der Folgezeit entwickelte sich der Karbener Pfad wieder zu einem Erfolgsmodell. »Die Strecke im Karbener Wald hat inzwischen schon Alleinstellungscharakter, mit großen Zulauf auch aus benachbarten Kommunen«, sagt Bürgermeister Rahn.

Doch das alles hat auch seinen Preis, wie er einräumt. 10 000 Euro für drei neue Trimm-dich-Geräte, die alle wegen der Haltbarkeit und leichteren Pflege in Edelstahlausführung sind. Weitere 5000 Euro für Holzhackschnitzel, die seien zwar teurer als Rindenmulch, dafür aber wesentlich länger haltbar. Schließlich noch rund 10 000 Euro Personalkosten. Denn drei Mitarbeiter des Bauhofs, unter Leitung von Stephan Mäser, waren in den vergangenen drei Wochen damit beschäftigt, die Strecke wieder auf Vordermann zu bringen.

»Mitverantwortlich für den schlechten Zustand der Wege waren auch Reiter und Radfahrer. Die haben nämlich vor allem bei feuchten Wetter tiefe Spuren hinterlassen«, berichtet Mäser. Die haben die Bauhof-Mitarbeiter erst wieder auffüllen müssen, bevor die Holzhackschnitzel die Strecke nun wieder perfekt machen. »Die Holzhackschnitzel schonen vor allem die Fußgelenke«, sagt Soborka über einen der Vorteile des neuen Wegebelags.

Aber nicht nur die Wege, an denen die neun Stationen - wie Bockspringen, Hangeln, Hochsprung, Sit-up-Station, Bauchmuskeltrainer, Liegestütz, Barren, Balance-Stamm, Ringe und zwei Reckstangen - in regelmäßigen Abständen platziert sind, wurden ausgetauscht oder frisch saniert, auch die Hinweisschilder entlang der Strecke erstrahlen im neuen Glanz.

Parkplatz wegen Andrang vergrößert

»Da der Pfad so gut angenommen wird, mussten wir bereits den Parkplatz auf circa 20 Stellplätze vergrößern. Trotzdem wird an manchem Wochenende der Platz knapp«, sagt Rahn und weist auf die große Akzeptanz des Trimm-dich-Pfades in Karben hin. Auch er nutze den Pfad regelmäßig. »Wenn möglich drehe ich hier einmal in der Woche eine Runde.«

Die große Beliebtheit des Pfades ist in zwischen auch in benachbarten Kommunen aufgefallen. Soborka berichtet: »Ich habe vor Kurzem einen Anruf aus dem Rosbacher Rathaus erhalten. Auch dort will man wohl demnächst ebenfalls einen Trimm-dich-Pfad errichten.«

Rücksicht und Hygiene sind unverzichtbar

Zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer ist auch im Wald und an den Fitnessgeräten der empfohlene Sicherheitsabstand einzuhalten. Ist ein Gerät oder Platz gerade besetzt, sollte man in ausreichender Entfernung auf seinen persönlichen Einsatz warten. Beim Joggen zwischen den Stationen sollten Spaziergänger und andere Sportler mit ausreichend Abstand passiert werden. An den Outdoor-Fitnessgeräten sollten unbedingt die Hygieneregeln beachtet werden. Alles, was viele Menschen anfassen, kann gefährlich werden. Da Corona wie andere Infektionskrankheiten über Tröpfchen- und Schmierinfektionen übertragen wird, können die Viren sich auch über Sportgeräte verbreiten. Kann ein Gerät vor dem Gebrauch nicht gereinigt werden, lohnt sich der Einsatz von Desinfektionsmittel. Nach dem Sport ist Händewaschen das Mittel erster Wahl. jwn

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