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Vom Lächeln zum befreiten Lachen

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Karben (pm). In der eigentlichen Hochphase des dieses Jahr wegen Corona ausfallenden Karnevalls widmet sich das Literaturforum Karben dem Humor, und zwar am Donnerstag, 24. Februar, ab 19.30 Uhr, im »KUHtelier« im Schlosshof von Leonhardi, Burg-Gräfenröder-Straße 2, in Groß-Karben.

Anspruchsvolle Literatur und Humor bilden keinen Widerspruch, sondern gelungene Wortkunst, die meist ein genussvolles Lächeln oder Schmunzeln entlockt. Als leuchtendes Beispiel für einen eher »schwarzen Humor« in gehobener, ja in Weltliteratur, steht Thomas Bernhard, der Grantler aus Österreich. Ergänzt werde er vom wortakrobatischen Sprachkünstler Hermann Burger, schreibt Vorsitzender Dieter Körber.

Da dürfen Sinasi Dikmen und Robert Gernhardt, der von Frankfurt quasi adoptierte, unvergessene Poet, nicht fehlen. Tiefgründiger Humor findet sich in Gedichten von Kurt Schwitters. Im Programm des Literaturforums Karben bildet er gleichsam den Übergang zum literarischen Kabarett, vertreten durch Erich Kästner und Kurt Tucholsky.

Spiegel der Zeit

Kabarett und Satire sind angriffslustig, wo es nottut, nachdenklich, wo es angebracht ist, und komisch, wo man es nicht erwartet. Die Satiriker und die Kabarettisten lassen bisweilen das Lachen stocken und zwingen zur Nachdenklichkeit. Die satirische Literatur und auch die Texte des Kabaretts bieten nicht nur Lesevergnügen und Unterhaltung, sondern sind immer auch ein Spiegel der Zeitgeschichte. »Die Anwendung von Intelligenz ist nicht so qualvoll, wie allgemein vermutet«, behauptete der Kabarettist Werner Schneyder. Dennoch sind die Textbeiträge weniger dem politischen Kabarett als dem literarischen Kabarett mit seinen zeitlosen Themen verpflichtet. Endlich kommt der Abend zum unsterblichen Karl Valentin. Der Sprachvirtuose ringt um Orientierung in Raum und Zeit, stellt prinzipielle Fragen. Welche Bedeutung haben Wörter? Was kann man sagen, was nicht? Wie denken und verstehen wir die Welt? In letzter Konsequenz führt er die Grenzen der Sprache vor und scheut sich nicht, auch jenseits dieser Schwellen herumzustochern. Mit dem eher heiter besinnlichen Eugen Roth endet das literarische Leseprogramm. Nicola Piesch singt, begleitet am Piano von Dieter Wierz. Die Veranstaltung unterliegt der 2G-plus-Regel. Die Besucher sollen geimpft oder genesen sein und einen tagesaktuellen Negativ-Test vorweisen, für dreifach Geimpfte entfällt der Test.

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