1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Karben

Waldorfschule soll nach Kloppenheim kommen

Erstellt:

Von: Jürgen W. Niehoff

Kommentare

ndk_k_Ortsbeirat_Kloppen_4c_4
Im Stadtzentrum soll auf einer Fläche von 7,9 Hektar das neue Wohngebiet Brunnenquartier entstehen. FOTO/REPRO: JÜRGEN W. NIEHOFF © Jürgen W. Niehoff

Eine Waldorfschule in Kloppenheim? Dieser Wunsch scheint nun nicht nur nach den Vorstellungen einiger Eltern des Waldorfkindergarten Bad Vilbel wirklich werden zu können, sondern auch im Karbener Rathaus stehen die Lichter mittlerweile offensichtlich auch auf grün.

N achdem das Angebot von der Firma Yplay für den Glasfaserausbau ganz Karbens und damit auch für den Ortsteil Kloppenheim zu Beginn der Sitzung ausführlich abgehandelt war, kam das Thema Waldorfschule in Kloppenheim schon auf den Tisch. Da es in der näheren Umgebung um Karben und Bad Vilbel kein derartiges Schulangebot gibt, die Eltern der Kinder, die in Bad Vilbel einen Waldorfkindergarten besuchen, aber den dringenden Wunsch haben, ihre Kinder anschließend auf eine Waldorfschule zu schicken, wurde in der Vergangenheit nach einem geeigneten Standort gesucht.

In Kloppenheim in einer Baumschule wurde man fündig. »Die Nähe zur Natur mit den Obstbäumen direkt vor dem Schulhof ist nach Vorstellung der Eltern der perfekte Schulhof«, erklärte Bürgermeister Guido Rahn (CDU) die Standortwahl der Eltern. Geplant ist eine einzügige Grundschule mit maximal 20 Kinder pro Schulklasse.

Die Stadt unterstützt das Projekt, weil dadurch das Schulangebot in Karben mit einem neuen Schultyp vergrößert wird. Und auch im Ortsbeirat erhob sich nur eine kritische Stimme wegen der schmalen Zufahrt zu dem Gelände. Doch Rahn wiegelte ab: «Auch dazu werden derzeit noch Gutachten erstellt. Außerdem wird voraussichtlich nicht jedes der 8o Kinder mit dem Elterntaxi zur Schule kommen. Dem Aufstellungsbeschluss zur Erstellung einer Bauleitplanung für die Schule wurde sodann bei eine Enthaltung zugestimmt.

Baubeginn verzögert sich

In diesem Zusammenhang berichtete der Bürgermeister noch über den Stand in Sachen Neubau der Grundschule. Weil die Verhandlungen mit dem Wetteraukreis hinsichtlich der Kosten für die Turnhalle noch nicht abgeschlossen sind, wird sich der Baubeginn voraussichtlich noch bis 2024 hinauszögern. Deshalb müsse auch die Anzahl der Container von vier auf acht erweitert werden, da zum einen die Schülerzahl steige und zum anderen mehr Raumangebot für das Ganztagsschulangebot erforderlich sei.

Auch für das Bauprojekt Brunnenquartier seien die Vorbereitungsarbeiten noch im vollen Gange. Zwischen 450 und 500 Neubürger sollen auf dem 7,9 Hektar großen Gelände im Bereich der Stadtmitte ein neues Zuhause finden. Zurzeit würden gerade die Beratungen der Energiefachleute über das ökologisch und ökonomisch günstige Heizsystem stattfinden.

Eine gute Nachricht gebe es in diesem Zusammenhang aber schon: »Voraussichtlich bekommt die Stadt 2,7 Millionen Euro Förderung vom Land Hessen, weil das Projekt im Grüngürtel nach Frankfurt verwirklicht werden soll«, kündigt Rahn an.

Sorgen bereitet dem Rathauschef hingegen der Geringsgraben, weil die Wünsche der Anlieger sehr unterschiedlich sind. Die einen verlangen die vollständige Kanalisierung des Grabens, der sich quer durch Kloppenheim zieht, die anderen wollen den Graben in seiner jetzigen Form erhalten wissen. »Sonst bekommen die Bäume in der unmittelbaren Umgebung gar kein Wasser mehr«, erklärt beispielsweise Peter Hofmann vom BUND. Da die Finanzen der Stadt nach Auskunft Rahns eine vollständige Kanalisierung nicht erlauben, wird wohl auch weiterhin nur eine teilweise Verrohrung möglich sein.

Keine Neuigkeiten konnte Rahn zum Ausbau der Bundesstraße 3, zum Radwegekonzept und zum weiteren Schicksal der vier Windräder in Karben verkünden. All die Projekte seien in der Bearbeitung und hätten deshalb voraussichtlich in nächster Zeit kaum Chancen auf Realisierung.

Bitte um Geld- statt um Sachspenden

Abschließend bat Rahn im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und der Flüchtlingswelle um Zurückhaltungen bei den privaten Sachspenden. Der Stadt organisiere gerade alles Notwendige. »Manche entrümpeln gerade ihre Keller. Und das kann keiner wirklich gebrauchen. Besser sind Geldspenden, weil diese gezielt eingesetzt werden können«, sagte der Rathauschef.

ndk_k_Ortsbeirat_Kloppen_4c_5
Weil eine komplette Verrohrung des Geringsgrabens zu teuer wird, wird es wohl weiterhin bei einer Teillösung im Einzelfall bleiben. © Jürgen W. Niehoff

Auch interessant

Kommentare