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Warum das Ortsschild weichen soll

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Von: Jürgen Schenk

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Bürgermeister Guido Rahn (M.) informiert beim Ortsrundgang über Vorgaben des Wetteraukreises. FOTOS:SCHENK © Jürgen Schenk

Karben (jsl). Bürokratie macht der Stadt Karben derzeit das Leben schwer. Wie so oft geht es um Fragen des Straßenverkehrs. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) spricht von »Druck«, den übergeordnete Behörden auf die Stadt ausüben. Was er meint, wurde am Samstagvormittag beim Rundgang des Kloppenheimer Ortsbeirates deutlich. Angesichts zweier Neuregelungen, die der Wetteraukreis angeregt hat, machte sich unter den rund 15 Teilnehmenden Kopfschütteln breit.

Einige sprachen von »Paragrafenreiterei«.

Unter der Regie von Ortsvorsteherin Marita Scheurich (CDU) ging es zunächst um das Ortsschild in Höhe der Neuen Mitte. Es trägt den Aufdruck »Karben Wetteraukreis«. Stadtpolizist Jörg Witzenberger erklärte, dass dieses Schild jetzt als falsch deklariert worden sei und bis zur Gehspitze zurückgebaut werden müsse. Die Stadt hätte gern ein Versetzen vor den Knotenpunkt an der Kreuzung Brunnenstraße gesehen, also genau in die andere Richtung. Nun befürchten die Karbener Verantwortlichen, dass die Änderung Sinn und Zweck der Neuen Mitte ein Stück weit ad absurdum führen könnte.

Schachbrett-Muster ist kein Überweg

Die Neuerung bedeute auch, dass noch mehr Schilder aufgestellt werden müssten, obwohl der Magistrat gegenwärtig deren Verringerung vorantreibt. An den angebundenen Straßen kämen allein sechs Ortsschilder plus einige Verkehrsschilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung hinzu. Das gilt vor allem für den Kreisel am City-Center. »Wir haben den Eindruck, dass wir zu diesen Maßnahmen von höherer Stelle gezwungen werden«, kritisierte Rahn.

»Wenn wir nicht mit Tempobegrenzungen gegensteuern, dürften Geschwindigkeiten bis zu 100 gefahren werden«, erklärte er. Ein Verfahren seitens der Stadt sei bereits am Laufen. »Wenn so etwas von den Behörden erst einmal aufgenommen wurde, dann geht es eben seinen amtlichen Weg.«

Auch Ortspolizist Witzenberger stellte so viel »angestaubte Bürokratie« infrage. »Das ist nicht mehr zeitgemäß«, sagte er. »Immerhin muss doch die Stadt selbst wissen, was für ihre Bürgerinnen und Bürger am besten ist.«

Ein ähnliches Possenspiel zeichnet sich um den Fußgängerüberweg am Groß-Karbener Bahnhof ab. Zwischen der kleinen Ladenzeile und der Unterführung zu den Gleisen 2 und 3 befindet sich ein Schachbrettmuster auf der Straße. Ein offizieller Überweg ist der markierte Bereich nicht, das wissen auch die Verantwortlichen der Stadt. Denn laut Straßenverkehrsordnung stellt ein Schachbrett keinen zugelassenen Fußgängerüberweg dar.

Altglascontainer am P+R-Parkplatz

»Jetzt wurde der Übergang von der übergeordneten Behörde als illegal bezeichnet. Er soll verschwinden«, informierte Witzenberger. »Auf der anderen Seite sind Kinder, Eltern, Lehrer und sogar die Verkehrswacht von seinem Nutzen überzeugt und haben ihn gut angenommen. Die zuständige Behörde nennt den Übergang hingegen einen Unsicherheitsfaktor.«

Bürgermeister Guido Rahn und Ingrid Lenz (CDU) vom Magistrat der Stadt Karben verglichen die Situation mit einem »Schildbürgerstreich«. Stadtpolizist Jörg Witzenberger erklärte Bedingungen für einen regulären Fußgängerüberweg: »Ein Zebrastreifen braucht ein Warnschild und ausreichende Beleuchtung. In einer 30er-Zone, wo das Tempo ohnehin schon gedrosselt ist, kann der Zebrastreifen in der Regel entfallen.«

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung des Kloppenheimer Ortsbeirats war die Suche nach einem geeigneten Platz für die Altglascontainer. Eine Stelle unterhalb des Aldi-Marktes wurde aus Sorge vor Vermüllung wieder fallen gelassen. Letztlich entschied sich der Ortsbeirat für die Idee, solche Container beim Park-and-Ride-Platz auf der anderen Seite der Bahngleise aufzustellen.

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Das Ortsschild an die Gehspitze soll weichen. Das würde aus der innerörtlichen Straße eine Landstraße machen. © Jürgen Schenk

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