+
Für Theaterkarten stehen die Menschen schon ab 5 Uhr in der Schlage.

Gibt's hier was umsonst?

Um Karten für die Burgfestspiele zu ergattern, stehen Theaterfans schon um 5 Uhr Schlange

Noch bevor die Sonne aufgegangen ist, stehen die Ersten vor dem Kartenbüro in der Zehntscheune. Wenn sich um 9 Uhr die Türen für den Kartenvorverkauf der Bad Vilbeler Burgfestspiele öffnen, werden manche von ihnen hier schon vier Stunden gewartet haben. Im Vorraum haben es sich acht Leute auf den vorhandenen Sitzen oder auf mitgebrachten Klappstühlen gemütlich gemacht. "Das nächste Mal organisieren wir ein gemeinsames Frühstück", scherzt eine Dame. Es wird gestrickt, gelacht: Die Stimmung ist gut – und das montagmorgens um halb acht.

Noch bevor die Sonne aufgegangen ist, stehen die Ersten vor dem Kartenbüro in der Zehntscheune. Wenn sich um 9 Uhr die Türen für den Kartenvorverkauf der Bad Vilbeler Burgfestspiele öffnen, werden manche von ihnen hier schon vier Stunden gewartet haben. Im Vorraum haben es sich acht Leute auf den vorhandenen Sitzen oder auf mitgebrachten Klappstühlen gemütlich gemacht. "Das nächste Mal organisieren wir ein gemeinsames Frühstück", scherzt eine Dame. Es wird gestrickt, gelacht: Die Stimmung ist gut – und das montagmorgens um halb acht.

Die Frau, die heute als Erste vor Ort war, möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Sie verrät allerdings, dass sie bereits gegen fünf Uhr am Kartenbüro gegenüber der Wasserburg eingetroffen sei. Schon im vergangenen Jahr stand sie ganz vorn in der Schlange, heute wird sie 25 Karten kaufen. Ins Bett sei sie gar nicht erst gegangen und daher freut sie sich umso mehr, wenn sie sich bald wieder in selbiges zurückbegeben kann.

Auch Brigitte Ridder (64) aus Karben war wieder einmal früh hier. "Um kurz nach halb sechs", erzählt sie, die sich als sechste in die Wartenden eingereiht hat. Seit knapp zehn Jahren gehört sie regelmäßig zu denen, die als allererste eine der beliebten Karten ergattern, bis zu 1000 Euro sei sie in der Vergangenheit schon einmal hier losgeworden. Heute möchte sie 40 Tickets holen, sie wird jedes der vier Stücke besuchen. Den 2018 ausverkauften Kassenschlager "Maria, ihm schmeckt’s nicht" möchte sie sich zum zweiten Mal anschauen, die Umsetzung findet sie großartig.

Draußen gehören Hubert Wiedemann und Margit Stadtmüller zu den Wartenden und halten die "Fahne des TV Rendel hoch", wie sie erzählen. Heute sollen für die Karbener 47, beziehungsweise 30 Karten über den Ladentisch gehen.

Auch das Team des Kartenbüros ist schon früh auf den Beinen. Seit viertel vor sechs ist Claudia Sebastian (46), die Leiterin des Büros an ihrem Arbeitsplatz. Sie hat die Theater-Fans erst einmal mit frisch gebrühtem Kaffee und Gebäck versorgt. Sie kennt das gesellige Treiben am ersten Vorverkaufstag genau: "Es sind immer dieselben Gesichter, einige kommen seit 20 Jahren zum Vorverkauf", erzählt die Dortelweilerin.

In den kommenden Tagen erwartet das Ticketbüro einen hohen Andrang, der bald aber wieder abflachen dürfte. "Zu Weihnachten ist die Nachfrage dann erfahrungsgemäß noch einmal etwas größer", sagt Sebastian. Der Verkaufsstart sei jedoch keineswegs eine stressige Veranstaltung – vielmehr sei es ein alljährliches Treffen Gleichgesinnter bei netten Gesprächen und in entspannter Atmosphäre.

Und warum das alles? Vorab können die Karten nicht reserviert werden, erklärt Sebastian. Heute Morgen habe sie etwa 20 Anfragen, die per E-Mail kamen, eine Absage erteilen müssen. Einzig für Mitglieder des Fördervereins sei eine Vorreservierung möglich, die jedoch eher selten genutzt werde.

Umso wichtiger ist es also, dass das Kartenbüro an einem Tag wie heute mit sechs Mitarbeiterinnen voll besetzt ist. Einer der Schalter ist für die Barzahler, der andere für die Kartenzahler vorgesehen. Zwei Verkäuferinnen sind nur für die telefonische Bestellung zuständig – etwa 80 bis 100 Anrufe erwartet das Team bis zum Mittag.

Besonders gefragt sind die Karten für die Generalproben, da diese um einiges günstiger als die regulären Karten sind und – wie viele der Wartenden erzählen – einen ganz besonderen Charme versprühen. Die Stücke "Saturday Night Fever" oder "Shakespeare in Love" dürften laut Claudia Sebastian zu den großen Rennern der neuen Festspielsaison gehören.

Doch auch die vermeintlich in erster Linie an Kinder gerichteten Stücke wie "Pippi auf den sieben Meeren", oder "Emil und die Detektive" werden "erfolgreich einschlagen", prognostiziert Ruth Schröfel, die Dramaturgin der Burgfestspiele.

Um die Mittagszeit ist die Generalprobe für "Saturday Night Fever" dann auch restlos ausverkauft, wie Sebastian vermeldet. Für die Generalproben von "Shakespeare in Love" und "Pension Schöller" sind noch wenige Restplätze verfügbar. Und selbstverständlich gibt es fürdie regulären Aufführungen noch ein ausreichendes Kartenkontingent. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für die Burgfestspiele auf Hochtouren: Es werden etwa noch Darsteller gesucht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare