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Keine Angst vor Kolossen

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Von: red Redaktion

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Größer, schwerer und stark technisiert: Lastkraftwagen stellen Feuerwehren vor Herausforderungen, wenn es gekracht hat. Einsatzkräfte aus Usenborn und Gelnhaar haben sich deshalb jetzt sowohl mit den Gegebenheiten der Fahrzeuge als auch mit dem speziellen Equipment für die Hilfe befasst. © pv

Usenborn (red). Unfälle mit Lastkraftwagen stellen die Feuerwehren vor große und schwere Herausforderungen - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Einsatzkräfte des Ortenberger Löschbezirkes Ost haben sich jetzt in einer Übung dieser Herausforderung gestellt. Unterstützt wurden sie dabei von der Firma Remondis aus Büdingen, die gleich zwei Lkw mit unterschiedlichen Aufbauten als Übungs- und Lehrobjekte zur Verfügung stellte.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus den Stadtteilen Usenborn und Gelnhaar, die den Löschbezirk Ost bilden, wurden außerdem mit technischem Gerät und Fachwissen von zwei Kameraden des Löschbezirkes Ortenberg West unterstützt.

Wie man eine 80-Kilo-Tür sichert

Zunächst ging es in einem theoretischen Teil um die »patientengerechte Rettung« des Fahrzeugführers aus seinem Lkw. »Ein besonderes Augenmerk wurde allerdings mehr auf die Technik und die Besonderheiten bei Lkw-Unfällen gelegt«, berichtet Axel Bechtoldt von der Feuerwehr Usenborn. Gerade die Ausmaße eines Lastwagens, die Arbeitshöhe, um an den Fahrer im Führerhaus zu gelangen, und nicht zuletzt die Mengen an Betriebsmitteln, die mitgeführt und beachtet werden müssten, stellten die Feuerwehren vor schwierige, aber dennoch lösbare Aufgaben.

So sei es auch eher Ziel dieser Übung gewesen, dass sich die Kameraden mit den technischen Gegebenheiten vertraut machen konnten, beispielsweise mit dem korrekten Absichern des pneumatisch gelagerten Führerhauses und mit der gesamten Drucklufttechnik oder mit dem Sichern einer mindestens 80 Kilogramm schweren Lkw-Tür, bevor sie mit Schere und Spreizer herausgetrennt wird. Zusätzlich ging es um die unterschiedlichen Sicherheits- und Notfalleinrichtungen. Auch die heute schon häufig zur Anwendung kommenden unterschiedlichen Antriebstechniken moderner Lkw wurden besprochen. So gibt es Elektro- und Hybridfahrzeuge, aber auch mit Erdgas (CNG) oder Flüssiggas (LNG) betriebene Techniken sind verbaut.

Abrollkipper und Abfallsammler

Eingeteilt in drei Gruppen haben die Einsatzkräfte aus Gelnhaar und Usenborn an den beiden Remondis-Fahrzeugen wichtige Informationen über die Kennzeichnung von gefährlicher Ladung erhalten und darüber, wo sich die Papiere befinden, die für einen Feuerwehreinsatz erforderlich und wichtig sind.

Drei in der Gefahrgutverordnung Straße (GGVS) geschulte Mitarbeiter der Firma Remondis - Jörg Sandrock, Uwe Jüngling und Matthias Leinberger - erläuterten ausführlich die Arbeitsweise und die Kenndaten der beiden mitgebrachten Fahrzeuge: ein Abrollkipper mit Container und ein Abfallsammler als Hecklader. »Die Dimensionen und Ausmaße der Fahrzeuge sind für alle Beteiligten sehr interessant gewesen, hat man doch schnell festgestellt, dass das vorgehaltene Equipment der Feuerwehr auch an Grenzen stoßen kann, da die Kolosse doch recht robust und schwer verbaut sind«, resümiert Axel Bechtoldt. Dennoch werde es den Ortenberger Feuerwehren gelingen, einen Unfall mit einem Lastkraftwagen zu beherrschen, die Aufgaben zu lösen und Menschen aus Gefahrenlagen zu retten, »denn genau deshalb werden solche Übungen und Unterrichte abgehalten«, so Bechtoldt.

Viel Neues für 20 Feuerwehrleute

Manuel Altvater und Andreas Jöckel vom Löschbezirk West haben den Teilnehmern der Übung ihr mitgebrachtes Einsatzmittel auch in der Praxis näherbringen können. Der Einsatz einer sogenannten Rettungsplattform, die nur einmal in der Großgemeinde Ortenberg vorhanden ist, wurde geübt. Ebenso wurden die Sicherungsmaßnahmen für das Führerhaus und das Glasmanagement für die Erstöffnung und die Befreiungsöffnung des Fahrers (und Beifahrers) erklärt und geübt.

Alles in allem sei es ein lehrreicher Abend am Sportplatz in Usenborn gewesen, so Bechtoldt. Insgesamt nahmen 20 aktive Feuerwehrangehörige daran teil, die einiges Neues mitnehmen konnten.

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