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Keine Einigung für Abschlussbericht

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Wetteraukreis (jwn). Die Neuvergabe der Schulsozialarbeit im vergangenen Jahr ist noch nicht abgeschlossen. Deswegen wurde sogar ein Akteneinsichtsausschuss eingerichtet, dessen Abschlussbericht in der jüngsten Kreistagssitzung präsentiert werden sollte.

Doch dieser Termin musste verschoben werden. »Wir haben uns auf keinen Abschlussbericht einigen können. Die Meinungen sind einfach zu weit auseinander«, berichtet Ausschussvorsitzender Oliver Seuss (Grüne) und im Hauptberuf selbst Lehrer.

Die Neuvergabe der Schulsozialarbeit an einen neuen Träger, nämlich an den Träger Regionale Dienstleistungen Wetterau (RDW), hatte aber auch bei einem Großteil der Eltern und der Schulleitungen zu großen Unmut geführt. Kritisiert wurden vor allem fehlende Wertschätzung der Arbeit und dass ein rein wirtschaftliches Interesse bei der Vergabe im Vordergrund der Entscheidung gestanden habe.

Kritiker sprechen von Lohndumping

Als vor knapp fünf Jahren (2017) die Sozialarbeit für 84 Schulen des Landkreises für den damals neu ausgeschriebenen Bereich an den Träger Jugendberatung und Jugendhilfe (JJ) vergeben wurde, räumte die Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch (SPD) bereits ein, dass der Vertrag lediglich eine Laufzeit von nur vier Jahren habe und es deshalb bei einer Neuausschreibung möglicherweise auch zu einem Wechsel des Leistungserbringers kommen könne.

Unmut erregten im vergangenen Jahr Einzelheiten wie »die Bezahlung nach Tarif« anstatt nach dem »Sondertarif im Jugend und Sozialbereich«, der deutlich höher liegt als der Normaltarif sowie die zu geringe Gewichtung eines Pädagogikkonzeptes. Die Kritiker sprechen sogar in diesem Fall von Lohndumping. »Die Ausschreibung hat den Schwerpunkt zu 70 Prozent auf die Finanzen gelegt. Die Pädagogik, also die Erfahrung, die Kontinuität und die Einbindung in vorhandene Strukturen vor Ort, haben da kaum noch eine Rolle gespielt«, ärgert sich auch Seuss.

Und damit schließt er sich der Kritik der Eltern an. Diese Schwerpunktsetzung habe nach seiner Ansicht dann auch den Ausschlag zugunsten der neuen Trägers RDW gegeben, weil der bisherige Träger keine Chance auf den Zuschlag mehr hatte. Schließlich bezahlte er seine 53 Sozialarbeiter nach dem Sondertarif und hat diese Kosten deshalb auch in seinem Angebot berücksichtigen müssen. Der RDW hat seine Arbeit übrigens am 1. September vergangenen Jahres aufgenommen.

Da für die beiden Koalitionsfraktionen CDU/SPD alles nach Recht und Ordnung abgelaufen ist, sehen sie auch keinen Grund zur Kritik, so ein Mitglied der Koalition.

Anders hingegen die Grünen. Sie werden sehr wahrscheinlich einen zweiten und zwar einen Minderheiten-Abschlussbericht präsentieren. Doch noch steht eine abschließende Ausschusssitzung am 22. Februar aus. Der oder die Berichte des Akteneinsichtsausschuss werden dann aller Voraussicht in der Aprilsitzung dem Kreistag vorgelegt werden können.

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