1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Kinderfeuerwehr: »Finde es gut, den Leuten zu helfen«

Erstellt:

Von: Myriam Lenz

Kommentare

myl_KinderwehrGeiss-Nidd_4c
Die Feuer-Geißlein, hintere Reihe: Fabienne Nagel, Mika Ritzel, Linus Ertmer, Lennox Landvogt, Celina Luther, Niklas Lehmer; vordere Reihe: Dominika, Emily Sophie Lohfink, Samuel, Klara Keuchler, Leandro Paez und Lukas Heller (v. l.). © pv

Die Feuer-Geißlein sind am Start. Diese Woche fand die Gründungsfeier in Geiß-Nidda statt. Die Kinder haben Vorbilder.

Geiss-Nidda (myl). Es klingt plausibel: »Weil ich es gut finde, den Leuten zu helfen, deswegen will ich in die Feuerwehr. Es macht Spaß, hier kann man viel machen«, sagt der achtjährige Linus, der aus gerne einmal den Feuerwehrhelm Größe XXL aufzieht. Von seinem blonden Schopf ist fast nichts mehr zu sehen. Auch Lukas macht das Löschen Spaß. Früher, er ist jetzt immerhin neun Jahre, hatte er immer die Serie vom Feuerwehrmann Sam geschaut. »Da wurden immer lustige Sachen gemacht, das wollte ich auch immer, als ich klein war.«

Linus und Lukas sind zwei der acht Kinder, die zur Gründungsfeier der Feuer-Geißlein gekommen sind. Das ist die Kinderfeuerwehr in Geiß-Nidda, zu der auch Bad Salzhausen gehört, also die jüngste Liga, in der Sechs-bis Zehnjährige vor allen Dingen spielen dürfen: Weitwurf mit großen Feuerwehrstiefeln oder Seilen, Schlauch ausrollen, Gegenstände der Brandbekämpfer wieder an ihren richtigen Platz befördern oder mit einem Handabdruck die Freundschaft und die Mitgliedschaft in der neuen Gruppe beschwören.

Fabienne Nagel, Niklas Lehmer und Celina Luther betreuen die Kleinen und wollen ihnen zeigen, dass es vor allem Freude macht, mit anderen so wichtige Aufgaben wie den Brandschutz vorzubereiten. So wie vor zehn Jahren. Da waren viele Freunde der heutigen Betreuer in der Jugendfeuerwehr, circa 20 Mitglieder hatte die Gruppe. Heute ist die Mannschaft kleiner, dafür der Zusammenhalt groß, sodass sie bei Wettbewerben sehr erfolgreich ist.

Vorbauen für die Einsatzabteilung

Es ist nicht einfach, Nachwuchskräfte zu gewinnen. Corona hat es nahezu unmöglich gemacht, in dieser Zeit Kinder einzuladen. »Mit den in Zukunft weiter schwindenden Übergängen von Jugendfeuerwehr zur Einsatzabteilung wird dieses Problem zu einem langfristigen Einsatzkräftemangel führen«, geben die Verantwortlichen zu bedenken. Deshalb gilt es früh möglichst, Mitglieder für das Vereinsleben zu gewinnen, um so den Nachwuchs für eine starke und tatkräftige Einsatzabteilung aufzubauen.

Gefällt das Programm rund um den Brandschutz den Kindern, bringen sie in der Regel Freunde mit. Wird gemeinsam etwas unternommen, sind auch die Familien eingebunden. Dass die drei Betreuerinnen und Betreuer ein Händchen für Kinder haben, und ein kindgerechtes und spannendes Programm auflegen, liegt nahe. Fabienne Nagel und Niklas Lehmer sind ausgebildete Erzieher, Celine Luther ist in Ausbildung.

Die Spiele haben verschiedene Schwerpunkte: Das richtige Verhalten bei Notfällen, die Erste Hilfe bei Kindern, der richtige Umgang mit Feuer, Bränden und das Löschen, ein erstes Kennenlernen mit den Geräten der Wehr, Experimente und natürlich ein Blick zu den Größeren. Daneben wird gebastelt, gewerkt, werden Ausflüge und zum Beispiel Besuche bei der Polizei und gemeinsame Aktionen und - ganz wichtig - Wettbewerbe organisiert.

Weil die Kinder auch in anderen Vereinen aktiv sind, ist Kompromissbereitschaft gefragt. »Die Verantwortung, eine Kinderfeuerwehr zu betreuen, ist groß und bedeutet erziehen, leiten und lenken.« Läuft alles gut, gibt es einen nahtlosen Übergang zur Jugendfeuerwehr.

Die acht haben Spaß. In der Garage stehen die großen roten Einsatzfahrzeuge. So wie beim Feuerwehrmann Sam - nur in echt.

myl_FabieneNagel_100922_4c
Beteuerin Fabienne Nagel und Linus verschönern das Plakat mit einem bunten Handabdruck. © Myriam Lenz

Auch interessant

Kommentare