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Kindergarten bleibt in städtischer Hand

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Die Stadtschule hat nicht genug Platz. FOTO: IHM-FAHLE © Petra Ihm-Fahle

VON PETRA IHM-FAHLE

Büdingen Die Stadt nimmt keine Verhandlungen auf, um die Kita »Wassertröpfchen« in der Brunostraße an den Wetteraukreis zu verkaufen. Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich in Orleshausen. Beantragt hatte die FDP, Gespräche aufzunehmen, um der gegenüberliegenden Stadtschule die Sicherstellung ihres erweiterten Mittags- und Ganztagsangebots zu ermöglichen.

Patzak sieht mehrere Probleme

Die Liberalen hatten den Verkaufsvorschlag bereits ins Spiel gebracht, als die Kita noch hochwassergeschädigt war (diese Zeitung berichtete). Fraktionsvorsitzender Wolfgang Patzak versuchte nun, das Ruder noch einmal herumzureißen. »Die Empfehlung des Ausschusses für Jugend, Kultur und Soziales lautet ›Ablehnen‹«, stellte er zunächst fest. Das sei aber nicht das einzige Problem in diesem Zusammenhang. Er sprach von einer nicht genutzten »historischen Möglichkeit«, eine Immobilie gegenüber dem Amtsgericht zu kaufen. »Das hat man nicht getan, sondern die Kita ertüchtigt, aber ohne den Hochwasserschutz zu gewährleisten.« Es sei schön, im »Wassertröpfchen« wieder Kita-Plätze zu haben - das löse aber das Problem der Grundschule nicht. Nach Worten des Freidemokraten will Landrat Jan Weckler (CDU) erst einmal die Entwicklung der Schülerzahlen abwarten. Wie Patzak konstatierte, gehe die Große Koalition aus CDU und SPD das Thema im Kreistag nicht an - das tue die Stadt aber genauso wenig. Er bemängelte, dass das Grundstück der Alten Militärregierung nicht für die Kinderbetreuung genutzt worden sei. »Eltern fordern, dass in Sachen erweitertes Ganztagsangebot etwas geschehen muss, aber der Kreis schafft keine Räumlichkeiten. Wir werben dafür, mit dem Kreis zu reden und die ganze Problematik zu verdeutlichen«, betonte er. Die FDP wolle, dass die Immobilie der Grundschule zur Verfügung gestellt wird. Da sie nun renoviert sei, gegebenenfalls auch erst in drei oder vier Jahren.

Reaktion des Bürgermeisters

Wie Bürgermeister Benjamin Harris (CDU) erwiderte, »hätte der Antrag wirklich gut sein können«. Es bedürfe aber zwei Voraussetzungen. Um das Gebäude einer Kindertagesstätte abzugeben, brauche die Stadt ausreichend verfügbare andere Kapazitäten für Kita-Plätze. Zweite Voraussetzung sei, mit dem Kreis zu sprechen. »Herr Patzak, Sie sind Mitglied des Kreisausschusses«, konstatierte Harris. Er habe wesentlich mehr Kontakt zur Kreisspitze als Harris, »wieso erwarten Sie dann von mir noch mal diese Antwort?« Die habe der FDP-Mann bereits gegeben: »Der Kreis wartet erst mal die Entwicklung der Schülerzahlen ab.« Ein Kauf der Kita »Wassertröpfchen« wolle der Kreis offenbar nicht. Der Bürgermeister stellte klar, dass er dreimal mit dem Eigentümer der besagten Immobilie gegenüber dem Amtsgericht gesprochen habe. »Ich habe ihn gefragt, ob er an die Stadt verkaufen würde. Er hat es abgelehnt, denn er hat etwas anderes damit vor.«

Mehrheitlich stimmten die Stadtverordneten gegen den FDP-Antrag. Patzaks Ansicht nach war die Antwort von Harris »suboptimal«, wie er zu dieser Zeitung sagte. Es habe eine Zeit gegeben, in der der Eigentümer der Immobilie bereit gewesen sei. Eine Alternative sei laut Patzak ein Stück des Sportplatzes auf der Bruchwiese, sofern er dem Bürgerpark weichen müsse. »Aber das will man ja nicht.«

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