Streuobsttag

Knackige Rote haben viele zum Fressen gern

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Während des 18. Nidderauer Streuobsttages stand der Apfel im Mittelpunkt. Der Arbeitskreis (AK) Streuobst hatte ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Das reichte von Kettensägearbeiten über Schaukeltern bis hin zur Apfelsortenbestimmung und einem breiten kulinarischen Angebot. Die städtische Kinder-Umwelt AG bot Spiele für Kinder. Die Nidderauer kamen zahlreich und informierten sich.

Rainer Traudt und Jürgen Bliese konnten sich weder vor neugierigen Blicken noch vor Wespen retten. Auf der städtischen Wiese am Ende der Wingertstraße, boten sie Schaukeltern live. „Zuerst werden die Äpfel gewaschen, im Muser zerkleinert und schließlich in der Presse zu Saft verarbeitet“, erklärte Traudt.

500 Kilogramm Äpfel, besonders frühe Sorten, wurden verarbeitet. Ein Drittel der erzeugten Menge fiel als Trester weg, zwei Drittel wurde als Saft gewonnen. Der schmeckte süß und lockte die Wespen an. Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) wies darauf hin, dass die Erträge der Apfelbäume in diesem Jahr sehr gut sind. „Nidderau als sonnenreichste Stadt in Hessen wird jedoch zum Fluch, da die Bäume schon in Herbststimmung sind“, sagte Vogel.

Wie viel Arbeit in den Produkten der Heldenberger Apfelbiene GbR steckt, erklärte Holger Weiß. Er besinnt sich auf die Hege und Pflege der heimischen Streuobstwiesen und erweckt alte bäuerliche Traditionen wie den Obstanbau, die Beweidung durch Schafe und die Imkerei zum Leben. Weiß bot Produkte wie Apfel Balsamico, Apfelsecco oder Honig von ökologisch bewirtschafteten Streuobstwiesen und Honig aus eigener Imkerei an.

Die Äpfel lässt Weiß möglichst lange am Baum reifen, um sie dann von Hand zu ernten. „Sechs Tonnen Äpfel habe ich in dieser Woche auf eigenen Flächen gelesen. Nächste Woche sind es noch einmal sechs Tonnen Äpfel.“ 56 Grad Öchsle hat Weiß gemessen. Nebenan am Stand spinnt seine Frau Andrea Wolle der eigenen Schafherde auf einem Spinnrad.

Gerd Lange vom Arbeitskreis (AK) Streuobst präsentierte eine Apfelsorten-Ausstellung mit insgesamt 56 Sorten, zumeist alten, die im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezüchtet wurden. „Mein Lieblingsapfel heißt Alkmene und ist eine Kreuzung aus Cox Orange und Geheimrat Dr. Oldenburg. Er wurde in den 1960er Jahren vermarktet“, sagte Lange und schnitt einen Apfel dieser Sorte an. Das Fruchtfleisch schmeckt fest und fein säuerlich.

Laut Lange liegen rote Äpfel mit festem Fleisch und wenig Säure im Trend. Die Apfelsorten, die für den Markt gezüchtet würden, seien nicht so gesund wie die alten Sorten. Viele Besucher ließen sich an seinem Stand auch in punkto Apfelallergie beraten. Katja Adams vom Fachbereich Umwelt der Stadt wies auf eine Obstbaumversteigerung des Arbeitskreises hin sowie auf eine Verlosung der Kettensägearbeiten von Alexander Lorenz. Mit einer Schnitzvorführung zeigte er, wie Kunstwerke aus Holz entstehen.

Gegenüber legte der Verein für Vor-und Frühgeschichte im unteren Niddertal Literatur zur Archäologie aus und zeigte die Skulptur eines „Kelterfürsten“. Interessante Fotoausschnitte über Streuobsttage in der Vergangenheit, zeigte die Ausstellung des Arbeitskreises Streuobst. Die Ausstellung informierte auch über die Aktivitäten des Arbeitskreises Streuobst. So erweckte eine Herde Coburger Fuchsschafe besonders das Interesse von Kindern.

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