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»Konzept erscheint immer fragwürdiger«

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (red). Die Bürgerinitiative »Bürger für Boden« und das »Aktionsbündnis Bodenschutz Wetterau« mahnen in Anbetracht einer drohenden Nahrungsmittelkrise wegen des Kriegs in der Ukraine erneut den Erhalt besten Ackerbodens für die regionale Nahrungsmittelproduktion in der Wetterau an. Gleichzeitig fordern sie Rewe auf, die »unzeitgemäße Standortwahl« für das geplante Logistikzentrum bei Berstadt zu verwerfen.

Wie die Corona-Pandemie die Anfälligkeit der globalen Lieferketten vor Auge geführt habe, zeige nun der Ukraine-Krieg die Probleme auf, die aus einer Verknappung von Anbauflächen für die Nahrungsmittelproduktion resultieren, betonen die Bürgerinitiative und das Aktionsbündnis in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

In weiten Teilen der Ukraine sei der Ackerboden von ähnlich hoher Güte wie in der Wetterau. Er könne derzeit wegen der andauernden Kriegshandlungen nicht bestellt werden. Es drohten massive Ernteausfälle mit globalen Konsequenzen.

In der Wetterau werde wertvoller Ackerboden durch weiter fortschreitende Versiegelung aufgrund von Siedlungsbau und Infrastrukturmaßnahmen immer knapper. Im Zuge der Neuauflage des Regionalen Flächenentwicklungsplanes hätten die Gemeinden weiter einen hohen Bedarf an Siedlungsflächen angemeldet.

Immer noch herrscht Baustopp

»Besonders eklatant« sei der »maßlos fortschreitende Flächenverbrauch« beim Bau von Logistikzentren wie der Amazon-Halle bei Grund-Schwalheim, der Logistikhallen bei Hammersbach und des geplanten Rewe-Logistikzentrums bei Berstadt. Dort sollten mehr als 25 Hektar besten Wetterauer Ackerbodens unter Beton und Asphalt verschwinden. »Damit soll in immer größeren Dimensionen ein sehr energieintensives Ferntransport-Versorgungskonzept für Nahrungsmittel fortgeschrieben werden, das angesichts massiv steigender Energiepreise für Transport und Logistik immer fragwürdiger erscheint«, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Bürgerinitiative »Bürger für Boden« und das »Aktionsbündnis Bodenschutz Wetterau«, das aus zwölf Organisationen aus Kirchen, Landwirtschaft und Umweltschutz besteht, fordern Rewe in Anbetracht des sich weltweit verschärfenden Mangels an Flächen zur Nahrungsmittelerzeugung erneut auf, die »unzeitgemäße Standortwahl« für das geplante Logistikzentrum zu verwerfen und auf Konversionsflächen im Rhein-Main-Gebiet auszuweichen.

Das Rewe-Planareal ist seit Juli 2020 von einem Baustopp betroffen. Eine Entscheidung über drei anstehende Normenkontrollklagen wird vonseiten des Verwaltungsgerichtshofes Kassel nicht vor Ende des Jahres in Aussicht gestellt. »Das Rewe gehörende Planareal wird derzeit komplett von Gras bedeckt. Selbst jetzt noch könnten dort Sommerweizen, Hafer, Acker- und Sojabohnen oder Sonnenblumen eingesät werden«, finden Bürgerinitiative und Aktionsbündnis.

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