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Kraftvolle Basis für die Zukunft

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Von: red Redaktion

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Gegenseitige Wertschätzung: Ehrenbürgermeister Hans Otto Zimmermann, Bürgermeisterin Susanne Schaab und Ozimeks Bürgermeister Miroslaw Wieszolek (von links) beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Freundschaftspakts Ozimek und Schotten. © pv

Schotten (red). »Lassen Sie uns stolz sein auf das Erreichte. Unser europäisches Netzwerk der Freundschaft und die gegenseitige Wertschätzung sind eine kraftvolle Basis, um trotz der zu bewältigenden Aufgaben mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken«. Mit diesen Worten würdigte Bürgermeister Susanne Schaab bei einem Festakt im Kulturhaus das europäische Engagement von Schotten und der Städte Ozimek (Polen), Rymarow und Prerov (Tschechien) sowie Heinsberg (Deutschland).

Vertreter und Vertreterinnen dieser Kommunen waren im Rahmen der Ozimer Tage in die seit 20 Jahren mit den Vogelsbergern befreundete Stadt nach Oberschlesien gekommen. Dort wurden mehrere Jubiläen gefeiert. Schotten war mit der Bürgermeisterin, Ehrenbürgermeister Hans Otto Zimmermann und Gernot Schobert, stellvertretender Vorsitzender des Verschwisterungsvereins, vertreten.

Beim Festakt mit Darbietungen über die Entstehung des Ortes, mit Gesang und vielen Reden erklärte Schaab: »Die Menschen in Ozimek und Schotten haben den Vertrag mit Leben gefüllt. Zwischen den Vertragsparteien sind Freundschaft und Vertrauen entstanden. Wir sprechen über Probleme und Spannungen mit Toleranz und gegenseitigem Respekt und lernen voneinander. Wir begegnen uns mit Wertschätzung und Interesse. Der Angriff auf die Ukraine, aber auch der Klimawandel, das Bewahren der sozialen Sicherheit in unseren Ländern und die Verantwortung für faire Lebensbedingungen weit über Europa hinaus sind große Herausforderungen, vor denen wir stehen.«

Ehrenbürgermeister Zimmermann erinnerte an die Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags 2002 durch Erste Stadträtin Heide Förschner und den Ozimeker Bürgermeister Andrzej Sobczak.

Ozimek und die 44 000-Einwohner-Stadt Heinsberg feierten 25 Jahre Verschwisterung. Die Kontakte entstanden Anfang der 80er Jahre, also die Nordrhein-Westfalen Hilfsgüter lieferten. Später unterstützte sie den Ausbau des Krankenhauses und den Bau des integrativen Kindergartens. Diesmal hatte Bürgermeister Karl Louis 59 000 Euro dabei. Das Geld war von seinen Bürgern für den Ausbau einer Unterkunft für geflüchtete Ukrainer im Stadtteil Krzyzowa Dolina (Kreuzthal) gespendet worden.

Wiedersehen im September

In dem Ort veranstaltete die deutsche Minderheit für ihre Gäste ein Fest mit Kaffee und Kuchen, Volkstänzen der Gruppe »Dialog« und der Sängerin Vanessa Gonsior. Hier erhielten die Schottener viele Informationen über Deutsche in Polen. In Krasiejów wurden 1993 drei fast vollständig erhaltene Skelette einer bis dato unbekannten Saurierart gefunden. Rund um diese wichtige paläontologische Fundstätte Polens eröffnete 2010 einer der größten Jurassic-Parks in Europa. Diesen mit seinen Vorführungen der Evolution und vielen Sauriernachbildungen besichtigten die Schottener unter Führung von Anton Grys.

Das Eisenhüttenwerk Malapane hatte 1975 etwa 7000 Beschäftigte, war der größte Arbeitgeber in der Umgebung. Das Ende der kommunistischen Herrschaft 1989 führte zum Niedergang des Kombinats. Heute stellen hier noch rund 500 Menschen unter anderem Walzen und Produkte für die Eisenbahn her. Derzeit errichtet der Malapane-Tal-Verein, der etwa 40 Mitglieder hat, ein Museum, in dem die Entwicklung des Hüttenwesens dargestellt wird.

In Kürze wird das Lokal »Muzeum Smakow« eröffnet. Józef Tomasz Juros, Verdienter der Gemeinde Ozimek, Präsident des Vereines Dolina Malej Panwi und Stadtratsvorsitzender Ozimek a. D., führte die internationalen Gäste durch die fertiggestellten Räume und ließ zum Abschied aus einer Kanone Salut schießen.

Neben der großen Gastfreundschaft der Ozimeker erlebten die Gäste ein großes Programm mit Feuerwehr-, Angel-, Skat- und Fußball-Wettkämpfen. Die Ozimeker Tage boten ein großes kulturelles Programm mit Tanzvorführungen, Wissens-Wettbewerb, Konzerten und Kabarett. Bis zu 3000 Personen kamen zum Auftritt der Band »Feel«.

»Wir haben viel Neues bei unseren Freunden entdeckt, die Kontakte vertieft und werden weiter an dem Ausbau der Beziehungen arbeiten«, so das Fazit der Schottener. Ein erstes Wiedersehen gibt es Anfang September in Rymarov bei den Holzbearbeitungs-, Forstwirtschafts- und Jagdtagen. Dann sollen dort auch 25 Jahre Verschwisterung mit Schotten gefeiert werden.

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