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Kreis plant Zentrum für Katastrophenschutz auf Gelände des ehemaligen Obi-Marktes in Büdingen

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Von: Laura Eßer

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Der Kreis will den früheren Baumarkt kaufen. © Björn Leo

Der Wetteraukreis will das Gelände des ehemaligen Obi-Marktes im Büdinger Industriegebiet für 2,8 Millionen Euro kaufen. Dort soll ein Zentrum für Zivil- und Katastrophenschutz entstehen.

VON BJÖRN LEO

Büdingen. Der Wetteraukreis will das Gelände des ehemaligen Obi-Marktes im Büdinger Industriegebiet für 2,8 Millionen Euro kaufen. Aus dem 12 500 Quadratmeter großen Areal soll ein Zentrum für Zivil- und Katastrophenschutz werden. Was noch fehlt ist die entsprechende Zustimmung der Kreisgremien.

Der Landkreis ist mit dem Areal bestens vertraut. Er betrieb darauf von Februar bis September 2021 ein Impfzentrum. Die Baumarktkette Obi war dort zuvor bis 2019 fast 25 Jahre mit einem Markt aktiv. Jüngster Mieter der Halle war der Verein »Hessen hilft«, der sie als Lager für Sachspenden nutzte, die unter anderem nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal und auch im ukrainischen Kriegsgebiet Verwendung fanden.

Das Gebäude soll nach Informationen von Kreissprecherin Deliah Eckhardt künftig als Zentrum des Wetterauer Zivil- und Katastrophenschutzes dienen. Derzeit sind an mehreren Standorten Ausstattungsgegenstände und Material des zuständigen Fachbereichs Gesundheit und Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung eingelagert. Die im gesamten Kreisgebiet verteilten Lager sollen in Büdingen zentralisiert werden. Dazu sind erste Planungen bereits angelaufen. Auch Archivflächen oder temporäre Ausweichflächen für die Zeit der Sanierung und Erweiterung des Verwaltungsgebäudes in Büdingen (Landratsamt) stünden zur Verfügung.

In der ehemaligen Kreisstadt macht im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen die Runde, dass es im Friedberger Kreishaus Pläne gebe, das Gebäude im Büdinger Industriegebiet als Unterkunft zu nutzen. Der frühere Bürgermeister Erich Spamer (FWG) behauptete das am Montag in einer Versammlung in Bindsachsen, bei der es ebenfalls um die Verteilung und Unterbringung geflüchteter Menschen geht. Im früheren Baumarkt hätten bis zu 500 Leute Platz, so Spamer.

Der Wetteraukreis widerspricht solchen Behauptungen vehement. »Eine Unterbringung von Geflüchteten in der Halle ist explizit nicht vorgesehen«, betont Eckhardt. Aber: Das Gebäude könne jedoch im Bedarfsfall als sogenannter Betreuungsplatz 500 (BTP 500) im Sinne des Sonderschutzplans Betreuungsdienst des Landes Hessen genutzt werden. Der BTP 500 verpflege, versorge und betreue in Notlagen - wie beispielsweise Hochwasserereignissen, Gasmangellage oder anderen akuten Notfällen - bis zu 500 Personen. Würde das Land dem Wetteraukreis etwa auftragen, innerhalb kürzester Zeit eine Unterkunft für mehrere Hundert Menschen zu schaffen, wie es beispielsweise im Frühjahr in Nidda der Fall war, ließe sich das in Büdingen problemlos umsetzen.

Das bestätigt auch Bürgermeister Benjamin Harris. Der Kreisausschuss habe ihn von diesen Plänen unterrichtet. Nur wenn das Land dem Kreis einen entsprechenden Befehl erteile, würden temporär Geflüchtete dort untergebracht und versorgt.

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