1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Krimi-Bestsellerautor Daniel Holbe liest in Schottener Vogelsbergschule

Erstellt:

Kommentare

rueg_Daniel-Holbe-KrimiA_4c
Heimspiel für den Krimispezialisten: Daniel Holbe präsentiert auf Einladung des Fördervereins seine neuesten Krimis in der Vogelsbergschule. © Stefan Weil

Daniel Holbe, Krimi-Bestsellerautor mit Wetterauer Wurzeln, hat seine neuesten Krimis an der Vogelsbergschule vorgestellt. Eingeladen hatte der Förderverein, der dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert.

Der Förderverein der Vogelsbergschule blickt in diesem Jahr auf sein 30-jähriges Bestehen zurück. Mit mehreren Veranstaltungen wurde das Jubiläumsjahr begangen. Zum Abschluss hatte der Verein zu einer Lesung mit Krimi-Autor Daniel Holbe in die Aula der Gesamtschule eingeladen.

Vorsitzende Petra Mengel freute sich, den Autor auch als Mitglied des Fördervereins begrüßen zu können. Daniel Holbe hatte auf ein Honorar für diesen Abend verzichtet. Der Erlös aus den Eintrittskarten sowie Spenden der Gäste kommen so der Vereinskasse für neue Förderprojekte zugute.

Daniel Holbe bezeichnet die Lesung in Schotten als Heimspiel. Er hat seit einigen Jahren mit seiner Familie sein Zuhause im nahen Kölzenhain gefunden. Eines seiner Kinder geht in Schotten zur Schule.

Dass Daniel Holbe im Ulrichsteiner Stadtteil Wurzeln geschlagen hat, kommt nicht von ungefähr. Der 46-jährige Autor bezeichnete sich selbst als »Dorfkind«. Aufgewachsen ist er in Ockstadt in der Wetterau. Als Heranwachsender kam er auch immer mehr mit der nahen Metropole Frankfurt in Berührung.

Auf Umwegen zur hauptberuflichen Schriftstellerei

Auf Umwegen gelingt ihm später der Sprung zur hauptamtlichen Schriftstellerei, für die er sich nicht zuletzt durch seine Erlebnisse und Eindrücke als studierter Sozialarbeiter inspirieren ließ.

Mit der Vogelsbergstadt verbinde ihn noch mehr. »Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren habe ich in Rudingshain im Dorfgemeinschaftshaus auf Einladung von Nicole Kapeller aus meinen Büchern gelesen«, erinnert sich der Autor. Es sei keine normale Lesung in der Gesamtschule. »Vor vielen bekannten Menschen zu lesen, ist für mich besonders aufregend.«

Schon seit der Schule hatte er sich für das Schreiben interessiert, ein Wunsch, den er Anfang des neuen Jahrtausends mit dem ersten eigenen Buch erfüllte. Er nahm das Angebot an, das literarische Erbe des bekannten Krimi-Autors Andreas Franz fortzuführen und stieg in die erfolgreiche Reihe der Ermittlerin Julia Durandt ein, die in Frankfurt spielt.

Daneben hat Daniel Holbe eine eigene Krimireihe aufgebaut, deren Geschichten sich fern ab der Großstadt in ländlichen Regionen zutragen, wie auch im Vogelsberg und in der Wetterau.

Atommüllager im Knüllwald?

In der Vogelsbergschule stellte er seine neuesten Werke vor: »Todesruf« aus der Julia-Durant-Reihe sowie »Strahlentod«, sein sechster eigener Krimi, den er wie die anderen Bücher dieser Reihe gemeinsam mit dem Kieler Autor Ben Tomasson verfasst hat.

Ein wesentlicher Teil der Handlung spielt im Knüllwald. Hier soll möglicherweise ein Endlager für Atommüll entstehen. Eine alte Eisenbahnstrecke, die »Kanonenbahn«, soll reaktiviert werden. Ein Transportunternehmen aus Schwalmstadt hat daran Interesse.

Hauptkommissar Ralph Angersbachs Vater hat sich schon früher in der Antiatomkraftbewegung engagiert. Jetzt will er mit einem alten nato-olivgrünen VW-Bulli an einer Protestaktion teilnehmen.

Doch dabei gibt es eine Explosion. Der zum Einsatz gerufene Kommissar erkennt am Tatort einen völlig zerstörten Camper, das Auto seines Vaters. Auf dem Beifahrersitz befindet sich eine verkohlte Leiche.

Ist es eine Eskalation im Streit um die Endlagersuche oder gar ein Anschlag auf seine Familie - ein persönlicher Rachefeldzug? Denn gleich zu Beginn des Krimis wird Janine, die Halbschwester von Ralph Angersbach, in Berlin, wo sie in einer WG wohnt, in einem Park von einem Unbekannten überfallen und durch eine Attacke mit einem Morgenstern verletzt.

Nur Andeutungen über den Fortgang

Daniel Holbe findet bei der Lesung immer wieder lokale Bezüge zu den Passagen, die er vorträgt. Der Vater von Ralph Angersbach lebt auf einem Bauernhof. »Das könnte vielleicht der Petershainer Hof sein«, bemerkt er vielsagend.

»So weit hätte ich es ja nicht dorthin.« Auch er selbst habe einmal einen alten T2 besessen. »Den habe ich im Stausee versenkt«, teilt er seinen Zuhörern mit, die das mit viel Schmunzeln quittieren.

Natürlich macht der Krimiautor nur Andeutungen über den weiteren Fortgang und die Auflösung der Handlung, in der noch ein brutaler Mord passiert. »Ich verrate niemals Details. Ermitteln sollen sie selbst«, meint der Autor direkt an die Teilnehmer der Lesung gewandt, ganz im Sinne seines Knaur-Taschenbuch-Verlages.

»Strahlentod« und »Todesruf«, in dem es um zwei ermordete Prostituierte in Frankfurt und Offenbach geht, sind spannende Krimis, die sich auch für lange Abende in der Weihnachtszeit bestens eignen.

Musikalisch umrahmt wurde die Lesung von der Band der Vogelsbergschule. Bozena Krause (E-Geige), Erich Gebhard (Saxofon), Sebastian Packheiser (Piano) und Dorothea Magel (Gesang) rundeten die gelungene Veranstaltung mit ihrem zweimaligen Auftritt ab.

Auch interessant

Kommentare