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»Kunst ist Nahrung«

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»Der Austausch mit Betrachtern macht die Faszination von Ausstellungen aus« sind sich die Künstlerinnen Ulrike Fleischer (r.) und Armelle Vidal (2. v. r.) einig. © Elfriede Maresch

Wallernhausen (em). »Kunst ist Nahrung« hatten Malerin Armelle Vidal und Steinmetzin und Steinbildhauerin Ulrike Fleischer als Motto ihrer Ausstellung gewählt und in das Atelier Steinkunst im Scheunen-Obergeschoss des Demeter-Betriebs »Im alten Hof« in Wallernhausen eingeladen.

Ein Präsentationsort mit Atmosphäre: Vor den grauen Basaltbruchsteinwänden waren zum Teil Strohballen gestapelt. Der Blick nach oben ging in das Gebälk des großen Dachs. Aus dem Stall waren Tierlaute zu hören. Hatte Ulrike Fleischer im März 2020 das »Bett auf der Weide« präsentiert, so war im größeren der beiden Räume wieder ein Bett aus Urgroßmutters Zeiten, mit unzähligen Fäden im Raum verspannt, zum Blickfang geworden. »Das Bett als Kraftort« der Ruhe, der Entspannung, des Wachsens von Kreativität wollte Fleischer darstellen. An den Wänden ringsum hingen Bilder der Malerin Armelle Vidal, die größeren Formate mit Acrylfarbe auf Leinwand gemalt, die kleineren, gerahmten meist mit derselben Farbe auf Papier. Die in Büdingen lebende Künstlerin stellte hier abstrakte Bilder aus, in denen sich immer wieder organische Strukturen fanden.

Vertrauen auf die

eigene Fantasie

»Ich will Betrachter nicht auf die eine ›richtige‹ Sichtweise festlegen« sagt die Künstlerin. »Viel wichtiger ist mir, dass sie sich ihrer eigenen Fantasie anvertrauen, aus dieser Perspektive die Bilder auf sich wirken lassen.« In Wallernhausen war nur ein Teil von Vidals Schaffen zu sehen. Ein anderer ihrer Schwerpunkte ist das Gestalten von Lichtobjekten aus Glas, Draht, Holz, Seide. Ebenso entstehen in ihrem Atelier Plastiken und Collagen.

Einen Querschnitt ihres Werkes präsentierte Ulrike Fleischer in der Ausstellung. Auf dem Werkstatt-Tisch steht ihr »Kreuzkleid«, aus Ast-Abschnitten und Schnur aufgebaut. Es war Fleischers Beitrag zu einer der Büdinger Kulturnächte, als das Thema Hexenverfolgung im Mittelpunkt stand. Ruhe strahlten ihre kleinen Sandstein-Skulpturen aus, machten nachdenklich: der »Himmelsgucker« mit dem suchenden Blick, die dicht aneinanderliegenden Arme der Skulptur »Geben«.

Den Bogen zur Bodenpflege, genauer zu den Präparaten der anthroposophisch orientierten Landwirtschaft schlug ein Weidenkorb mit Kuhhörnern, darüber in einer Glasvitrine zwei amorphe Steine, rot bemalt der eine, von feinen Linien überzogen der zweite, graue. »Zwischen Verstand und Herz« steht auf einem Schild. Die Wirksamkeit von Hornmist und Hornkiesel bei der Bodenpflege von Demeter-Höfen ist genauso wenig »exakt messbar« wie bei der Homöopathie, beruht auf Erfahrungswerten, also auf einem Balanceakt zwischen »Verstand und Herz«.

Kreativ und

erlebnisreich

Im »Alten Hof« wird auch in diesem Jahr ein Kreativ- und Erlebnisprogramm angeboten. Am Samstag, 10. September sind von 10 Uhr bis 14 Uhr »Kleine Detektive auf Spurensuche« eingeladen. Die Achtjährigen und Älteren erfahren, was man aus Spuren über Tiere und ihr Leben erfahren kann (Anmeldung direkt bei r.potzka@posteo.de).

Bei den folgenden Angeboten ist Anmeldung per E-Mail info@biobauerkoch.de nötig. Zur Biowoche ist am 20. September eine Hofführung geplant. »Besuch bei den Apfelbäumen und ihre Betrachtung aus künstlerischer Perspektive« mit Ulrike Fleischer ist für den 16. Oktober angesagt. Und Vorfreude kommt auf bei der »Weihnachtswichtelei im Heu« am 25. November mit der Bauernhofpädagogin Corinna Ulm.

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