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Kunst zum Schauen und Kaufen im Bad Salzhäuser Kurpark

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Entspannt mit Besuchern ins Gespräch kommen: Die Malerinnen Hildegard Mennacher (l.) und Marianne Bär genießen das Künstlerfest. © Detlef Maresch

Am Tag nach dem Bad Salzhäuser Parkfest verwandelt sich der Kurpark in ein großes Freiluft-Atelier. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Arbeiten - auch zum Kauf.

Bad Salzhausen (det). Das Künstlerfest am Tag nach dem Parkfest macht diesen sommerlichen Höhepunkt im Kurort erst richtig rund. Zum elften Mal hatte Keramikerin Dagmar Eckert im unteren Kurpark diese kreative Präsentation organisiert. 30 Ausstellerinnen und Aussteller waren gekommen und zeigten ganz unterschiedliche Materialien und Techniken zum Teil in Kombination, etliche nutzten Doppelstände. Manche Anbieterinnen und Anbieter kommen immer wieder und haben sich schon einen vertrauten Kundenkreis aufgebaut.

Künstlerisch mit Farbe und Papier

So suchte die Niddaerin Annemarie Fischer-Müller gezielt nach der Künstlerin aus Altenstadt, die selbst gestaltete Grußkarten anbietet. »Ich mag zum einen Landschafts- und Blumendarstellungen, bei denen, ausgehend von Fotos, der Eindruck mit Aquarellfarben vertieft wird. Außerdem die Schriftkarten, etwa mit Hesses Stufen-Gedicht«, meinte die Besucherin. »Beeindruckend ist auch das Spiel mit Perspektiven, etwa der Blick auf ein Fensterkreuz in einer tiefen Mauer - Symbol für den Blick ins Licht oder ein christliches Kreuz? Das Motiv habe ich schon öfter als Trauerkarte verschickt.« Fischer-Müller hat selbst ein Faible fürs Kreative. Öfter stammen die schönen Blumengestecke in der Stadtkirche von ihr, und sie pflegt die Textil- und Handarbeitsbestände im Heimatmuseum, hat schon zusammen mit anderen Museums-Aktiven Präsentationen damit organisiert.

»Einfach gucken, den pfiffigen Einsatz von Materialien bewundern« wollte eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern. Ihr gefiel besonders ungewöhnlicher Schmuck mit Ketten aus Pflanzenkernen, gewickelten, feinen Papierperlen oder kleinen Mineralien, Taschen aus Jutesäcken, in denen man einst Frachtgüter beförderte, die perforierten Duftgefäße oder die Dekofiguren an Eckerts Keramiktisch. Die Kinder interessierten sich eher für die verspielten Tiere am Textilstand, wollten dann aber zu einem Eis eingeladen werden. Denn viele Besucherinnen und Besucher ließen sich nach dem Marktbummel noch auf der großen Wiese nieder, ließen sich bewirten, etwa am Kuchenstand der »Kleinen Strolche«-Eltern aus Wallernhausen, und genossen den musikalischen Hintergrund. Morgens spielte das »Duo Bravo«, nachmittags der Musikverein Echzell. Es sei die Mischung von Entspannung, Bummeln und Stöbern, die ihr am Künstlerfest so gefalle, meinte eine weitere Besucherin.

»Batschkappen«, Mützen, auch klassische Herrenhüte bis hin zur Melone hatte ein weiterer Anbieter mitgebracht. Lebhaft waren die Gespräche an einem Stand mit Gehäkeltem und Gestricktem. Diese Handarbeitstechniken haben immer noch - oder schon wieder - viele Anhängerinnen. Fragile Gebilde bot eine Papierkünstlerin an: Tüten, Körbchen, Schachteln und Faltobjekte.

Profis wie auch Hobbykünstlerinnen präsentierten Kreatives aus Glas. Ausgebildete Glasveredlerin ist Lena Kockert aus Eichelsdorf. »Restaurieren, etwa von historischen Fenstern, spielt in meinem Beruf ein große Rolle«, berichtete sie. So genießt sie das freie Gestalten, schafft Leuchten, Schmuck und Dekoobjekte in Tiffanytechnik aus getöntem Glas oder mit Bemalung. Gläserne Schmetterlinge, Vogelsilhouetten und Libellen schwebten am Stand von Regina Gerlich, die »Fantasien aus Glas« anbietet, und ihr kleiner Junge versuchte fasziniert, vom Arm des Großvaters aus einen blauen Schmetterling zu fangen.

Austausch mit Besuchern

Manches Kreative hat zudem noch einen sozialen Zweck. Aus Krawatten nähten Altenstädter Frauen originelle Taschen. Der Erlös fließt dem Verein »Learn-Apply-Proceed« zu, der Schulen in Uganda unterstützt und insbesondere Waisenkindern Ausbildung und damit Zukunft bietet.

Auch die Aussteller des Künstlerfests wirkten entspannt. Seit Langem befreundet sind die Reichelsheimerin Mariann Bär und Hildegard Mennacher aus Darmstadt, die Freude an der Malerei mit Acrylfarben verbindet sie. Bär präsentierte mehr abstrakte Farbenspiele, Mennacher malt zum Teil konkret, ließ sich etwa von einer »Tamara de Lempicka«-Ausstellung zu einem Porträt in diesem Stil inspirieren. Beide Malerinnen saßen locker in tiefen Sesseln hinter ihren Werken und genossen das Gespräch mit Passanten: »Dieses Fest gibt einfach Ideen und Impulse!«

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