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Land fördert Neubau des Stützpunktes für Feuerwehren aus Diebach, Lorbach und Vonhausen

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Von: Laura Eßer

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Übergabe des Förderbescheids (v. l.): Erste Stadträtin Katja Euler, Giesbert Semmerau (Bauamt), Ministerin Lucia Puttrich, Bürgermeister Benjamin Harris, Stadtbrandinspektor Stephan Naumann und Carsten Schlögel (Bauamt). © Björn Leo

Das Land unterstützt den Neubau des Stützpunktes für die Feuerwehren Diebach am Haag, Lorbach und Vonhausen. mit 316 050 Euro. Den Förderbescheid überreichte Ministerin Lucia Puttrich.

Wenn in diesen Tagen in Büdingen viel über die Landesgartenschau 2027 gesprochen wird, welche Chancen sie bietet und welche Projekte durch die Vergabe nach Oberhessen plötzlich möglich scheinen, so wissen die Entscheidungsträger in Wiesbaden und Büdingen doch sehr genau, dass die interkommunale Großveranstaltung freilich so etwas wie die Kür darstellt. Die Pflicht dagegen ist der Brandschutz und die damit verbundene Strukturreform der Freiwilligen Feuerwehren. Fünf neue Stützpunkte sollen in den nächsten Jahren auf Büdinger Terrain gebaut werden. Pro Gebäude fallen mindestens drei Millionen Euro an. Den Löwenanteil hat die Stadt zu tragen. Im Falle des geplanten Feuerwehrhauses »In der Au« in Diebach am Haag sind das Kosten in Höhe von knapp 2,7 Millionen Euro. Das Land fördert den Bau mit 316 050 Euro. Den entsprechenden Bescheid übergab Lucia Puttrich, Hessens Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, am Dienstagvormittag Bürgermeister Benjamin Harris (beide CDU).

Keine Frage: Die Feuerwehren stehen landauf landab vor einem Kraftakt. Gerätehäuser sind veraltet, Fahrzeuge und Infrastruktur verschlingen viel Geld. Einsatzabteilungen werben um neue Mitglieder, Jugendfeuerwehren sind schon lange keine Selbstläufer mehr. Zudem sorgen sich einige Feuerwehrvereine um ihre Zukunft, erst recht angesichts der notwendigen Zusammenlegungen.

Fünf neue Stützpunkte

Für Büdingen stand nach der Revision des Technischen Prüfdienstes Hessen vor fünf Jahren fest: 14 der 16 Gerätehäuser weisen Mängel auf, die zum Teil gravierend sind. Die so wichtige Tagesalarmbereitschaft können zwölf Wehren im Stadtgebiet nicht mehr gewährleisten. Unter Druck entstand eine Art Masterplan, der die Zukunft der Büdinger Feuerwehren neu ordnet. Neben dem modernen Brandschutzzentrum in der Orleshäuser Straße in Büdingen werden in den nächsten Jahren fünf neue Stützpunkte entstehen: in Wolferborn, Diebach am Haag, Wolf, Düdelsheim und in Eckartshausen.

Der Förderbescheid des Landes in Höhe von 329 350 Euro für das Haus in Wolferborn liegt bereits seit knapp einem Jahr vor. Aktuell laufen die Vergabeverfahren. Bürgermeister Benjamin Harris rechnet noch in diesem Jahr mit dem ersten Spatenstich. Diesbezüglich führte er gestern ein Gespräch mit Innenminister Peter Beuth. In Diebach wird es wohl erst 2024 soweit sein. »Jetzt geht es darum, Baurecht zu schaffen«, erklärten Giesbert Semmerau und Carsten Schlögel vom Bauamt der Stadt Büdingen. Für die geplanten Häuser in Wolf und Düdelsheim seien bereits Anträge auf Förderung gestellt worden. Der für Eckartshausen stehe noch aus.

Zukunft der Vereine

Lucia Puttrich betonte im Gespräch mit dem Bürgermeister, dass es keine Alternative zur Zusammenlegung der Feuerwehren gibt. »«Es sind Entscheidungen und Investitionen, die der Bevölkerung Sicherheit geben und den flächendeckenden Brandschutz gewährleisten.« Harris erklärte, dass es dennoch einem Spagat gleichkommt, parallel dafür zu sorgen, dass die Vereine nicht um ihre Zukunft bangen müssen. »Die Feuerwehren sind Kulturträger, die in den Dörfern tragende Säulen des gesellschaftlichen Zusammenlebens darstellen.« Er nannte die »Sandhoase«, die Fastnachtsabteilung der Michelauer Feuerwehr«, als Beispiel.

Planungssicherheit haben jedenfalls nun auch die Feuerwehren aus Diebach, Lorbach und Vonhausen. Der neue Stützpunkt »In der Au« wird über die Trasse der ehemaligen Landstraße und über ein Teil der Talstraße an die L 3193 angebunden. In Diebach am Haag werden drei Fahrzeuge stationiert, unter anderem ein neues Löschfahrzeug (LF 10), das nach Aussagen von Stadtbrandinspektor Stephan Naumann in Kürze beschafft werden soll.

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