1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Landesgartenschau 2027 in Oberhessen: Bald soll’s handfest werden

Erstellt:

Von: Myriam Lenz

Kommentare

myl_Podium_140123_4c
Auf dem Podium: Florian Herrmann, Henrike Strauch und Jürgen Stelter werden vom Moderatoren-Duo Theresa Coop und Harald Steinke (v. l.) interviewt. © pv

Viele Oberhessen haben noch keine Vorstellung von der Landesgartenschau. Mehr Informationen sollen nun fließen, war eine Aussage während der jüngsten HSK-Show in Stockheim.

Ich hoffe, Ihr geht mit einer Erleuchtung nach Hause.« Mit diesen Worten begrüßte Harald Steinke das Publikum in der Stockheimer Kulturhalle und an den Bildschirmen. Der Betreiber der Einrichtung bot eine kurzweilige Sondershow zur Landesgartenschau 2027 mit toller Musik von Nick Ramshaw, Entertainment-Einlagen von Didi Iffland, Interviews mit der Vorsitzenden des Vereins Oberhessen, Henrike Strauch, dem Geschäftsführer der Landesgartenschau-Gesellschaft, Florian Herrmann, und Jürgen Stelter, dem Vorsitzenden des Vereins Freundeskreis Landesgartenschau. Dazu gab es Flammkuchen und viele angeschnittene Themen. Die Neuigkeiten hielten sich allerdings in Grenzen. Knapp 320 User verfolgten die Show im Internet auf You Tube.

Entwürfe für die großen Projekte

Zwei Jahre wurden für den Aufbau der Strukturen benötigt. Im April wird ein von Experten besetztes Preisgericht die Ergebnisse des Architektenwettbewerbes einordnen. Gefragt waren Entwürfe und Ideen für die großen Projekte in Büdingen, Nidda, Echzell und Gedern und zudem Vorschläge für ein interkommunales Projekt. In Büdingen und Nidda werden die Pflichtelemente der Schau, also die eingegrenzten Bereiche, entstehen.

Die erste interkommunale Landesgartenschau in Hessen werde eine positive Zukunftsperspektive für die elf Kommunen bieten, betonte Henrike Strauch. »Sie wird zeigen, dass die Region zusammensteht und wir werden beweisen, wie lebenswert auch der ländliche Raum sein kann.« Ihr Wunsch sei ein regelmäßiger Landesgartenschau-Garten in Stockheim, angelehnt an den ZDF-Fernsehgarten. »Wir brauchen nicht nach Mainz zu fahren, sondern nur nach Stockheim«, sagte Strauch.

Wenn das für die Besucher so einfach wäre. Die Mobilität war eines der Themen, das angesprochen wurde. Des Weiteren wurde über das Logo der Landesgartenschau berichtet, den die elf Kommunen verbindenden Wanderweg Oberhessen-Steig, Wiedererkennungselemente für die Städte und Gemeinden, wie die vom Freundeskreis vorbereitete Stele und eine von Dieter Leibold entworfene Bank mit riesigen Holzblumen. Voraussichtlich Ende Februar wird ein gärtnerischer Geschäftsführer verpflichtet. In Vorbereitung sind Giveaways, fertig ist eine neue Internetseite. Man sei ein großes Stück weiter, betonte Florian Herrmann. 2023 würden die ersten Projekte angestoßen und damit die Landesgartenschau sichtbar. »Es kann sich recht viel in die gute Richtung bewegen.«

Rolle der sozialen Medien

Dass die Informationen zur Großveranstaltung und dessen Bedeutung noch im Argen liegen, brachten nicht nur eingeblendete Interviews der Moderatoren Harald Steinke und Theresa Coop zum Ausdruck, sondern auch die verschwindend geringe Anzahl der Fans der Facebookseite der Gartenschau. Die Landesgartenschau soll nun für eine breite Öffentlichkeit sichtbarer werden. Eine App werde entwickelt, Instagram bespielt. Das Videoportal Tik Tok ist den Machern nicht geheuer, um die Neuigkeiten und Hintergründe zu transportieren.

Apropos Transport: Die Verkehrsanbindung wird eines der Kernthemen nicht nur für die Landesgartenschau werden. Henrike Strauch informierte das Publikum über die Arbeitsgruppe Mobilität, der viele Akteure auch auf Landesebene angehören. Diese Gruppe habe einen Strukturentwicklungsplan für die Region entworfen. On-Demand-Fahren sei unter anderem ein Thema für die Region. Eine Bewerbung für Bundesfördermittel habe allerdings nicht geklappt, nun werde ein zweiter Anlauf unternommen.

Büttenrede zum »Lieschen«

Wie kommen die Besucher nach Oberhessen? »Was passiert, wenn das Stockheimer Lieschen nicht fährt?«, fragte Kathrin Zippel in einer vorgezogenen Büttenrede. Die Niddertalbahn soll bekanntlich bis Ende 2027 elektrifiziert und mit zweigleisigen Ausweichpunkten versehen werden, was mit dem Termin der Landesgartenschau kollidieren würde. Zippels Vorschlag: »Machen wir noch mal das 9-Euro-Ticket wahr. Dann könnten die Leute aus der Stadt mal sehen, wie wir das machen: Wir gehen.« Angesichts der geringen Busfahrfrequenz bliebe auch gar keine Wahl.

Aufgabe des Freundeskreises

Jürgen Stelter warb für den Verein des Freundeskreises, der vor allem an der Basis agieren und Elemente der Bürgerbeteiligung forcieren will. »Also alles das, was eine Kommune oder die Wirtschaftsförderung nicht erreichen kann. Wir haben elf Kommunen, 87 Ortsteile, etwa 300 Vereine. Da wollen wir vermitteln, aber auch die Diskussionen fördern und schauen, wo man ein Erlebnis aus der Landesgartenschau machen kann.« Der Freundeskreis will Projekte erkennen und in Abstimmung mit der GmbH koordinieren. »Es war in den vergangenen Monaten sehr abstrakt, jetzt wird es handfest.«

myl_kathrinZippel_140123_4c
Kathrin Zippel in der Rolle des Stockheimer Lieschens. Was passiert, wenn es nicht fährt? © pv

Auch interessant

Kommentare