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»Landesweiter Wassernotstand nötig«

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Von: red Redaktion

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Region (red). Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) ist sauer. »Alle Proteste gegen den Raubbau im Vogelsberg und die Trinkwasserverschwendung der Metropole lassen Frankfurt kalt. Die Stadtregierung verweigert weiter eine stärkere Eigenversorgung trotz gegenteiliger Gutachten. Und trotz der katastrophalen Dürrejahre«, kritisiert Vorsitzende Cécile Hahn.

Jetzt helfe nur noch ein landesweiter Wassernotstand

Mit der ihrer Meinung nach »völlig inakzeptablen« Behauptung, Frankfurt sei auch künftig nicht in der Lage, sich zu mehr als 25 Prozent selbst mit Wasser zu versorgen, reagiere die Stadtregierung »stur und tatenlos« auf die Proteste der Bevölkerung, wie etwa beim Wasserlauf am Samstag (der Kreis-Anzeiger berichtete).

Offensichtlich falle den Stadtoberen dabei nicht auf, wie sehr sie damit ihren eigenen Entwicklungskonzepten und Absichtserklärungen widersprächen. Denn diese besagten laut Hahn etwas anderes. So weise das neue Kommunale Wasserkonzept der Stadt nach, dass Frankfurt eine wasserreiche Metropole ist, die ihre Ressourcen weit stärker als bisher nutzen könnte - wenn sie denn wollte. Davon ausgehend komme der BUND Frankfurt zu dem Schluss, dass künftig ein Versorgungseigenanteil von bis zu 50 Prozent möglich wäre.

Vorwurf:

Hinhaltetaktik

Die SGV sieht das auch so und geht in ihren Einschätzungen noch weiter. »Wären die fortschrittlichen Frankfurter Trinkwassersparprogramme, die in den 90er Jahren begonnen wurden, konsequent weiter umgesetzt und nicht abgewürgt worden, wären zwischen 1998 und 2022 viele Millionen Kubikmeter an Trinkwasser eingespart worden«, erklärt Hahn.

Die Frankfurter Entscheidungsträger wollten aber offensichtlich die damaligen Programme nicht auf dem aktuellen Wissensstand und in Kombination mit dem Hochfahren der Eigenversorgung reaktivieren. Denn die heutigen Konzepte der Stadt enthielten lediglich Absichtserklärungen. Konkrete, rechtlich durchsetzbare Handlungsanweisungen fänden sich weder dort noch in den Bau- oder Versorgungssatzungen.

Das bezieht sich laut Hahn insbesondere auf die dringend notwendige Entlastung der Trinkwasserversorgung durch Betriebswasser, das im Stadtgebiet »massenhaft und sofort« verfügbar wäre. Im Kommunalen Wasserkonzept fehle jede verbindliche Vorgabe, bei allen Neu- und Umbauten entsprechende Maßnahmen wie ein doppeltes Leitungssystem zu realisieren. Und im neuen städtischen »Klimaanpassungskonzept 2.0« werde für die Betriebswassernutzung in Gebäuden lediglich eine »Wirtschaftlichkeitsprüfung« angekündigt. Hahn: »Frankfurt verfolgt damit gegenüber den Grundwasserliefergebieten und den Behörden weiter seine Hinhaltetaktik, ohne etwas am bestehenden System zu verändern. Und lässt damit seinen gewinnbringenden Wasserhandel vor allem in Trockenzeiten auf Rekordwerte klettern.«

Forderung ans

Land Hessen

Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg fordert die Frankfurter Politik angesichts der sich häufenden Trockenjahre auf, die stärkere Eigenversorgung der Metropole nicht weiter zu blockieren. »Das Hinauszögern konkreter Maßnahmen ist seit vielen Jahren die wesentliche Ursache für den Import viel zu großer Grundwassermengen aus dem Vogelsberg. Es fehlen weder das technische Know-how von ausgewiesenen Fachleuten noch die gesetzlichen Voraussetzungen dafür, alle stadteigenen Ressourcen zur Bedarfsdeckung heranzuziehen. Was lediglich fehlt, sind der politische Wille und die Bereitschaft, zugunsten einer nachhaltigen Wasserbewirtschaftung die Geschäftemacherei mit dem Vogelsbergwasser zu beenden«, kritisiert SGV-Vorsitzende Cécile Hahn.

Ihr Stellvertreter Sascha Spielberger, Bürgermeister von Freiensteinau, ergänzt: »Vor dem Hintergrund der katastrophalen Dürreperioden und dem Ausbleiben von Nassjahren seit 2003 muss das Land Hessen den Mut aufbringen, sofort einen landesweiten Wassernotstand auszurufen. Dann wären alle Kommunen und die Landesbehörden zum Handeln gezwungen, anstatt sich um effektive Maßnahmen zu drücken. Wiesbaden muss jetzt dafür sorgen, dass der Trinkwasserbedarf und damit die Grundwasserentnahmen auf das absolute Minimum beschränkt werden.«

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