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»Landrat plant, Katze im Sack zu kaufen«

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Von: red Redaktion

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Eine Delegation der FDP mit Jörg-Uwe Hahn (r.) im Austausch mit Tobias Greilich (2. v. r.) von »Hessen hilft«. © pv

Büdingen (red). Die FDP-Kreistagsfraktion erneuert die Kritik am geplanten Kauf des ehemaligen Obi-Baumarktes in Büdingen. Die schwarz-rote Kreistagsmehrheit um Landrat Jan Weckler (CDU) plant den Erwerb des früheren Baumarktes im Industriegebiet, um dort eine multifunktionale Liegenschaft für den Zivil- und Katastrophenschutz des Kreises einzurichten (Kreis-Anzeiger vom 30.

November).

Derzeit wird das Gebäude durch die Hilfsorganisation Aktion Hessen hilft teilweise als Lager genutzt. Der Verein führt Hilfsprojekte in Krisen-, Kriegs- und Katastrophengebieten durch, derzeit liegt der Fokus der Arbeit in der Unterstützung des vom verheerenden Hochwasser betroffenen Ahrtals und der Kriegsgebiete in der Ukraine. Im Büdinger Zwischenlager werden Spenden gesammelt, gebündelt und von dort aus in die Krisengebiete gebracht.

Weite Teile des Gebäudes sind offensichtlich baufällig, so dringt immer wieder Wasser in die Halle ein, betont die FDP in einer Pressemitteilung zur Zukunft des Baus. »Wir können dem Kauf des Gebäudes derzeit nicht zustimmen, auch wenn der Landrat mit der Mehrheit aus CDU und SPD den Kauf erzwingen will. Wir haben mehrfach auf den schlechten baulichen Zustand des ehemaligen Obi-Marktes hingewiesen«, mahnt Andrea Rahn-Farr, die die FDP im Wetterauer Kreistag und in der Büdinger Stadtverordnetenversammlung vertritt. Bevor die Liberalen dem Kauf der Liegenschaft zustimmen können, erwarten sie ein fachliches Gutachten zum aktuellen Zustand des Gebäudes, so Rahn-Farr. »Der Landrat plant, die Katze im Sack zu kaufen. So geht man nicht mit den Haushaltsmitteln um«, kritisiert sie.

Zudem erwartet die FDP-Fraktion, dass der Kreis mit der Hilfsorganisation ins Gespräch kommt und Lösungen für eine etwaige Weiternutzung von Teilen der Lagerhalle erzielt. »Es kann nicht sein, dass man über den Köpfen von Ehrenamtlichen entscheidet und diese in den Entscheidungsprozess nicht einbindet. Deshalb fordern wir die Kreisspitze um Landrat Jan Weckler auf, endlich mit der Hilfsorganisation verbindlich in Kontakt zu treten«, so Landtagsvizepräsident Dr. h. c. Jörg-Uwe Hahn abschließend. Gemeinsam mit der Hilfsorganisation habe man sich im Herbst vor Ort einen Eindruck über den aktuellen Bauzustand geschaffen.

Zusage des Landes Hessen

Letztendlich irritiert die FDP die Formulierung, auch die Funktion als Notunterkunft beispielsweise im Zusammenhang mit entsprechenden Einsatzbefehlen des Landes Hessen könne nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dies könne natürlich bedeuten, dass zusätzlich erhebliche Flüchtlinge nach Büdingen verlegt werden könnten, so die FDP. »Das widerspricht jeder Zusage des Landes Hessen und des Wetteraukreises im Zusammenhang mit der Einrichtung der Erstaufnahmeeinrichtung in Büdingen«, betonen Andrea Rahn-Farr und Jörg-Uwe Hahn.

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